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Sideway: New York im Test - An die Wand geklatscht

Entwickler Playbrains sprüht das Jump & Run-Genre mit Graffiti voll. Ob dabei ein hübsches Spiel rauskommt, lest ihr im Test für PSN.

von Patrick Mittler,
19.10.2011 15:00 Uhr

Es kann ja sein, dass Graffiti-Künstler manchmal kleine Fehden austragen, in Sideway: New York mutiert der künstlerische Kampf aber gleich zu einem Videospiel-Klischee erster Güte. Als Hauptfigur Nox mal über ein Werk des bösen Spray drüber malt, entführt dieser gleich die Freundin des Helden und nicht nur das: Er verwandelt Nox in ein Sprühgemälde und verdammt ihn so zu einem Dasein als 2D-Bild auf Häuserwänden. Das schreit nach Rache! So lauft ihr als motiviertes Graffiti los, rennt und springt über die Häuser von New York, sammelt Tags (also das Etikett oder Kürzel von Sprayern) und wehrt euch in der ungewöhnlichen Hüpferei gegen nicht ganz so harmlose Straßenkunst.

Diese grünen Batzen sind die Standard-Feinde und entsprechend zahlreich.Diese grünen Batzen sind die Standard-Feinde und entsprechend zahlreich.

Unter der Street-Art-Schicht liegt ein solides Jump’n’Run. Solide deshalb, weil Sideway: New York teils tolle Ideen hat, aber oft an der Umsetzung scheitert. Beispiel Perspektive: Als Graffiti könnt ihr über jede Oberfläche laufen, also an Wänden und auch am Dach. So springt ihr oft um die Ecke, seht das Geschehen mal aus der Vogelperspektive und mal von der Seite. Das sieht gut aus, spielt sich frisch und die Levels sind auch angenehm verwinkelt, sodass gefinkelte Spieler genug Bonus-Krimskrams finden können. Natürlich, man kann immer nörgeln, dass man mehr aus dem Konzept rausholen könnte, doch im Großen und Ganzen hat Playbrains ein erstaunlich cleveres Jump’n’Run gebastelt. Bis ihr jedenfalls das erste Mal den Koop-Modus startet. Zu zweit wird die Perspektive nämlich zur Qual. Klebt ihr nicht dauernd eng beieinander, verschwindet der zweite Spieler oft hinter einer Ecke und ist dank Respawn-Funktion nur als Kanonenfutter gegen Bosse wirklich nützlich.

Mittelmäßige Sprühkunst

Lüftungsschächte und Graffiti dienen als Plattformen für Nox und seinen Kumpel.Lüftungsschächte und Graffiti dienen als Plattformen für Nox und seinen Kumpel.

Beispiel Steuerung: Nox lernt im Laufe des Spiels allerlei Moves, die ihr klarerweise braucht um durch die Levels zu kommen. So schlittert ihr unter Hindernissen durch, kickt feindliches Graffiti wie ein wildgewordenes Karate-Kid oder sprüht euch schon mal hilfreiche Plattformen herbei. Das klingt in der Theorie nach ordentlichem Hüpfspaß, die träge Steuerung macht euch aber einen Strich durch die Rechnung. Nox schlittert beinah wie auf Eis durch die Levels und wenn er zur Attacke ausholt, solltet ihr gleich einiges an Spielraum mit einplanen. Im besten Falle braucht die Steuerung ein bisschen Training, im schlechtesten sorgt sie für unnötigen Frust. Beispiel Schwierigkeitsgrad: Schnell lernt ihr, dass Gegner, Stacheln oder auch Wasser absolute Graffiti-Killer sind. Nox hat aber anfangs nur eine winzig kleine Lebensleiste und geht entsprechend schnell drauf. In Kombination mit seinem wie gesagt schwammigen Handling ergibt das viele nervige Momente. Besonders die Zwischenbosse sind oft richtige Spaßkiller: Es gibt nur einen Weg um sie platt zu machen und meist ist das Zeitfenster für eine gezielte Attacke fast kurz für den trägen Nox.

Cool und öde

Stimmig: in Chinatown hängen Laternen über den Dächern.Stimmig: in Chinatown hängen Laternen über den Dächern.

Und schlussendlich wäre da noch die Stimmung, denn auch die schwankt zwischen cool und öde. Cool deshalb, weil das Graffiti-Thema so konsequent und gut durchgezogen ist. Figuren, Gegner und viele Plattformen stehen echten Wandkunstwerken in nichts nach, doch die restliche Umgebung ist größtenteils grob und stellenweise mit matschigen Texturen zugeklatscht. Passend zum Street-Art-Stil gibt’s einen eigenen Hip-Hop-Soundtrack, der einige Ohrwürmer parat hat. Vorausgesetzt euch stört es nicht, wenn Schimpfwörter per Piepton zensiert sind. Und öde deshalb, weil sich die wenigen Lieder schon nach kurzer Zeit wiederholen. Das hebt die Stimmung nicht gerade, wenn ihr mit einer haarigen Stelle oder der Steuerung kämpft. So ist Sideway: New York zwar nicht eines der besten Jump’n’Runs, dank des ungewöhnlichen Stils aber sicher eines der interessantesten im PlayStation Store.

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