Rock Band 3 im Test - Test für Xbox 360 und PlayStation 3

Schafft es Harmonix nach zwei Jahren Abstinenz erneut das Musikspielgenre zu revolutionieren? Rock Band 3 im Test.

von Gamepro Redaktion,
31.10.2010 08:00 Uhr

Bei vielen Keyboard Songs ist der Highway leider leer. Bei vielen Keyboard Songs ist der Highway leider leer.

Kaum ein anderes Genre war in den letzten Jahren so populär wie das der Musikspiele. Allerdings scheint die Luft etwas raus zu sein, die vermeintlichen Gitarren-Goldesel von Activision und Electronic Arts mussten zuletzt mit Umsatzrückgängen kämpfen. Da müssen neue Ideen her! Während Guitar Hero versucht, mit neuen Spielmodi zu punkten, geht Rock Band 3 den genau entgegen gesetzten Weg und bringt gleich eine ganze Ladung an Instrumenten mit auf die Bühne. Neben neuer Gitarre und erweitertem Schlagzeug gibt ein Instrument sein Debüt im Musikspielgenre -- das Keyboard. Ein Komplett-Bundle wie bei früheren Teilen gibt es diesmal aber nicht. Dem Spiel liegt für ca. 130 Euro standardmäßig nur das Keyboard bei. Gitarre oder Schlagzeug müsst ihr für je ca. 120 Euro einzeln erwerben.

Rock Band 3
Genre: Action
Release: 04.11.2010

Ein Neuling betritt die Bühne

Das Keyboard ist gut verarbeitet und die Tasten haben einen angenehmen DruckpunktDas Keyboard ist gut verarbeitet und die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt

Das Keyboard hat 25 Tasten, 15 weiße und 10 schwarze. Im normalen Modus werden allerdings nur fünf weiße Tasten benötigt. Das funktioniert dann ganz ähnlich wie mit der Gitarre: Die fünf sind Genre-üblich farbig markiert (grün, rot, gelb etc.). Auf dem Noten-Highway kommen euch entsprechende Rechtecke entgegen. Und wer hätte das gedacht: Sobald diese die Markierung am unteren Bildschirmrand erreicht haben, müsst ihr die entsprechende Taste an eurem Keyboard drücken. Das geht nach etwas Eingewöhnung gut von der Hand, nur anfangs rutscht man öfter mal aus Versehen auf eine Nachbartaste. Im neuen Pro-Modus sieht die Sache dann schon ganz anders aus, denn je nach Schwierigkeitsgrad müsst ihr das komplette Keyboard benutzen. Da ist dann Schluss mit einfach mal losklimpern! Zum Glück gibt es den Übungsmodus, indem ihr die einzelnen Teile eines Songs lernen könnt. Zumindest in der Theorie, denn das Spiel hilft nur begrenzt: Fingersätze zum Beispiel müsst ihr euch selber erarbeiten, die werden nämlich nicht angezeigt. Ingesamt ist das Keyboard damit das schwächste Instrument, denn ein Großteil der Songs ist dafür einfach nicht ausgelegt. Und die wenigen Lieder, die für Klavier geeignet sind (etwa »Imagine« von John Lennon) enthalten dafür keinen Gitarrenpart -- schwach.

» Video: Die Instrumente von Rock Band 3

Neues Design

Die Rock Band 3-Gitarre ist gut verarbeitet und hat eine gute GewichtsverteilungDie Rock Band 3-Gitarre ist gut verarbeitet und hat eine gute Gewichtsverteilung

Die größte Neuerung der offiziellen Rock Band-Gitarre (ein Nachbau der Fender Mustang) von Hersteller Saitek fällt sofort ins Auge. Statt fünf Knöpfen befinden sich nun stolze 102 auf dem Gitarrenhals. Auch den Kippschalter älterer Modelle sucht ihr vergebens, denn an dessen Stelle spannen sich nun sechs Gitarrensaiten. Das hat dann auch einige Änderungen in der Spielmechanik zu Folge: Im Pro-Modus zeigt der Highway nun sechs Saiten, auf denen euch Zahlen entgegen kommen. Wer bereits ein bisschen auf einer echten Gitarre gespielt hat, ist sicher schon mal auf die so genannten Gitarren-Tabs gestoßen. Diese symbolisieren den Bund eures Instruments.Kommt euch also beispielweise eine »6« auf der linken Saite entgegen, müsst ihr den obersten Knopf auf dem sechsten Bund der Gitarre gedrückt halten und gleichzeitig die entsprechende Saite anschlagen. Ähnlich wie beim Keyboard erfordert das Einiges an Übung, denn mit einer echten Gitarre ist die neue Plastikklampfe nur teilweise zu vergleichen. Es fällt zum Beispiel etwas zu schwer, sich auf dem Gitarrenhals zu orientieren. Während eine echte Klampfe sechs verschieden dicke (und damit leichter ertastbare) Saiten hat, besitzen die Knöpfe auf dem Gitarrenkontroller alle dieselbe Stärke. Da passiert es leicht, dass man sich vergreift. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich aber daran und dann macht das Rocken richtig Spaß, denn selten zuvor wurde ein so authentisches Gitarrengefühl vermittelt.

Durch die drei neuen Becken kommt das Schlagzeug sehr nahe an das echte Instrument.Durch die drei neuen Becken kommt das Schlagzeug sehr nahe an das echte Instrument.

Natürlich könnt ihr mit dem neuen Pro-Instrument auch im normalen Modus spielen. Hier eignet sich jedoch besser die klassische Rock Band 2-Klampfe. Saitek bringt zu diesem Zweck auch noch weitere Modelle im gewohnten fünf Knöpfe-Design auf den Markt. Guitar Hero-Gitarren könnt ihr jedoch auch verwenden. Auch das Schlagzeug wurde etwas modifiziert. Neben den vier Tom Toms und der Bassdrum gibt es jetzt auch noch drei Becken. Diese kommen aber nur im Pro-Modus zum Einsatz und werden mit Kreisen anstatt Rechtecken symbolisiert. Einsteiger dürfte das etwas überfordern, Schlagzeuger bekommen aber eine beeindruckende Nachbildungen ihres Instruments.


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