Urlaub in der Wildnis: Breath of the Wild hilft mir, neue Kraft zu tanken

Für die Mental-Health-Woche hat unsere Autorin Alexa Sprawe darüber geschrieben, wie ihr die Natur in Zelda: BotW dabei hilft, mental gesund zu bleiben.

Die Natur in Breath of the Wild läst Alexa zur Ruhe kommen. Die Natur in Breath of the Wild läst Alexa zur Ruhe kommen.

Nach über zwei Jahren Pandemie hat mich die letzten Monate vor allem eine Frage beschäftigt: Wann ist das alles endlich vorbei? Es belastet mich sehr, nicht zu wissen, wie sich die Covid-19-Pandemie entwickeln wird. Ich bin jetzt im 3. Trimester schwanger und habe ein Kleinkind, das in die Kita geht. Meine Stimmung schwankt zwischen Wut und Angst, denn es gibt immer noch keine Maßnahmen, die Kleinkinder schützen könnten. 

Contentwarnung: Die Artikel der Mental-Health-Woche befassen sich mit verschiedenen Aspekten mentaler Gesundheit und beinhalten mitunter auch Beispiele negativer Emotionen und ungesunder Verhaltensweisen, die bei manchen Menschen negative Reaktionen auslösen können. Bitte seid vorsichtig bei Texten, die potenziell triggernde Themen für euch enthalten.

Wichtiger Hinweis: Falls ihr selbst Depressionen oder selbstzerstörerische Gedanken habt: Ihr seid nicht allein. Holt euch bitte Hilfe. Zum Beispiel bei der Deutschen Depressionshilfe unter 0800/33 44 533 oder bei kostenlosen Beratungsstellen.

In Zeiten wie diesen wünsche ich mich deshalb weit weg. Ich sehne mich nach virtuellen Orten, an denen nichts an meine Probleme und Sorgen erinnert. An Orte, die mir dabei helfen, wieder Kraft zu tanken, und mir das ermöglichen, was in der Realität aktuell undenkbar ist: Selbstbestimmtheit und grenzenlose Freiheit. Und das bietet mir Zelda: Breath of the Wild.

Ab in die Wildnis

Überwucherte Ruinen, unberührte Wiesen, unebene, holprige Wege – Breath of the Wild versetzt mich in ein Setting, das nicht nur Gefahren und unberechenbares Wetter birgt, sondern auch schöne Landschaften, die zu Erkundungstouren einladen. Ich reite über weite Felder, auf denen Wildblumen wachsen, durchschreite Wälder, klettere hohe Felsen hinauf und stapfe durch verschneite Wege. 

Zur Autorin

Alexa Sprawe
@Zeichenblicke

Alexa hat sich schon viel mit „Breath of the Wild“ beschäftigt, unter anderem für ihre Bachelorarbeit, in der sie analysiert hat, wie das Konzept der Heldenreise in Verbindung mit der Open World funktioniert. Heute verliert sie sich gerne in Erkundungen, lässt die Natur auf sich wirken und schwelgt in Erinnerungen an vergangene Urlaubserlebnisse. „Breath of the Wild“ bietet ihr einen Ort, an dem sie wieder Kraft und Hoffnung tanken kann.

Hier habe ich die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, die Natur auf mich wirken zu lassen und dabei die Zeit zu vergessen. Meine alltäglichen Probleme haben in dieser Welt keine Bedeutung; ich versinke und verliere mich in Erkundungen und gehe den immer gleichen Handlungen nach, lausche den ruhigen Klängen des Klaviers im Hintergrund und den entspannenden Geräuschen der Natur, die sich bei Tag und Nacht verändern.

In Momenten wie diesen kann ich mich komplett im Spiel verlieren:

The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Frisches Gameplay zeigt Wettereffekte und Landschaften Video starten 1:58 The Legend of Zelda: Breath of the Wild - Frisches Gameplay zeigt Wettereffekte und Landschaften

Unerwartete Urlaubserinnerungen

Manche Situationen in BotW erinnern mich an schöne Urlaubsmomente – wie beispielsweise den abenteuerlichen Ausflug in Frankreich, den ich mit meinem Mann unternommen habe, als wir noch kein Kind hatten und Corona Jahre entfernt war: Wir sind einfach in den Bus gestiegen und anschließend einige Zeit gewandert. Irgendwann haben wir ein Naturschutzgebiet entdeckt, an dem sich ein ruhiger See befand. Dort haben wir uns niedergelassen und dem Plätschern des Wassers gelauscht. Es war ein unvergesslicher Moment der Ruhe und des Friedens.

Wenn ich in Hyrule die Süd- und Nordbucht erkunde und einen Blick von den Klippen auf das türkise Wasser werfe, werde ich an sehr ähnliche Momente an der Côte d’Azur erinnert. Zusammen mit meinem Mann bin ich viele Stunden einen Pilgerweg entlang gewandert, unter uns das faszinierende Wasser, das gegen die Felsen schlug.

In Breath of the Wild werden mir immer wieder Situationen geboten, die zum Innehalten einladen und Erinnerungen an solch positive Erlebnisse wecken. Ich denke sehr gerne daran zurück.

Der Kopf macht Urlaub

Die Erkundung der unterschiedlichen Gebiete und der Landschaften in BotW tut mir gut. Ich merke, wie ich schon nach kurzer Zeit entspanne und meine Gedanken positiver werden, weil mich das Spiel daran erinnert: Das Leben ist schön und hat viel zu bieten. Es gibt nicht nur Krankheiten, Leid und Probleme. Und es geht nicht immer nur um Corona. Ich kann stundenlang durch die Gegend streifen, ohne ein Ziel vor Augen zu haben. Die Landschaften betrachten, verschiedene Orte erkunden. 

Manchmal finde ich dabei das ein oder andere noch unentdeckte Geheimnis – und das völlig ohne Zeitdruck. Da sind keine Erwartungen, die an mich gestellt werden, keine Herausforderungen, die ich annehmen muss. Wenn ich einem Gegner begegne und in dem Augenblick keine Lust auf einen Kampf habe, kann ich mich mithilfe des Shiekah-Steins einfach wegteleportieren. Und das ist etwas, das ich in BotW so angenehm finde: Es gibt immer die Möglichkeit, einer unangenehmen, stressigen Situation aus dem Weg zu gehen. Für mich fühlt sich das an wie Urlaub, weil ich auf diese Weise abschalten kann.

Alle weiteren Artikel aus unserer Mental Health-Themenwoche gibt's in der Übersicht:

Mental gesund bleiben

Die Ausflüge in die Welt von BotW haben eine langfristige, positive Wirkung. Ich fühle mich deutlich zuversichtlicher, wenn ich die Spielwelt verlasse, und habe wieder mehr Energie, um alltäglichen Problemen begegnen zu können. Vor allem die Verknüpfung von virtuellen und realen Orten – wie die beschriebenen Urlaubserlebnisse – trägt enorm zu meinem Wohlbefinden bei. 

So gesehen verhilft mir BotW dabei, mental gesund zu bleiben. Es ist der Ausgleich, den ich in der Realität derzeit vergeblich suche. Und mittlerweile habe ich gelernt: Wenn es mir nicht gut geht, öffne ich nicht die sozialen Netzwerke, sondern starte BotW.

Eine wichtige Bitte: Da es sich bei unseren Artikeln aus der Mental Health-Woche um sensible Themen handelt, die uns beim Schreiben teilweise viel abverlangt haben, bitten wir euch an dieser Stelle ganz besonders um eine freundliche und verständnisvolle Kommentarkultur. Vielen Dank und viel Spaß beim Lesen!

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