Batman: Arkham City - PlayStation 3
Action-Adventure  |  Release: 21. Oktober 2011  |  Publisher: Warner Bros.  |  auch für: PlayStation 4 Xbox One Xbox 360 Wii U PC
Seite 1 2 3 4  

Fazit

Wertung

Batman: Arkham City Test Der Triumph des Dunklen Ritters

Als einsame Fledermaus gegen eine Stadt voller Verbrecher: Ist Batmans zweiter Konsoleneinsatz das beste Superheldenspiel aller Zeiten? Erfahrt es im Test für Xbox 360 und PlayStation 3.

Von Kai Schmidt |

Datum: 14.10.2011


Batman: Arkham City : Der abgeriegelte Stadtteil Arkham City ist ein Supergefängnis für Superschurken. Der abgeriegelte Stadtteil Arkham City ist ein Supergefängnis für Superschurken. Arkham City -- das ist ein abgeriegelter Stadtteil Gothams, in den man sämtliche Psychopathen gesteckt hat, die nicht bei drei auf den Bäumen waren. Nein, damit ist nicht nur der durchschnittliche Feld-, Wald- und Wiesen-Psychopath gemeint, wie man ihn in jeder amerikanischen U-Bahn-Station oder finsteren Seitengassen findet. Wir reden hier von fiesen Zeitgenossen wie dem Joker, Two-Face, Mr. Freeze, dem Pinguin, dem Riddler und sogar dem muskebepackten Genie Bane. Batman-Fans ahnen bereits, dass eine solche Ansammlung von Superschurken nicht gut sein kann für die Grundstückspreise in Arkham City. Und natürlich geht in dem Supergefängnis ganz schnell alles den Bach runter: Die Insassen schließen sich zu Banden zusammen, deren Köpfe die rivalisierenden Verbrecherbosse Joker, Two-Face und Pinguin sind. Noch bevor jemand »Feuer« rufen kann, steht das erste Gebäude in Flammen. Rauchsäulen steigen in den klaren Sternenhimmel. Die ohnehin schon heruntergekommene Altstadt von Gotham City wird zum Kriegsgebiet. Und mittendrin stecken wir als Milliardär und Playboy. Von Anstaltsleiter Hugo Strange gekidnappt und den Löwen zum Fraß vorgeworfen. In trügerischer Sicherheit blicken wir vom Dach des Ace Chemicals Fabrikgebäudes auf den Sündenpfuhl, den die Politiker aus dem alten Gotham gemacht haben.

Nein, Arkham City ist kein schöner Anblick. Maskierte Schlägertypen patrouillieren durch die von vereinzelten Straßenlaternen in gespenstisches Licht getauchten Strassen, ausgebrannte Autowracks versperren die Fahrbahnen. Über allem hängt ein grauer Schleier aus Schneeflocken und Smog, immer wieder durchbrochen von roten und grünen Neonreklamen. Ein Teil der Stadt ist überflutet, eingestürzte Highwaybrücken und meterhoch gurgelndes Meerwasser über den Bürgersteigen machen ein Durchkommen zu Fuß unmöglich. Man könnte fast meinen, sich in einer postapokalyptischen Welt zu befinden, doch der nicht gerade für seine subtile Ader bekannte Joker macht diesen Eindruck recht schnell wieder zunichte. Im Osten erkennt man ganz klar das Gebiet des Jokers -- kein anderer Gangster wäre so durchgeknallt, seine Zentrale mit Festbeleuchtung und gigantischen Clownsköpfen auszuschmücken!

Batman: Arkham City

Der Dunkle Ritter

Batman: Arkham City : Batmans Seilwinde hat ein Upgrade bekommen: Ab sofort kann man abrupt die Richtung wechseln. Batmans Seilwinde hat ein Upgrade bekommen: Ab sofort kann man abrupt die Richtung wechseln. Im Hintergrund blitzt und blinkt das nächtliche Gotham der Reichen und Schönen mit seinen Wolkenkratzern und belebten Straßen. Es scheint, als würde uns die Glitzermetropole über die dicken, mit Stacheldraht bepflanzten Gefängnismauern hinweg verhöhnen: »Hey, du Geldsack, das hast du davon, dein Leben dem Kampf gegen das Unrecht zu widmen. Du steckst bis zum Hals im Dreck, sieh zu, wie du dich da wieder herausmanövrierst!«

Wie passend: Arkham City ist kein Ort für einen reichen Playboy aus der Glitzerwelt, sondern ein Ort für den dunklen Jäger, dessen Name allen Verbrechern Gothams kalte Schauer den Rücken hinunterlaufen lässt. Die grauen Häuserfassaden sind furchteinflößend: Die unbeleuchteten Fenster wirken wie leere Augenhöhlen und verbreiten eine unangenehme Atmosphäre von Tod und Verderben. Gänsehaut kriecht prickelnd unseren Körper hinauf, die Vorfreude auf die Jagd. Als wir die Metamorphose vom Mensch zum Symbol einleiten und die charakteristische Maske mit den spitzen Ohren aufsetzen, wird der schwächliche Bruce Wayne ausradiert und von seinem gnadenlosen Alter Ego ersetzt. Wir werden zum Dunklen Ritter, der am Grab seiner Eltern schwor, dem Verbrechen Einhalt zu gebieten. Und hier ist genau der richtige Ort, diesen Schwur in die Tat umzusetzen.

Batman: Arkham City : Die Kringel über dem Kopf bedeuten: Vorsicht, hier will jemand angreifen! Die Kringel über dem Kopf bedeuten: Vorsicht, hier will jemand angreifen! Arkham City ist ein Geschwür, die fehlgeleitete Idee eines kranken Hirns, die nun in den Händen eines noch gefährlicheren Geistes liegt: Professor Hugo Strange. Er weiß über Batmans Doppelidentität Bescheid. Weiß, dass es keine gute Idee ist, ihn in dieses Loch zu sperren. Und trotzdem tut er es. Warum? Es ist an der Zeit, herauszufinden, welches Ziel Strange verfolgt. Mit Anlauf stürzen wir uns vom Dach des Industriegebäudes. Kurz flattert der dunkle Umhang im Nachtwind, wir stürzen durch die Luft. Doch innerhalb von Sekundenbruchteilen spannt sich der Stoff, und nach einem sanften Ruck gleiten wir zum mitreißenden Soundtrack, der sich stark an Hans Zimmers Kompositionen für Christopher Nolans Kinotrilogie anlehnt, kontrolliert über die Straßenschluchten von Arkham City. Mach dich bereit, Abschaum -- hier kommt Batman!

Furchterregende Schurken

Batman: Arkham City : Der Joker und Harley Quinn werden zum Dreh- und Angelpunkt von Batmans Einsatz im Superknast. Der Joker und Harley Quinn werden zum Dreh- und Angelpunkt von Batmans Einsatz im Superknast. Schon diese ersten Minuten von Batman: Arkham Citymachen klar, dass der Kampf gegen Two-Face, Pinguin und Joker keinesfalls ein Kindergeburtstag wird. Die Atmosphäre ist düsterer und hoffnungsloser als beim gefeierten Kino-Batman »The Dark Knight«. Und während man sich das erste Mal vom Dach in die Tiefe stürzt, all das Unheil vor Augen, das hier zusammengepfercht unter ständiger Überwachung lebt, denkt man, man wisse, worauf man sich einlässt: Ein weiteres Comic-Lizenz-Spiel -- zwar ungewohnt düster, aber eben doch »nur« ein Superheldenspiel. Falsch gedacht! Batman: Arkham City ist weit mehr als das. Sicher, alle Figuren tauchen in den DC-Comics auf. Doch habt ihr die vertrauten Gesichter garantiert noch nie so erlebt, wie Warner Bros. und Entwickler Rocksteady sie in diesem Meisterwerk inszenieren -- auch wenn ihr den Vorgänger Batman: Arkham Asylumbereits gespielt habt, an dessen Ende die Fortsetzung anknüpft. Autor Paul Dini darf sich hier so richtig austoben und führt die im ersten Teil eingeschlagene Gangart konsequent weiter: Nie war der Joker so böse und durchtrieben, nie hat man den Pinguin als solch einen kaltblütigen Gangsterboss erlebt. Hier wird der comichaft-lächerliche Zwerg mit Zylinder, spitzer Nase und Monokel plötzlich zu einem dreckigen, furchteinflößenden Bösewicht, über dessen vernarbtem linkem Auge der splittrige Boden einer Glasflasche sitzt.

Batman: Arkham City : Mit Ex-Staatsanwalt Two-Face habt ihr es vor allem in den Catwoman-Episoden zu tun. Mit Ex-Staatsanwalt Two-Face habt ihr es vor allem in den Catwoman-Episoden zu tun. Hut ab übrigens vor den tollen Zwischensequenzen: Die strotzen vor Dynamik und Details. Wer genau hinsieht, erkennt sogar animierte Zungenbewegungen, wenn die Figuren zum Sprechen den Mund öffnen. Die Mimik der Charaktere ist allerdings etwas steif und könnte durchaus eine Spur besser sein. Spätestens wenn man im ersten Bosskampf auf Solomon Grundy trifft, verneigt man sich im Geiste vor Dinis schreiberischem Geschick, das schon für die Comic-Vorlage ziemlich weit hergeholte, untote Monstrum tatsächlich glaubwürdig in die Pseudo-Realität des Videospiel-Universums zu verpflanzen. Tretet ihr dem bulligen Riesen entgegen, schrumpft der hünenhafte Batman zum Umhang tragenden Zwerg -- wie soll man den übermächtigen Grundy bloß in die Knie zwingen? Kombinationsgabe und Verstand sind zwei Dinge, die im Spiel immer wieder gefordert werden: Welches Gadget brauche ich, um in der Umwelt einen Effekt zu erzeugen, der meinen Gegner schwächen könnte? Wie bewege ich mich am besten durch die Arena, um nicht erwischt zu werden? Welche Objekte kann ich zu meinem Vorteil nutzen? Genau das macht den Charakter des auch als »Mitternachtsdetektiv« bekannten Helden aus und zieht den Spieler richtig in die Rolle hinein: Ihr werdet zu Batman!

Sagt uns eure Meinung (» alle Kommentare)
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten!
» Zum Login

Noch nicht in der GamePro-Community angemeldet?
» Zur kostenlosen Anmeldung
Erster Beitrag  |  » Neuester Beitrag
1
Avatar
Nelphi
#1 | 12. Nov 2011, 23:09
Hä, spinn ich, hier waren doch mal massig Kommentare! Wo sind die hingeflogen???

Habe den Test grad nochmal lesen wollen, und da fehlen mir nun all die KOmmentare!!!???
rate (0)  |  rate (0)
Avatar

#2 | 31. Dez 2011, 17:20
@gamepro

Ich hab das Spiel jetzt zu 40% durch und muss jetzt mal meinen Senf dazu geben.

95%? positiv = alles, negativ = null???
Bei allem Respekt, habt ihr das Spiel überhaupt gespielt?

Das Spiel hat sehr wohl negative Aspekte:

1. Die Kämpfe sind sehr langatmig, ermüdent und die Gegner teilweise gerade zu lächerlich robust. Wenn ich mit dem Flattermann mit gefühlten 150 km/h einen Gegner angreife und der Kerl sofort wieder aufsteht und sich weiter prügeln will (sein Kopf wäre nur noch Matsch) kann ich eigentlich nur den Kopf schütteln.

Überhaupt, wenn man keine Finish-moves startet gehen die Prügeleien eeendlos lange. Am Anfang fand ich das ja noch lustig aber so nach 12h ists einfach nur noch öde.

2. Die Riddler Rätsel. Die sind sehr unausgewogen. Manche sind echt knackig und erfordern tatsächlich Köpfchen. cool. Doch viele stehen einfach nur lieblos in der Gegend rum und können mittels Greifhaken abgefangen werden - sinnfrei. Andere wiederum sind nur mit Timeing zu holen. Mir zu hektisch - Geschmacksache.
Die Geiselbefreiungen in den Riddler Räumen sind gerade zu beleidigent banal. Stehe auf Druckschalter A um mit dem Batering Schalter B zu betätigen - Glückwunsch! - Lächerlich.

Der letzte mich störende Punkt ist die TEILWEISE vermurkste Steuerung. In Arkham City hats viiiel zu viele Greifpunkte. Zu oft "ver"schwingt man sich und tut das was man eben vermeiden wollte. Wenn man vesehentlich auf einem Geländer landet kann es eine halbe Ewigkeit dauern bis man auf dem eigentlich "angepeilten" Boden landet. Wertvolle Sekunden in der sich Batman seelnruhig erschiessen lässt.
Das gleiche beim schleichen. Manchmal kann man aus 10 Metern Entfernung einen zackigen Schleich/Verhöhrangriff starten und manchmal will das Schleichangriff Symbol einfach nicht erscheinen wenn Bat's Nase des Gegners Hintern schon fast berührt - dynamisch ist anders.

Arkam City ist übrigens ganz überschaubar. Riesig ist anders. Das könnte allerdings auch daran liegen das ich vorher Skyrim gespielt habe... :D LOL. OK das ist ein unfairer vergleich.

Versteht mich nicht falsch, das neue Batman ist ein super Spiel, verdient aber sicher keine uneingeschränkte Kaufempfehlung. Das verdient glaub ich kein Spiel. So was gibt es nicht.
Besonders die Inszinierung ist fantastisch! Über Grafik, Sound und Synchro brauch ich nix zu sagen, erstklassig!

Trotzdem find ich einen Testbericht von Profis (das seit ihr doch oder?) der ausschliesslich alles mit der rosa Brille sieht extrem unprofessionel! Ein bisschen Mut zur Kritik würde euch nicht schaden. Ich werde das Gefühl nicht los, dass ihr euch nicht traut solche Blockbuster überhaupt zu kritisieren. Im Gegensatz zu Indy Titeln wie Limbo, Braid, Bastion usw. Dort scheint ihr euch nicht zu scheuen mit harter Kritik und Prozent Abzügen für jeden Fehler. Schade, aber für mich war das Grund genug euer Abo zu künden. :/
rate (1)  |  rate (4)
Avatar

#3 | 12. Mär 2012, 14:18
Kleine Frage: Ich habe das Spiel jetzt bereits 4 Mal durchgespielt...Ist es seltsam, dass es mir immer noch soooo viel Spaß macht, dass ich demnächst wohl den 5ten Durchgang starte?^^

Klar, das Spiel ist nicht perfekt, aber das Spiel, dass das Adejektiv "perfekt" verdient, muss erst noch entwickelt werden...Was mich an Batman: Arkham City am meisten stört, ist die Tatsache, dass das Spiel irgendwann vorbei ist xD
rate (1)  |  rate (0)
Avatar
Mentor
#4 | 08. Mai 2012, 18:57
- Zwangsinstallation (PlayStation 3)
Warum ist das ein Kritikpunkt? Die Installation dauert 2 Minuten.

Ansonsten ein Top Game und die Wertung ist völlig verdient (95%).
rate (0)  |  rate (0)
Avatar
Clapton
#5 | 30. Mär 2013, 20:56
Zitat von Mentor:
- Zwangsinstallation (PlayStation 3)
Warum ist das ein Kritikpunkt? Die Installation dauert 2 Minuten.

Ansonsten ein Top Game und die Wertung ist völlig verdient (95%).


Und es schont auch noch das Laufwerk, mich nervt es eher, dass ich auf der PS3 nicht alle Spiele installieren kann.
rate (0)  |  rate (0)
1

Details zu Batman: Arkham City - PlayStation 3

Cover zu Batman: Arkham City - PlayStation 3
Plattformen: PS3 PlayStation 4 Xbox One Xbox 360 Wii U PC
Genre Action
Untergenre: Action-Adventure
Release D: 21. Oktober 2011
Publisher: Warner Bros.
Entwickler: Rocksteady Studios
Webseite: http://arkhamhasmoved.com/de/
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
Spiel empfehlen:
Batman: Arkham City ab 7,99 € im Preisvergleich  Batman: Arkham City ab 7,99 € im Preisvergleich  |  Batman: Arkham City ab 5,32 € bei Amazon.de  Batman: Arkham City ab 5,32 € bei Amazon.de
 
Werde Fan von GamePro auf Facebook GamePro auf Twitter folgen Alle RSS-Feeds von GamePro.de Jetzt GamePro-Newsletter bestellen
GameStar GmbHGameStar GmbH - alle Rechte vorbehalten GAMEPRO MEDIA