Shift 2 Unleashed im Test - Adrenalin pur mit dem Need for Speed-Ableger

Warum Slightly Mad mit ihrer Rennspiel-Fortsetzung Need for Speed: Shift 2 Unleashed Platz eins auf dem Podium erklimmen, erfahrt ihr in unserem Test für Xbox 360 und Playstation 3.

von Daniel Matschijewsky, Christian Ströhl,
30.03.2011 00:00 Uhr

Mit Vollgas schießt ihr in die erste Kurve bei einem Nachtrennen in Shift 2. [360]Mit Vollgas schießt ihr in die erste Kurve bei einem Nachtrennen in Shift 2. [360]

Schweißnasse Hände, angespannte Muskeln und ein erhöhter Puls sind Anzeichen puren Adrenalins, das durch die Adern schießt. Auslöser für so eine Körperreaktion kann zum Beispiel nackte Angst sein. Oder aber -- was weit angenehmer ist -- Shift 2 Unleashed. Denn Electronic Arts und Slightly Mad haben nicht zuviel versprochen, als es hieß, man wolle das intensivste Rennspiel aller Zeiten entwickeln. Tatsächlich erzeugt der neueste Teil der Need for Speed-Serie ein so packendes und hautnahes Fahrgefühl wie kein Genrevertreter zuvor. Das bringt jedoch nicht nur Vorteile mit sich.

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Weniger ist mehr

Need for Speed: Shift 2 Unleashed bleibt der Linie seines Vorgängers treu und präsentiert sich als Rennspiel mit hohem Realitätsanspruch. Wer in der Cockpit-Perspektive fährt, manuell schaltet und auf sämtliche Fahrhilfen wie Traktionskontrolle, ABS oder Bremsassistent verzichtet, der krallt sich ganz automatisch am Leder seines Lenkrad-Controllers fest. Zwar dürfen Einsteiger die anspruchsvolle Fahrphysik dank zahlreicher Optionen stufenweise zurückfahren, zu einem unkomplizierten Arcade-Raser nach Vorbild von Need for Speed: Hot Pursuit wird Shift 2 aber zu keiner Zeit. Das eingeschränkte Sichtfeld der neuen optionalen Ego-Perspektive in Verbindung mit den wackeligen Kopfbewegungen und den subtil eingesetzten Unschärfeeffekten ist erst mal ungewohnt, lässt uns aber förmlich spüren, was im Piloten eines 500-PS-Supersportwagens bei 250 km/h vorgehen mag. Wer es noch realistischer mag, der deaktiviert sämtliche Bildschirmanzeigen wie Minikarte, Tabellenplatz oder Tachometer. Dann bleibt lediglich das eigene Gefühl für den Wagen als Rückmeldung -- wow!

Aus dem Weg

Ab in die Waschanlage: Nach dem Rennen klebt Dreck an den wunderschönen Automodellen. [PS3]Ab in die Waschanlage: Nach dem Rennen klebt Dreck an den wunderschönen Automodellen. [PS3]

Doch selbst wenn wir in der vergleichsweise zugänglichen Verfolgerperspektive losdüsen, ist Shift 2 kein leichtes Spiel. Verantwortung dafür trägt die Gegner-KI. Unsere Kontrahenten fahren zwar nicht sonderlich aggressiv, aber nahezu perfekt und nutzen jeden noch so kleinen Fehler gnadenlos aus. Kommt es zum Blechkontakt, setzt die KI alles daran, uns abzuschießen, was vor allem auf engen Stadtkursen wie Miami oft in Drehern oder einem Frontalzusammenstoß mit der Streckenbegrenzung endet. Das mag realitätsnah sein, frustriert Einsteiger aber schnell. Erschwerend hinzu kommt die unausgegorene Balance der Rennmodi. Während zum Beispiel die Zeitherausforderungen generell etwas zu leicht geraten sind, werden bei den Driftmeisterschaften selbst Hartgesottene schnell an ihre Grenzen stoßen. Shift 2 richtet sich also an fortgeschrittene Rennspieler und Profis mit starkem Nervenkostüm.


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