Superman: Blue Steel - Wie das gescheiterte Open-World-Spiel zwei Firmen ruinierte

Factor 5 (Lair) und Brash Entertainment arbeiteten 2007 an einem Open-World-Action-Adventure auf Basis der Superman-Marke. Die Absage eines eigentlich geplanten Kinofilms und finanzielle Schwierigkeiten des Publishers ließen das Projekt jedoch scheitern.

von Tobias Ritter,
21.03.2016 09:07 Uhr

Regelmäßig beschäftigen sich die Macher des YouTube-Kanals DidYouKnowGaming? mit interessanten Fakten aus Videospielgeschichte. In Anbetracht des aktuellen Interesses an Superhelden durch den kommenden Kinofilm Batman v Superman geht es in einem neuen Video nun um ein eingestelltes Videospiel mit dem Titel Superman: Blue Steel.

Das Open-World-Action-Adventure befand sich demnach 2007 beim Entwicklerstudio Factor 5 in der Entwicklung - und führte später zur Pleite von gleich zwei Unternehmen. Die Superman-Lizenz für Videospiele hielt damals nämlich das neu gegründete Brash Entertainment inne, das deshalb auch als Publisher für Superman: Blue Steel auftrat.

Als Bösewichte sollten in dem Videospiel Darkseid und Braniac fungieren. Auch Killer Frost und Brimstone waren geplant. Als Spielwelt wurde eine virtuelle Version von Metropolis nachgebaut. Auch einige Testvideos von Gameplay-Mechaniken fertigte das Team bereits an. Unter anderem sollte Superman seine Gegner etwa packen und durch Gebäude schleudern können. Auch den Showdown zwischen Superman und General Zod aus Superman 2 hatten die Entwickler auf dem Zettel.

Nachdem anfangs noch alles in geregelten Bahnen lief, fingen die Probleme dann 2008 an: Warner Bros. legte die Superman-Marke auf Eis und sagte ein weiteres Filmprojekt für die Folgejahre ab. Stattdessen wollte man einige Jahre später noch einmal von neuem beginnen und Superman quasi »neu erfinden«.

Factor 5 musste damals ebenfalls umdenken und wandelte das Konzept von einem Begleitspiel zum eigentlich geplanten Film in eine allgemeine Hommage an Superman und seine bisherige Geschichte ab. Geplant war fortan ein umfangreiches Acton-Adventure für die Xbox 360, die PlayStation 3 und die Wii - mit Online-Multiplayer-Modus.

Allerdings geriet Brash Entertainment in der Folge in finanzielle Schwierigkeiten. Nachdem anfangs diverse Mitarbeiter entlassen und Marken verkauft wurden, folge im November 2008 die endgültige Schließung. Auch für Factor 5 wurde damit der Geldhahn zugedreht.

Zwar versuchte das Studio noch, Superman: Blue Steel auf eigene Faust weiterzuentwickeln und einen neuen Publisher zu finden. Aber auch das ging nicht lange gut: Ein Großteil der Angestellten wurde zu Weihnachten 2008 entlassen. Factor 5 selbst schloss im Mai 2009 seine Pforten. Der deutsche Ableger, die Factor 5 GmbH, folgte 2011 - 24 Jahre nach ihrer Gründung im Jahr 1987.

So sollte der Superheld nach dem Willen von Factor 5 in Superman: Blue Steel aussehen. So sollte der Superheld nach dem Willen von Factor 5 in Superman: Blue Steel aussehen.


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