Unbound Saga im Test - Test für XBLA

Hass auf Bilder? In Unbound Saga verprügelt man in einem Comic seitenweise gezeichnetes Gesindel.

von Patrick Mittler,
02.12.2010 16:30 Uhr

Das Beat’em Up Unbound Saga hat ein eher ungewöhnliches Setting. Die beiden prügelnden Helden, Muskelprotz Rick und Schönheit Lori, befinden sich in einem Comic und sind somit wortwörtlich der Feder des Zeichners ausgeliefert. Das Duo springt von Panel zu Panel, während eine überdimensionale Zeichenhand immer wieder neue Widersacher hinein malt. Ganz ernst nimmt sich das Spiel dabei nicht. Rick verflucht seinen »Schöpfer« andauernd wegen der plötzlich auftauchenden Fieslinge und bekommt davon schon mal krude Alpträume von Molotov-werfenden Kaninchen. Die schräge Geschichte von Unbound Saga wird stilsicher in schön gezeichneten Comicbildern erzählt und strotzt nur so vor aberwitzigen Einfällen, etwa bösartige Werwölfe und schlagkräftige Eskimos. So skurril und lustig das Drumherum ist, so flach und stupide ist leider das eigentliche Spielprinzip.

Auf den Punkt gebracht geht es in Unbound Saga nur um eines: Dauergekloppe. Widersacher tauchen auf, man hämmert auf die Tasten, die Spielfigur klopft die Gegner weich und springt dann in das nächste Bild des virtuellen Comics wo das Ganze von vorne losgeht. Zwar kann man zwischen den beiden Figuren Lori und Rick wechseln, die Helden mit eingesammelten Münzen neue Attacken beibringen oder ihre Lebensleiste verlängern, doch täuscht das nicht darüber hinweg, dass Unbound Saga die Substanz fehlt, um über längere Strecken zu unterhalten. Anfangs sorgt die ungewöhnliche Thematik noch für den einen oder anderen Schmunzler, bald wird das Geschehen aber so flach, wie die Comickulissen. Das wird besonders deutlich, wenn man draufgeht und einen Level noch einmal spielen muss. Man will zwar wissen, wie die abgefahrene Geschichte weitergeht, aber irgendwie will man sich dafür nur ungern ein weiteres Mal durch die ganzen Gegner prügeln.

Wer trotzdem nicht genug bekommen kann, hat noch die Möglichkeit im Survival-Modus gegen immer neue Feinde zu kämpfen oder Unbound Saga noch einmal durchzuspielen. Nach den zehn Missionen, die jede ca. eine Viertelstunde dauern, bleiben die Upgrades eurer Charaktere erhalten. So werden die frustigen höheren Schwierigkeitsgrade etwas erträglicher. Am meisten Spaß macht das Ding noch mit einem weiteren Kumpel on- oder offline, der auch auf relativ stumpfes Gekloppe steht.

Unbound Saga

Preis:

ca. 10 Euro (800 Punkte)

Spieler:

1 bis 2

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

575,93 MB

Entwickler:

Vogster

Hersteller:

Microsoft

USK:

ab 16 Jahren

Wertung:

* * *


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