The Amazing Spider-Man Mobile im Test
Im Netz der In-App-Abzocke
New York in der Hand: Die Smartphone-Spinne will in The Amazing Spider-Man eine ganze Stadt beschützen – und scheitert an Steuerung und Kamera, wie unser Test zeigt.
Von
Markus Schwerdtel
|
Datum:
11.07.2012
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Der Testkanal von GamePro
Kein Superhelden-Film ohne zugehöriges Videospiel! Galt diese Regel früher nur für »normale« Konsolen und den PC, müssen neuerdings auch Smartphones mit Filmumsetzungen bespielt werden. Allerdings machen sich Publisher nur selten die Mühe, diese Titel mit Handy-spezifischer Bedienung auszustatten oder gar Spielprinzip und Grafik an die technischen Möglichkeiten anzupassen. Dafür ist
The Amazing Spider-Man
für iOS und Android ein trauriges Beispiel.
Und gleich noch eine Warnung: Wer im App Store oder bei Google Play nach The Amazing Spider-Man sucht, findet neben dem hier getesteten Titel von Gameloft auch das Augmented-Reality-Spiel zum Film von Sony Pictures. Das ist zwar gratis, aber grottig und voller Bugs – nicht installieren!
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Appzocke in New York
The Amazing Spider-Man ist eine direkte Umsetzung der gleichnamigen Spiele für die »großen« Konsolen wie PlayStation 3 oder Xbox 360. Das heißt: Spidey schwingt sich in einem frei erkundbaren New York von Schauplatz zu Schauplatz, um diversen Bösewichten den Garaus zu machen. Abseits der Haupthandlung gibt es jede Menge Nebenmissionen, wenn der Held etwa von einem Banküberfall erfährt oder auf der Straße einen Gangster erspäht. So weit, so Open-World-Standard. Mit jedem erledigten Gegner sammelt Spider-Man Erfahrung, die sich wiederum in Fertigkeitspunkten niederschlägt. Die benutzt er, um in fünf Kategorien (Kampf, Stärke, Körper etc.) seine Fähigkeiten zu tunen. Und mit eingesammelten Spinnen kauft er sich Power-Ups, die etwa die Gesundheit regenerieren.
Vorsicht, In-App-Abzocke: Weil die Fertigkeitspunkte bzw. Spinnen im Spiel nur langsam tröpfeln, kann man sich für reales Geld welche dazu kaufen. Happige 79,99 Euro kostet das größte Paket mit 2.300 Punkten, 1,59 Euro das kleinste mit 30 Punkten. Eine Frechheit, für 30 Euro bekommt man gerade mal ein simples Nahkampf-Upgrade.
Bei Stillstand super!
Hoch über New York bewegt sich Spidey auf das nächste Ziel zu. Das im Sprung zu treffen wird allerdings schwierig. [iPad (Retina)]
Das Spiel protzt mit einer riesigen, frei erkundbaren Stadt, was ordentlich Rechenleistung erfordert. Wenn man die App zum ersten Mal startet, ist erst mal Staunen angesagt: Spider-Man steht fein texturiert auf einem Wolkenkratzer und schaut (mit guter Fernsicht) über Manhattan. Sobald er aber den ersten Sprung wagt, ist es mit der Grafikpracht selbst auf einem nagelneuen iPad vorbei: Ruckelnd schwingt er sich zwischen den Häusern hindurch, die deutlich sichtbar und viel zu spät mit (immerhin hübschen) Texturen überzogen werden.
Da hätte man zugunsten der Framerate lieber auf ein paar Autos und Fußgänger in den Straßen verzichtet. So aber sieht The Amazing Spider-Man nur so richtig super aus, wenn sich der Held gerade mal nicht bewegt – also so gut wie nie. Auf iOS-Geräten unterhalb des iPhone 4 läuft das Spiel schon mal überhaupt nicht. Lediglich Besitzer nagelneuer Android-Geräte wie dem Galaxy S3 freuen sich über einigermaßen flüssige Grafik.