The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Es ist überwältigend!

Wie kann es sein, dass auf der E3 2016 ausgerechnet ein Wii-U-Spiel das Gesprächsthema Nummer 1 ist? Wir haben Zelda: Breath of the Wild fast eine Stunde lang gespielt - und wissen jetzt warum.

von Heiko Klinge,
16.06.2016 12:00 Uhr

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Das ist neu im Vergleich zu Twilight Princess The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Das ist neu im Vergleich zu Twilight Princess

»Wahnsinn, wie groß das ist!, denke ich, als ich das erste Mal die Karte der Spielwelt von The Legend of Zelda: Breath of the Wild öffne. Mein Betreuer von Nintendo tippt mir auf die Schulter: Du kannst übrigens noch weiter rauszoomen, das hier ist nur das Gebiet der E3-Demo - ungefähr ein Hundertstel des fertigen Spiels.« Ich zoome und traue meinen Augen kaum, unzählige weitere Gebiete breiten sich vor mir aus.

- Release: Zelda: Breath of the Wild erscheint im März 2017
- Zelda: Breath of the Wild erscheint für Wii U sowie für Nintendo NX
- Hier gibt es einen neuen Trailer von der E3

Faktenflut: Infos zu Story & Gameplay von Zelda: Breath of the Wild

Breath of the Wild überwältigt und wirkt anfangs so gar nicht wie das Zelda, das ich seit den 1980ern kenne und liebe. Der Schock sitzt. Eigentlich wollte ich total lässig meine ersten Spieleindrücke live in die Kamera des Kollegen kommentieren. Stattdessen vergesse ich beim ersten Kampf die Lock-on-Funktion, scheitere beim Versuch, eine Bombe zu werfen und nenne die Hobblings - eigentlich altbekannte Serienfeinde - mehrfach Goblins. Einfach aus Reflex, weil auf den ersten Blick wenig an Zelda erinnert, dafür vieles an ein Open-World-Rollenspiel.

Schocktherapie

Nintendo wählt bei der E3 bewusst diese Schocktherapie, die erste von zwei Demos klatscht Held Link einfach in die Spielwelt - ohne konkretes Ziel, ohne Erklärungen. Ich soll erkunden, experimentieren, scheitern, dazu lernen. Und vor allem neugierig werden. Am Startpunkt bei einem Lagerfeuer liegen lediglich ein Bogen, diverse Pfeile und eine Fackel herum.

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Was tut man, wenn man sich fremd fühlt? Man sucht nach Vertrautem! Also zücke ich mein Schwert und überprüfe, ob Link damit nach wie vor das Gras zersäbeln kann. Er kann, nur finde ich dabei weder Rubine noch Herzen, geschweige denn Pfeile oder Bomben.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Kommentiertes Gameplay zur Story The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Kommentiertes Gameplay zur Story

Mir dämmert: Diese Welt gehorcht anderen, logischeren Gesetzen, als ich es von bisherigen Zelda-Spielen gewohnt bin. Auf einer Waldlichtung entdecke ich ein Wildschwein, ein prima Übungsziel für meinen Bogen. Doch das Wildschwein flieht, sobald ich in Sichtweite bin. Ich versuche vergeblich, ihm zu folgen, das Vieh ist schlichtweg zu schnell. Dafür finde ich unter einem Baum ein blaue Blume - drei Fragezeichen über ihrer Blüte zeigen mir an, dass ich dieses Objekt noch nicht identifiziert habe.

Ich pflücke sie und finde so heraus, dass es sich um eine Nachtschattenblume handelt, die bei Verzehr meine Schleichfähigkeiten verbessert. Schleichfähigkeiten? Erst jetzt fällt mir auf, dass Link in Breath of the Wild in die Hocke gehen und sich so im Gras verstecken kann. Die zweite Wildschweinjagd verläuft bedeutend erfolgreicher.

Kochen will gelernt sein

Rohes Fleisch spendiert Link bereits ein ganzes Herz, aber ich erinnere mich an die Kochstelle in der Nähe meines Startpunkts. Erst setze ich am Lagerfeuer meine Fackel in Brand, anschließend eine komplette Wiese - einfach, weil es geht. Nachdem ich schließlich auch das Feuer unter dem Kochtopf entzündet habe, wechsle ich ins Inventar.

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Dort experimentiere ich mit unterschiedlichen Pflanzen- und Fleischkombinationen und entdecke entsprechend viele Rezepte, jedes mit anderen Auswirkungen auf Link. Das mehr oder weniger schmackhafte Ergebnis gibt's allerdings erst, nachdem ich die Zutaten in den Topf geworfen habe.

Derart gestärkt will ich mir Streit suchen. Der erste Versuch, ein Hobbling-Lager anzugreifen, geht gründlich in die Hose. Ein Späher entdeckt mich, illustriert durch ein Ausrufezeichen über seinem Kopf. Kein Problem, denke ich, ist ja nur einer. Bis er in sein Horn bläst, fünf weitere Hobblings aus einer nahegelegenen Totenkopf-Höhle stürzen und mit meinen drei Lebensenergie-Herzen kurzen Prozess machen.

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Kommentiertes Gameplay zur Open World The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Kommentiertes Gameplay zur Open World

Erst nachdenken, dann zuschlagen

Glücklicherweise erwache ich eine kurze Ladepause später in unmittelbarer Nähe meiner Niederlage - eindeutig daran zu erkennen, dass ein rotes Kreuz den Ort meines Versagens markiert. Na schönen Dank auch!

Zweiter Versuch, dieses Mal gehe ich's vorsichtiger an: Ich erledige den Späher aus der Ferne mit einem Kopfschuss. In einem der Totenkopf-Augenhöhlen erspähe ich einen brennenden, verdächtig explosiv aussehenden Behälter. Ein weiterer gezielter Schuss sorgt für ein prächtiges Feuerwerk im Innern des Schädels, das vier der fünf Hobblings auf einen Schlag erledigt.

Den fünften stelle ich im Nahkampf, der dankenswerter noch genauso funktioniert wie in den vorherigen Zeldas, einschließlich Lock-on-Funktion, Schildabwehr und Ausweichen per Sprungtaste. Wenn ich Letzteres geschickt time, kann ich ein Spezialmanöver vom Stapel lassen und meinen Gegner mit einem ganzen Schwertschlag-Hagel malträtieren.

Ich lerne, dass ich im neuen Zelda grundsätzlich die Umgebung in meine Kampfstrategie einbeziehen sollte. Später erledige ich zum Beispiel zwei unvorsichtige Hobblings, indem ich einen Felsen einen Abhang runterrollen lasse.

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