Sony - Yoshida: »Die VR-Technologie ist fast schon unfair«

Im Interview mit The Verge sprach Sony Computer Entertainment Präsident Shuhei Yoshida über die VR-Technologie und den Markt. So werden virtuelle Räume die Killer-App für Morpheus und Co, Videospiele müssen aber exakt angepasst werden, unter anderem mit 3D-Sound.

von Stefan Köhler,
24.10.2014 10:45 Uhr

Mit einem guten Softwarepaket ausgestattet, technologisch fortschrittlich und bezahlbar müssen VR-Headsets sein, um Erfolg zu haben - das meint Shuhei Yoshida, der eine rosige Zukunft für Morpheus und Oculus Rift sieht.Mit einem guten Softwarepaket ausgestattet, technologisch fortschrittlich und bezahlbar müssen VR-Headsets sein, um Erfolg zu haben - das meint Shuhei Yoshida, der eine rosige Zukunft für Morpheus und Oculus Rift sieht.

Das Magazin The Verge sprach mit dem Präsidenten von Sony Computer Entertainment, Shuhei Yoshida, über die VR-Technologie Morpheus.

Shuhei erklärte, dass man in der Videospielentwicklung immer neue Erfahrungen schaffen möchte, und dass dies mit revolutionären Technologien wie VR-Headsets und einfachen Grafik-Engines wie Unity schon »fast unfair« einfach sei.

Außerdem sprach Shuhei über seinen bisher besten Moment mit VR-Headsets, den er in der Tauch-Simulation The Deep hatte:

»Ich bin ein guter Schwimmer, aber ich war nie Tauchen, weswegen mir das Erlebnis von The Deep die Augen geöffnet hat. Die Demo beginnt im Tauchkäfig. Du kannst nach oben schauen und siehst die Reflexion der Sonne auf dem Wasser. Es ist wunderschön. Nach ein paar Tagen auf das Erlebnis zurückzublicken ist interessant, weil es sich so frisch anfühlt - als ob ich tatsächlich im Meer gewesen wäre.

Sobald man es ausprobiert vergisst man irgendwie, dass da Leute um einen herum sind. Leute fangen auf einmal an sehr laut zu reden. Man vergisst, dass Leute einen anschauen.«

Für Yoshida müssen drei Kategorien erfüllt werden, um einen erfolgreichen Start der VR-Headsets zu garantieren: Sie müssen Technologisch weit fortgeschritten sein, es muss Inhalte und Spiele geben, und der Preis muss bezahlbar bleiben. Der SCE-Präsident schon nach, dass man hier genauso wie der Konkurrent Oculus VR denke.

Yoshida sieht die VR-Brille nicht nur als ein neues Peripherie-Gerät, sondern als eigenes Medium. Angesprochen, was er damit meine, erklärte Yoshida, dass er den Schritt für genauso bedeutend ansehe, wie die Einführung des Grafikchips bei Konsolen mit der PlayStation 1. Heute sei 3D nicht mehr wegzudenken, nicht nur bei Spielen - das werde auch auf VR-Headsets zutreffen, so Yoshida.

Auch die Killer-App, die den Verkauf ankurbeln werde, hat Yoshida bereits ausgemacht: Orte, an die die Menschen jederzeit wieder zurückkehren wollen. Präziser argumentierte der Chef von Sony World Wide Studios, dass es Orte aus Videospielen sein werden, wie die Terrasse in Destiny, Orte aus Star Wars oder Game of Thrones, oder Leute durch digitale Städte laufen können. Er selbst hat gerne Europas Hauptstädte besucht, findet aber heute keine Zeit für ausgedehnte Urlaube mehr - das könnte sich mit virtuellen Plätzen und VR-Brillen ändern.

Allerdings seien nicht nur 3D-Welten für das Erlebnis wichtig. Auch 3D-Surround-Sound sei nötig, alles andere würde die Illusion sofort zerstören, so Yoshida. Man habe aber bereits ein Entwicklungstool veröffentlicht, das PlayStation-Entwicklern ganz einfach Sound-Positionierung im Raum erlaube.

Wann es denn so weit ist, bis Morpheus und Oculus VR Nutzer zu fernen Orten führt, ist noch nicht bekannt - irgendwann 2015 sollen die ersten Verkaufsversionen der Headsets ausgeliefert werden.

Project Morpheus - Sonys VR-Brille auf der gamescom ausprobiert Project Morpheus - Sonys VR-Brille auf der gamescom ausprobiert


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