Sniper: Ghost Warrior 2: Siberian Strike-DLC im Test - Lob auf niedrigem Niveau

Im Test von Siberian Strike, dem DLC zum Ego-Shooter Sniper: Ghost Warrior 2, schießen wir uns durch die Eiswüste und stoßen dort tatsächlich auf etwas Spielspaß.

von Johannes Rohe,
08.04.2013 16:03 Uhr

Sniper: Ghost Warrior 2 - Trailer zum DLC »Siberian Strike« Sniper: Ghost Warrior 2 - Trailer zum DLC »Siberian Strike«

Sibirien, minus60°C, der Tarnanzug sitzt. Siberian Strike heißt der erste Singleplayer-DLC für Sniper: Ghost Warrior 2 und versetzt uns - Überraschung­ - in die russische Eislandschaft. In drei Missionen (für 800 Microsoft Points beziehungsweise 9,99 Euro) schlüpfen wir erneut in die Haut des Elite-Scharfschützen Cole Anderson und erleben die Vorgeschichte des Hauptspiels: Im Rahmen einer Rettungsaktion für den vermissten CIA-Agenten Diaz kommen wir der Entwicklung eines biologischen Kampfstoffs auf die Spur - eben jener Super-gefährlich-Waffe, die wir in Sniper: Ghost Warrior 2 jagen.

Aus erhöhter Position sichern wir den Kollegen Diaz beim Vorrücken. Aus erhöhter Position sichern wir den Kollegen Diaz beim Vorrücken.

Hot Wheels

Unsere Einsätze im frostigen Sibirien laufen dabei genau wie im Hauptspiel ab - mit einem kleinen aber feinen Unterschied: Statt ständig am Rockzipfel eines Spotters zu hängen oder die Positionen unserer Gegner über Funk mitgeteilt zu bekommen, sind wir diesmal auf uns allein gestellt. Dadurch kommt endlich das Scharfschützen-Feeling auf, das wir im Hauptspiel so vermisst haben, denn bevor wir anfangen können, unsere Feinde auszuschalten, müssen wir sie erst mal finden.

Ohne Wärmesicht : Suchbild: Wer findet den Sniper? Ohne Wärmesichtgerät können wir entfernte Feinde in den verschneiten Umgebungen nur schwer ausmachen. Ohne Wärmesicht
Suchbild: Wer findet den Sniper? Ohne Wärmesichtgerät können wir entfernte Feinde in den verschneiten Umgebungen nur schwer ausmachen.

Mit Wärmesicht : Da ist er! Seine verräterische Hitzesignatur wird unseren Gegner bald teuer zu stehen kommen.Mit Wärmesicht
Da ist er! Seine verräterische Hitzesignatur wird unseren Gegner bald teuer zu stehen kommen.

Dabei leistet uns das Wärmesichtgerät unverzichtbare Dienste. Durch verräterische Hitzesignaturen spüren wir Gegner in der weißen Einöde deutlich leichter auf. So entdecken wir auch die wohl heißesten Autos der Spielegeschichte: Von der Stoßstange bis zur Felge leuchten die Fahrzeuge auf dem Wärmebild knallrot - im Gegensatz zu brennenden Metallfässern.

Heiße Kiste: Dieser Truck scheint Taschenwärmer nach Sibirien zu liefern.Heiße Kiste: Dieser Truck scheint Taschenwärmer nach Sibirien zu liefern.

Spielspaß zum nachkaufen

Siberian Strike ist in einigen Belangen überraschenderweise besser als das Hauptspiel. Doch mehr Atmosphäre und erhöhte Spannung können nicht über die vielen Schwächen hinwegtäuschen, die das Spiel plagen. Schwache KI, abwechslungsarme Missionen, dilettantische Übersetzung und altbackene Grafik stören uns auch im Schnee.

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Die Veröffentlichung eines kostenpflichtigen DLCs anderthalb Wochen nach dem Release des sehr kurzen Hauptspiels hinterlässt obendrein einen mehr als faden Beigeschmack. Die rund zweistündige Zusatzkampagne hätte City Interactive Sniper: Ghost Warrior 2 besser kostenlos beigelegt.

Fazit


Johannes Rohe: Siberian Strike hat mich unerwartet positiv überrascht. Endlich muss ich aktiv das feindliche Gebiet ausspähen und mein Vorgehen planen, ohne dass mir das Spiel die Lösung sämtlicher Probleme vorsagt. Dass ich mich über ein wenig Spannung und Anspruch so freue, verdeutlicht aber weniger die Stärken des DLCs als vielmehr die Schwächen des Hauptspiels. Außerdem wurmt mich die Veröffentlichungspolitik von City Interactive. Einen kostenpflichtigen DLC so kurz nach dem Release von Sniper: Ghost Warrior 2 nachzuschieben, riecht schon sehr stark nach Abzocke.


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