Xbox 720 - Blu-ray, PVR, Kinect, keine Gebrauchtspiele?

Gerücht: Microsofts kommende Konsole soll eine Sperrfunktion für gebrauchte Spiele haben, digital aufzeichnen können und Blu-ray sowie die nächste Kinect-Generation bieten.

von Daniel Feith,
26.01.2012 11:05 Uhr

Die Xbox 360Die Xbox 360

Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendein Brancheninsider oder -Analyst angebliche Details über Microsofts kommende Konsole mit dem Arbeitstitel »Xbox 720« erfahren haben will. Der amerikanischen Spielewebseite Kotaku verrieten »Quellen« jetzt eine ganze Reihe von neuen technischen Infos über die Xbox 720, darunter Brisantes zum Kampf gegen den Gebrauchtspielemarkt.

Demnach plant Microsoft, per noch unbekannter Methode das Abspielen von gebrauchten Spielen auf der Xbox 720 zu unterbinden. Unklar ist, wie das funktionieren soll. Denkbar ist ein Code im Originalspiel, der mit dem Xbox-Live-Account des Xbox-Besitzers verknüpft wird - dies würde aber bei Xbox-Konsolen, die nicht mit dem Internet verbunden sind, nicht funktionieren. Kotakus Quelle war sich der Methode, wie Microsoft dem blühenden Gebrauchtspielehandel einen Riegel vorschieben will, nicht sicher.

Weiter behauptet die Quelle, in der Xbox 720 sei ein Blu-ray-Laufwerk verbaut. Dies halten wir für sehr realistisch. Nach dem HD-DVD-Debakel (wer erinnert sich?) benötigt die kommende Xbox-Generation dringend größere Datenträger und die Möglichkeit Blu-ray-Filme abzuspielen.

Die Xbox 720 soll aber nicht nur Filme abspielen können. Beim US-Patentamt wurde am 27. Dezember 2011 ein Patent eingereicht, das zeigt, dass die 720 offenbar auch DVR-Funktionen haben soll - also die Möglichkeit Fernsehsendungen bzw. gestreamte Programme digital auf Festplatte aufzuzeichnen. Die soll auch funktionieren während die Konsole zum Spielen verwendet wird oder ausgeschaltet ist. Auch Spielinhalte, DVDs und Musik soll die Xbox 720 problemlos mitschneiden können.

Kotaku berichtet außerdem, in der kommenden Xbox sei die nächste Generation von Microsofts Bewegungserkennungs-System Kinect bereits fest verbaut. »Kinect 2« soll einen eigenen Prozessor zur Verarbeitung der gescannten Bewegungen haben - beim bisher erhältlichen Kinect übernimmt noch die Xbox 360 die Berechnung der registrierten Kameradaten.

Beim verbauten Grafikchip der Xbox 720 sind sich die Quellen uneins. Die Technikseite fudzilla behauptete jüngst, für die Grafikdarstellung sorge ein Grafikchip der ATI-Serie »Southern Island«, vergleichbar der 7000er Radeon-Generation (GamePro berichtete). IGN spricht hingegen von einem Chip ähnlich dem der ATI Radeon 6670, einem vergleichsweise veralteten Modell.

Wann die neue Xbox erscheinen soll ist noch unbekannt. Eine Ankündigung auf der E3 im Juni ist realistisch, ein Release der Konsole noch in diesem Jahr eher nicht.


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