Xbox One - Peter Molyneux findet Kritik an Microsoft unfair und undurchdacht

Microsoft musste für seine Xbox-One-Pläne bezüglich Online-Zwang und DRM massive Kritik einstecken. Laut Peter Molyneux war die jedoch äußerst unfair und vor allen Dingen undurchdacht.

von Tobias Ritter,
13.08.2013 15:16 Uhr

Peter Molyneux ist der Meinung, dass die Kritik an Microsofts ursprünglichen Xbox-One-Plänen unfair war.Peter Molyneux ist der Meinung, dass die Kritik an Microsofts ursprünglichen Xbox-One-Plänen unfair war.

Microsoft musste einiges an Schelte einstecken für seine Pläne, die kommende Xbox One mit einem Zwang zur regelmäßigen Online-Verbindung, diversen DRM-Maßnahmen und einer obligatorischen Kinect-Einheit zu versehen. Mittlerweile ist der Konsolenhersteller nach massiver Kritik durch Spieler und potentielle Kunden von den meisten kritischen Punkten wieder abgerückt. Für Industrie-Veteran und Game-Designer Peter Molyneux ist der negative Umgang mit den ursprünglichen Plänen seines ehemaligen Arbeitgebers jedoch nach wie vor unverständlich.

Im Interview mit der englischsprachigen Webseite techradar.com gab Molyneux zu verstehen, die Kritik an Microsoft und dessen anfänglichen Xbox-One-Richtlinien für unfair und undurchdacht zu halten. Der Konsolenhersteller aus Redmond habe eine kühne Vision gehabt, deren Auswirkungen man erst einmal hätte abwarten sollen:

»Es ist ziemlich unfair, zu denken, dass Microsoft unser Gaming kontrollieren möchte und versucht, und dazu zu zwingen, die ganze Zeit online zu sein. Ich kenne Microsoft und ich weiß, dass sie diese Dinge nur machen, weil sie denken, dass sie sich auf lange Sicht auszahlen. Aber die Welt, in der wir leben, findet im hier und jetzt statt, und das müssen wir einfach akzeptieren - vor allem wenn man ein großer Konzern ist. Wenn man einen falschen Schritt macht, dann wird die Welt einen anspringen und auf sehr unfaire Art und Weise über einen urteilen.«

Wenn etwas auch nur ein wenig schief gehe, so Molyneux weiter, dann gehe es über kurz oder lang richtig schief. Und dann müsse man einen korrigierenden Schritt unternehmen, um wieder auf den richtigen Weg zu gelangen. Das habe Microsoft nun zwar getan - allerdings in einer ausufernden Art und Weise. Um das Geschehene nämlich zu korrigieren, müsse man das Steuer unverhältnismäßig weit herumreißen.

Molyneux ist also der Meinung, dass Microsoft viel zu weit in die Gegenrichtung steuern musste, um der negativen Kritik entgegenzuwirken. Für ihn selbst, so Molyneux weiter, sei es nur selbstverständlich, wenn ein Gerät ständig mit dem Internet verbunden sei. Dies sei in der heutigen Zeit einfach so, wie man anhand von Smartphones sehen könne:

»Ein mobiles Endgerät wird immer unbrauchbarer, wenn es nicht mit dem Internet verbunden ist. Warum sollte das bei einer Konsole anders sein?«

Allerdings müsse man auch einsehen, dass ein reiner Online-Zwang nicht ausreichend für Spieler sei. Vielmehr müsse man den Kunden Vorteile dafür bieten, dass sie ihre Konsole beständig mit dem Internet verbunden hielten, so der Game-Designer abschließend.

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