Kingdom Rush im Test
Angestaubtes Tower Defense auf Hochglanz poliert
Immer unaufhaltsamer wird die Welle an hochklassigen Tower-Defense-Titeln, die auf den iOS-Spieler zurollt. Kingdom Rush reiht sich mit ganz vorne an der Spitze ein – trotz der nicht gerade originellen Spielidee.
Von
Michael Orth
|
Datum:
02.02.2012
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Abertausende Spiele im Appstore haben das gleiche Problem: Ihr App-Icon ist der schönste und oft genug auch aufwendigste Part vom ganzen Spiel. Dahinter versteckt sich dann echter Vollschrott, den man nicht mal umsonst spielen will.
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Die Entwickler von
Kingdom Rush
gingen den umgekehrten Weg: Ihre Tower-Defense-Interpretation besitzt ein durchgehend tolles Artwork und eine geschliffene Präsentation. Nur eben beim Icon nicht, das eher nach einem 08/15-Freeware-Titel riecht. Ein richtiger Anti-Blender, sozusagen.
Kleiner Makel: Beim Meteoritenhagel fehlt es der Touchsteuerung am letzten Quäntchen Präzision.
Hoffentlich hat dadurch niemand das Spiel links liegen lassen. Sie würden einen der besten TD-Titel im damit reich bestückten Appstore verpassen, so viel sei schon mal vorweg genommen. Die Pixel-Grafik im Fantasy-Stil ist durchwegs schön gezeichnet und bedient von der Mittelerde-ähnlichen Karte bis hin zur restlichen Optik im WarCraft-Stil die üblichen Genre-Klischees. Die Blizzard-Hommage dürfte nicht von ungefähr kommen, schließlich gehörten WarCraft und StarCraft mit ihren Abwehrschlachten zu den Urahnen des TD-Genres. Und entsprechend klassisch, um nicht zu sagen schon altmodisch gibt sich das Spielprinzip – von einer radikalen Neuinterpretation des Themas wie bei
Pflanzen gegen Zombies
oder
Anomaly: Warzone Earth
ist hier weit und breit nichts zu sehen.
Altmodisch, aber gut
Soll heißen: Wir sollen allerlei Fantasy-Gesindel davon abhalten, einen bestimmten Punkt zu erreichen. Die Bösewichte kommen brav in Wellen angerollt, tappen vorgegebene Wege entlang und machen ansonsten eher wenig. Wir stellen ihnen klassische Türme in vier Varianten in den Weg: Infanterie, Bogenschützen, Magier und Artillerie. Die Bauplätze sind dabei fest vorgegeben, mitunter sind sie über dem Level recht spärlich verteilt. Für vernichtete Feinde klingelt die Kasse, das Geld wird natürlich wieder in neue Bauten oder Upgrades gesteckt.
Die Sterne dürfen jederzeit neu auf die Upgrades verteilt werden.
Das klingt erst mal nicht besonders aufregend. Und ist es anfangs auch nicht, speziell für TD-Veteranen. Das Spielgefühl ist wohlbekannt, durch den anfangs sehr niedrigen Schwierigkeitsgrad hält sich die Aufregung in engen Grenzen. Doch noch bevor man sich gelangweilt abwenden kann, legt Kingdom Rush kontinuierlich zu. Die Entwickler haben eine ganze Latte an kleinen Details, frischen Ideen und zusätzlichen Spielelementen einfließen lassen, die alle gekonnt ineinander greifen.