The Legend of Zelda (Wii U) - Wii U
Action-Adventure  |  Release: 1. Quartal 2017  |  Publisher: Nintendo

Zelda als TV-Serie - Kolumne: Link ist kein Serienheld

Streaming-Anbieter Netflix arbeitet angeblich an einer Serienadaption von Nintendos The Legend of Zelda. Kai Schmidt erklärt, warum ein nicht spielbares Zelda seiner Meinung nach einfach nicht funktionieren kann.

Von Kai Schmidt |

Datum: 12.02.2015


Zelda als TV-Serie : Wie Zelda als TV-Serie aussehen könnte, beweisen die Leute von The Zelda Project (http://www.thezeldaproject.net/) eindrucksvoll Wie Zelda als TV-Serie aussehen könnte, beweisen die Leute von The Zelda Project (http://www.thezeldaproject.net/) eindrucksvoll

Zum Thema » Zelda für Wii U - Gameplay Das wird das nächste große Zelda » Zelda: Link Between Worlds - Test Das Handheld-Meisterwerk Wie kürzlich berichtet (The Legend of Zelda - Netflix plant angeblich TV-Umsetzung als Realfilm-Serie), arbeitet der amerikanische Streamingriese Netflix an einer TV-Serie zu The Legend of Zelda. Klar, das gab's schon in den 80er-Jahren, doch diesmal soll es kein billig produzierter Samstagmorgen-Cartoon werden, sondern eine Realserie. Netflix möchte offenbar ein familienfreundliches Game of Thrones auf die Beine stellen.

Und warum sollte man sich durch Dutzende von Fantasyromanen und Comics quälen, um eine geeignete Vorlage zu finden, wenn man dafür eine weltweit so bekannte und zugkräftige Lizenz wie Zelda ergattern kann? Angeblich arbeitet Netflix eng mit Nintendo zusammen, um die Serie dicht an der Vorlage zu halten. Doch mal ganz ehrlich: Kann das wirklich gut gehen, wenn man sich vor Augen hält, was den Reiz der Spielereihe eigentlich ausmacht?

Hier werden relativ simple Geschichten erzählt, deren Inhalt Stoff für maximal fünf TV-Folgen liefert. Die Faszination liegt im Erkunden der Spielwelt und dem Lösen von Rätseln. Der Spieler erobert nacheinander neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die er clever einsetzen muss, um die Hürden zu überwinden, die ihm in den Dungeons (und in der Oberwelt) in den Weg gestellt werden. Wie soll man das in einer Serie einigermaßen packend umsetzen?

Zelda als TV-Serie : Eine gelungene, nicht unfreiwillig komische Verfilmung der kunterbunten Zelda-Welt dürfte äußerst schwierig zu realisieren sein. Eine gelungene, nicht unfreiwillig komische Verfilmung der kunterbunten Zelda-Welt dürfte äußerst schwierig zu realisieren sein.

Düster-Fantasy statt Comicwelt?

Logisch: Um eine Zelda-Serie anschaubar zu machen, muss man sich komplett auf die Fantasythematik konzentrieren. Dem Helden dabei zuzuschauen, wie er durch Tempel hüpft und Schalterrätsel löst, wird nämlich sicher keine Einschaltquoten bringen. Doch um aus den simplen, beinahe nebensächlichen Geschichten des Zelda-Universums eine spannende Serie mit zusammenhängenden Folgen zu machen, muss man das Konzept umstricken.

Zelda als TV-Serie : Beinahe mit jeder Zelda-Fortsetzung erfindet Nintendo den Stil neu – das macht es der TV-Serie schwer, einen passenden Ansatz zu finden. Beinahe mit jeder Zelda-Fortsetzung erfindet Nintendo den Stil neu – das macht es der TV-Serie schwer, einen passenden Ansatz zu finden. Das bedeutet, im Prinzip alles über Bord zu werfen, was die Spiele spielenswert macht und die Story großzügig auszuschmücken. Ob dieses Prinzip funktionieren könnte, darf jeder anhand der ähnlich gelagerten Resident-Evil-Kinoreihe selbst entscheiden. Auch der kunterbunte Look der Vorlage wird bei einer TV-Serie sicher nicht ohne weiteres machbar sein, ohne entweder billig oder unfreiwillig komisch auszusehen.

Was wäre hier der logische Schritt? Klar: Netflix könnte sich von den düsteren Fantasywelten eines Der Herr der Ringe oder Game of Thrones inspirieren lassen. Doch passt so eine (im weitesten Sinne) geerdete Welt zu Nintendos märchenhafter Action-Adventure-Reihe? Nein, keine gute Idee, wie ich finde.

Spielmechanik kommt vor Story

Etwas Ähnliches hat Nintendo bereits in den 90er-Jahren mit der arg düster geratenen und meilenweit von der Vorlage entfernten Kinoadaption von Super Mario Bros. versucht und ist damit gehörig ins Fettnäpfchen getreten. Nintendospiele und Realverfilmungen passen einfach nicht zusammen, weil Big-Ns Spiele dankenswerterweise eben sehr darauf bedacht sind, einfach nur Spiele zu sein.

Zelda als TV-Serie : Für einen Helden hat Link erstaunlich wenig Profil. Kein Wunder, er soll ja schließlich nur das Bindeglied zum Spieler sein! Für einen Helden hat Link erstaunlich wenig Profil. Kein Wunder, er soll ja schließlich nur das Bindeglied zum Spieler sein! Das zeigt sich ja schon beim Namen des Helden: Link ist das englische Wort für Bindeglied. Die Heldenfigur in Zelda ist also nichts anderes, als die weitgehend profillose Verbindung des Spielers in die Spielwelt. Zudem gibt es in beinahe jedem Teil der Reihe eine völlig neue Inkarnation des grüngewandeten Bübchens, deren Aufgabe es ist, uns durch die für neue Spielmechaniken und Rätsel entworfene Welt zu führen.

Wie will man so eine Figur in der Verfilmung charakterisieren? Nintendo legt einfach mehr Wert auf perfekt funktionierende Spielmechaniken, statt sich wie andere Publisher darin zu verzetteln, audiovisuelle Erlebnisse zu schaffen. Eine Geschichte, die man verfilmen könnte, ist deshalb meist nur rudimentär vorhanden.

Und falls meine Argumente gegen eine Zelda-Serie noch nicht reichen, bleibt immer noch Nintendos Totschlagargument, mit dem man bis heute das Fehlen von Sprachausgabe in den Zelda-Spielen erklärt: Was, wenn der Fan sich Links Stimme (oder im Fall der TV-Verfilmung sein Aussehen) ganz anders vorgestellt hat und dann enttäuscht ist? Deshalb gilt im Zweifel: lieber bleiben lassen!

The Legend of Zelda (Wii U)
In seinem jüngsten Auftritt sieht Link anders aus, als gewohnt. Nintendo bestätigte aber, dass es sich um Link handelt.
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modulaire
#1 | 12. Feb 2015, 10:30
Sehe ich genauso. Da gibt es andere Spiele in dem Genre, die sich deutlich besser für eine Verfilmung eignen.
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Nohohon
#2 | 12. Feb 2015, 10:35
Interessant wird's, weil Nintendo doch sagt sie wissen von keiner Serie... Mal gucken...

Zitat von :
Hier werden relativ simple Geschichten erzählt, deren Inhalt Stoff für maximal fünf TV-Folgen liefert. Die Faszination liegt im Erkunden der Spielwelt und dem Lösen von Rätseln. Der Spieler erobert nacheinander neue Waffen und Ausrüstungsgegenstände, die er clever einsetzen muss, um die Hürden zu überwinden, die ihm in den Dungeons (und in der Oberwelt) in den Weg gestellt werden. Wie soll man das in einer Serie einigermaßen packend umsetzen?


Wie soll das funktionieren? So wie bei Resident Evil vielleicht? Der Film hält sich auch absolut nicht mit Rätseln auf - wieso sollte er das? Es ist ja ein anderes Medium und man kann prima eine eigene Suppe kochen und der Serie trotzdem treu bleiben. Letzteres ist bei den RE-Filmen aus meiner Sicht aber nicht gegeben, denn ich für meinen Teil nehme es ihnen sehr übel, dass sie Storyelemente total verdreht haben als das bestehende Szenario einfach nur zu nehmen und eine eigene Geschichte mit einzubauen. Vorteil Zelda: Es ist ja eh immer eine andere Inkarnation von Link und darauf aufbauend kann man sich auch eine ganz eigene Welt erschaffen...

Zudem zeigen doch mehrere Anime-Serien was man aus einer dämlichen Story machen kann. Nehmen wir mal Pokemon: Kind zieht aus um Pokemon Meister zu werden. Nicht gerade der gigantische Plot, aber es hat funktioniert.

Dass Zelda nicht in "echt" funktionieren kann sehe ich so auch nicht. Zelda ist nicht so arg Comic wie Mario und Zelda hat schon massig Stile durchlebt, anders als der Klempner. Zelda in Düster und realistisch kann funktionieren - stören wird man sich vielleicht daran, dass Link dann wohl endlich mal Poren auf der Haut und evtl. Bartschatten hat... ;) Außerdem wird doch immer geschreit, dass ein Zelda mal "echt und düster" sein soll...

Vielleicht kommt am Ende aber auch nur eine Serie raus die auf Zelda basiert und in einem Zelda-Universum spielt? Gotham zum Beispiel kommt ja auch so gesehen ohne DEN Batman aus. Möglich, dass man mehr über Hyrule erfährt - vielleicht auch die Geschichte von Impa als Aufhänger hernimmt (die dann Kakariko mit erbaut hat)...

Zitat von modulaire:
Sehe ich genauso. Da gibt es andere Spiele in dem Genre, die sich deutlich besser für eine Verfilmung eignen.


Schiffe versenken vielleicht? (schon verfilmt) Oder Tetris? (soll kommen) Okay, anderes Genre... Ich weiß... Trotzdem gibt es Wege und Mittel. Zelda ist ja für die Manga auch überarbeitet worden und funktioniert - obwohl Link hier und da auch was zu sprechen hat. Mir gefallen die Änderungen nicht und es wirkt alles sehr gehetzt, aber die teile scheinen ja gut zu laufen.
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laughin-man
#3 | 12. Feb 2015, 10:53
Schöner Artikel, aber das gleiche gilt für so ziemlich jede Videospielverfilmung. Und trotzdem gibt es wirklich gute (Steins;Gate ist eine der besten Serien der letzten Jahre) Videospielverfilmungen.

Das netflix sehr gute Eigenproduktionen machen können haben sie ja schon gezeigt.

Man muss ja auch nicht Link nur durch Dungeons begleiten, man kann ja auch die dürftige Zelda Story etwas näher beleuchten, es gibt genug Sachen aus denen man viel machen kann (Goronen, Gerud, Zoras sind alles Völker mit eigenen herkünften Geschichten usw.).
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ArchDevil
#4 | 12. Feb 2015, 10:57
Zu solchen Artikeln fällt mir nur ein: "Aus diesem Grund kann der Herr der Ringe nicht verfilmt werden"
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Nohohon
#5 | 12. Feb 2015, 11:22
Zitat von ArchDevil:
Zu solchen Artikeln fällt mir nur ein: "Aus diesem Grund kann der Herr der Ringe nicht verfilmt werden"


Aus dem Grund hätte man den Hobbit aber auch nicht auf drei Filme ausdehnen müssen... ;)

Heißt damit auch: Selbst wenn am Ende nur fünf Zelda-Folgen kommen, so ist das bei hoher Qualität besser als eine Serie (oder ein Film) der sich zu lange aufhält und in's Grab läuft. Das Problem habe ich z.B. mit sehr vielen Serien... leider.
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sickbiig
#6 | 12. Feb 2015, 11:30
Man kann ja gerne gegen Spiel Verfilmungen sein, aber dieser Artikel ist schon ziemlich albern. Angefangen dabei, dass man die Verfilmung ja zwingend 1:1 an der Serie orientieren muss mit Schalterrätsel etc... Dann wird auch noch mehrfach erwähnt, dass fast immer ihre komplett eigene Geschichte erzählen und sich die Spielwelt immer anders zeigt. Und warum genau kann es dann keine neue Inkarnation im filmischer Form geben, die mal mehr wert auf die Story legt (was den Spielen übrigens nicht unbedingt schaden würde). Das größte Problem, wenn man sich strikt an die Spiele hält, wäre übrigens, dass link die meiste Zeit in den Spielen alleine ist (mal von Feen abgesehen :D), weil dann diese Ebene zwischen den einzelnen Charakteren fast komplett fehlt, und davon leben die ganz großen Serien nunmal ;)
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streetdancer
#7 | 12. Feb 2015, 11:36
Ich glaube das könnte episch werden. Das Zelda Universum gibt viel her. Auch wenn die aufgeführten Punkte stimmen. Das muss ja nicht 1:1 in die Serie übernommen werden. Die Zelda Story kann man schon gut ausschmücken. Link könnte auch stumm sein. Das wäre auch sowas wie ein Novum. Damit müsste man auch Link nicht sprechen lassen, wobei ich es nicht schlimm finde, wenn Link plötzlich spricht. Auch stelle ich mir Zelda in düster sehr gut vor. Majoras Mask oder Twiglight Princess sind auch sehr düster für so ein buntes Game. Ich denke man kann einiges daraus machen, daß müsste aber durch sehr hohe Prodktionskosten sichergestellt werden. Wo ich dann aber denke, ein Film würde mehr Sinn machen. Mal sehen OB und was da auf uns zukommt.
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Swizzy
#8 | 12. Feb 2015, 11:52
So neu ist das doch gar nicht. Was ist zb. mit der "A Link to the Past" TV Werbung von 1992, dort sah man Link auch schon in real.
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Nohohon
#9 | 12. Feb 2015, 12:01
Zitat von Swizzy:
So neu ist das doch gar nicht. Was ist zb. mit der "A Link to the Past" TV Werbung von 1992, dort sah man Link auch schon in real.


Und es war eine Frau, soweit ich weiß... Und diverse Cosplayer nicht vergessen, wobei die meisten auch weiblich sind. Aber so ne Tanz-Choreographie kann man jetzt auch nicht mit einer 30 - 45 Minuten-Folge vergleichen und wenn wir Erbsen zählen wollen: Link war da schon sehr japanisch und so sieht er auf keinem Artwork bisher aus. :P
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InsertName0815
#10 | 12. Feb 2015, 12:23
Prinzipiell lässt sich alles adaptieren, solange man die künstlerische Freiheit hat, vom Quellmaterial abzuweichen. Das eigentliche Problem ergibt sich doch aus der Gratwanderung zwischen Veränderung auf der einen Seite und der Treue zum ursprünglichen Material auf der anderen Seite. Und hier wird es immer die Fans der ersten Stunde geben, die gewisse Veränderungen einfach nicht gutheißen können. Das ist völlig normal und auch verständlich. Abwarten - Tee trinken.
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Plattformen: Wii U
Genre Action
Untergenre: Action-Adventure
Release D: 1. Quartal 2017
Publisher: Nintendo
Entwickler: -
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