Beyond: Two Souls - PlayStation 3
Adventure  |  Release: 08. Oktober 2013  |  Publisher: Sony Computer Entertainment  |  auch für: PlayStation 4
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Fazit

Beyond: Two Souls Preview Durchschaubare Zaubershow

Wir haben die ersten neun Kapitel von Beyond: Two Souls gespielt und sind vorsichtig optimistisch. Zwar ist das Spiel stellenweise unlogisch und täuscht Interaktivität manchmal nur vor, doch Inszenierung, verbesserte Steuerung und technische Brillanz überzeugen.

Von André Peschke |

Datum: 22.09.2013


Zum Thema » Angespielt-Video zu Beyond Wir haben die ersten 9 Kapitel gespielt » Alle Videos zu Beyond Trailer, Making-Ofs, Gameplay Kinder machen ja allen möglichen lustigen Kram: Sie stapeln Sofakissen und behaupten, es sei eine Burg. Sie malen die Katze weiß an und behaupten, sie sei ein Schaf. Sie erwürgen beinahe das Nachbarskind und behaupten, das wäre ihr unsichtbarer Freund gewesen. Moment, Letzteres machen normale Kinder nicht? Lustig ist es auch nicht? Dann werden wir Beyond: Two Souls wohl nicht so schnell im Regal für Elternratgeber wiederfinden.

Dabei könnten die Eltern von Jodie Holmes gute Ratschläge dringend gebrauchen. Das kleine Mädchen behauptet nicht nur, sie habe einen unsichtbaren Freund: Sie hat einen. Seit ihrer Geburt ist Jodie mit einer unsichtbaren Kreatur namens Aiden verbunden. Woher Aiden kommt, wie das passieren konnte - keiner weiß es. Fest steht: Ihr ständiger Begleiter hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, undsobald jemand Jodie auch nur zu fest die Hand schüttelt, wird für Personenschäden in ihrer Nähe nicht mehr gehaftet.

Da dieGrundschulen in der Umgebung offenbar das Mitbringen von Haustieren sogar dann nicht tolerieren, wenn sie unsichtbar sind, wenden sich die Eltern an den Wissenschaftler Nathan Dawkins, der im Auftrag der Regierung übernatürliche Phänomene studiert. Unter seiner Anleitung lernt Jodie ihren ätherischen Sidekick besser unter Kontrolle zu halten, schreibt sich beim FBI ein und?… an dieser Stelle brechen wir mal ab. Denn Beyond: Two Souls ist wie Geisterbahn fah-ren: Je weniger man vorab weiß, was einen erwartet, desto besser. Auch deshalb, weil es erneut so wenig Spiel ist.

Interaktiver Film

Ähnlich wie Heavy Rain lässt sich ebensoBeyondmehr als interaktiver Film begreifen, als eine Geschichte zum mitmachen und manchmal auch Mitentscheiden. Viele vertraute Elemente des Quasi-Vorgängers tauchen in einer optimierten Form wieder auf. In den Action-szenen des Spiels wird diesmal völlig auf eingeblendete Tastenkombinationen verzichtet. Stattdessen verlangsamt sich für wenigeSekunden die Zeit und der Spieler muss mit dem Analogstick Jodies Bewegungsrichtung folgen.

Sieht man Jodie beispielsweise einen Tritt von rechts nach links ausführen, heißt es: Stick nach links. Je nach Kameraperspektive ist das in seltenen Fällen nicht ganz eindeutig, doch im Großen und Ganzen fällt die Steuerung dadurch erheblich intuitiver aus und kommt vor allem ohne störende Button-Anzeigen. Großer Fortschritt, gutes Design!

Beyond: Two Souls : Schlägt Jodie in dieser Szene zurück, müsste man den Analogstick nach rechts bewegen, damit sie Erfolg hat. Schlägt Jodie in dieser Szene zurück, müsste man den Analogstick nach rechts bewegen, damit sie Erfolg hat. In den ruhigeren Momenten des Spiels wandert man mit einer freisteuerbaren Jodie durch überschaubare Szenen. Stellen, die mit einem weißen Punkt markiert sind, laden zur Interaktion mit der Umgebung ein. Dazu zählen völlig banale Manöver, wie sich vor den Fernseher zu setzen, aber eben auch wichtige Aktionen wie dieFlucht vor nahenden Polizeikräften. Ab und zu setzt uns das Spiel auch in diesen Szenen unter Zeitdruck, was aber nur bedeutet: Wenn wir nicht rechtzeitig eine Entscheidung treffen, läuft die Handlung eben weiter, wie es ihr gefällt. Einen Game-over-Bildschirm bekommt man in Beyond nicht zu sehen.

Als Spiel schwer ernst zu nehmen

Genau diese Eigenart machte es so manchem Käufer schon bei Heavy Rain sehr schwer, den Titel als Spiel ernst zu nehmen. David Cage und sein Team haben das klassische Schema von Herausforderung und Scheitern fast völlig aus ihrem Werk eliminiert. In den selbstablaufenden Actionsequenzen kann man den Controller auch einfach aus der Hand legen. Was sich ändert, ist nur der Handlungsverlauf. Unter Desinteresse oder mangelnden Reflexen des Spielers hat erst mal nur Jodie zu leiden, aber nie er selbst. Mitunter passiert auch einfach in jedem Fall das Gleiche, egal ob man nun brav das Gamepad bedient oder nicht.

Beyond: Two Souls : Schöne Actionsequenzen entschädigen für fehlende spielerische Herausforderung. Schöne Actionsequenzen entschädigen für fehlende spielerische Herausforderung.

Das macht Beyond eigentlich zu einem sehr interessanten Spiel. Eines, an das man mit einer anderen Geisteshaltung herantreten muss als an gewöhnliche Titel. Ein Spiel, in dem es nicht um Geschicklichkeit und Reflexe geht, sondern darum, mitzubestimmen, wie's nun weitergeht. Leider gelingt es Beyond aber dem vorläufigen Eindruck nach nicht oft, dieses faszinierende Konzept umzusetzen. Tatsächlich gewinnt man in den neun Abschnitten der Preview-Fassung mehr als bei Heavy Rain den Eindruck, dass Quantic Dream dem Instinkt des Spielers entgegenkommt, das Spiel gewinnen zu wollen.

Wer an den recht einfachen Quicktime-Events scheitert, erlebt zwar ebenfalls einen interessanten Handlungsverlauf, aber wer Erfolg hat, scheint die »ideale« Geschichte serviert zu bekommen. Zumindest in den uns bisher zugänglichen Teilen von Beyond führte unser Scheitern meist dazu, dass Szenen früher zu Ende gingen oder sogar sehr interessante Passagen übersprungen wurden.

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X_MCX_X
#1 | 22. Sep 2013, 13:12
"Tatsächlich gewinnt man in den neun Abschnitten der Preview-Fassung mehr als bei Heavy Rain den Eindruck, dass Quantic Dream dem Instinkt des Spielers entgegenkommt, das Spiel gewinnen zu wollen."
Macht Sinn, wenn man bedenkt, dass David Cage vor kurzem gesagt hat, und ich zitiere: "Game Overs are a failure of the game designer."
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X1K
#2 | 22. Sep 2013, 20:18
Die Story muss auf jeden Fall einiges heraus reißen. Habe das Spiel auf der Gamescom angezockt und es war schrecklich zu spielen, steuerungstechnisch.
Es ging einfach immer weiter, egal ob ich nun was gedrückt habe oder nicht. Manchmal waren auch die angezeigten Aktionen unlogisch und schlecht auszuführen.
Ich mag zwar sehr gerne Story getriebene Spiele, aber das war einfach zu wenig Spiel für meinen Geschmack.
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Taki
#3 | 23. Sep 2013, 08:43
Werte Redaktion, seht Euch das mal unbedingt an:
www.dasdass.de
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madjonfan
#4 | 23. Sep 2013, 10:35
Sehr schade, dass hier die Begeisterung fehlt, die jede Videospielredaktion packt sobald ein GTA oder COD in der Konsole steckt. Da werden auf einmal sämtliche Schwächen als "das ist das beste, was man mit den Mitteln auf die Beine stellen kann" gutgeheissen und damit sind die höchsten Regionen der Bewertungsskala sicher.

Für mich zählen Fahrenheit und Heavy Rain zu den besten Titeln die ich je gezockt habe. Seit PS2 Zeiten gibt es keine anderen Titel, mit denen ich mich vergleichbar lange und begeistert befasst habe...

Wer hier "fehlenden Tiefgang" unterstellt und daraufhin eine niedrigere Bewertung vergibt sollte sein komplettes Bewertungssystem dahingehend anpassen und auch andere Spiele daran messen.

Vielleicht bin ich einfach dumm genug, mich auf die durchschaubare Logik und den mangelnden Tiefgang von Quantic Dream einzulassen und deshalb einfach nicht intelligent genug um die Spiele der 90%er Regionen zu verstehen.
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Master Chief 1978
#5 | 23. Sep 2013, 11:48
Naja ich finde man sollte diese Art von Spielen einfach als Weiterentwicklung der klassischen Point & Klick Adventures sehen. Ich denke das wird ihm am ehesten Gerecht.

Fahrenheit fand ich wirklich klasse damals, Heavy Rain ist auch toll fand ich aber schlechter als Fahrenheit weil mir der Plot da besser gefallen hat. Aber es stimmt schon, ein wenig mehr "Spiel" wäre schon nicht so verkehrt.
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Andre Peschke
#6 | 23. Sep 2013, 13:16
Zitat von madjonfan:
Sehr schade, dass hier die Begeisterung fehlt, die jede Videospielredaktion packt sobald ein GTA oder COD in der Konsole steckt.
[...]

Wer hier "fehlenden Tiefgang" unterstellt und daraufhin eine niedrigere Bewertung vergibt sollte sein komplettes Bewertungssystem dahingehend anpassen und auch andere Spiele daran messen.


Ich verstehe deinen Einwand, aber man kann eben nicht jedes Spiel nach den gleichen Maßstäben bewerten. Wenn die Story in "Need for Speed" kompletter Müll ist, muss man das natürlich erwähnen, aber ich denke die überwiegende Mehrzahl der Leser würde fordern, dass man diesem Kritikpunkt kein übermäßiges Gewicht beimisst.

Im Falle von "Beyond" und "Heavy Rain" hingegen, ist der Spielinhalt extrem trivial. Ich finde das völlig legitim und sogar einen extrem faszinierenden Ansatz, um interaktive Geschichten zu erzählen. Umgekehrt muss man dann aber an Handlung und Inszenierung der Geschichte strengere Maßstäbe anlegen. Wer im Grunde einen Film zum mitmachen entwickelt, muss sich gefallen lassen, dass seine Geschichte mit der Qualität der besseren Filme verglichen wird und eben nicht ein mildes "naja, für ein Spiel in diesem Genre..."-Denken erfolgt.

So zumindest meine Sicht der Dinge. Das bedeutet ja aber nicht, dass man nicht trotzdem viel Spaß mit "Beyond" & Co. haben kann. Mein Job ist ja in erster Linie, euch mit Informationen und Gesichtspunkten zu versorgen. Auf deren Basis kann dann jeder entscheiden, ob die genannten Punkte für ihn relevant sind oder nicht - und wir können am Ende über unsere Standpunkte diskutieren (was ja auch ein cooler Teil vom Spielen ist ;)).

Andre
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Nohohon
#7 | 23. Sep 2013, 16:39
Das Teil ist irgendwie bei mir wie Watchdogs. Ein großes "HÄH?". Tut mir sorry, aber es wirkt so uninteressant, weil wichtige Infos irgendwie Fehlen und man sich eher mit diversem Blabla beweihräuchert.
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Index
#8 | 23. Sep 2013, 16:43
Da bin ich ja mal echt gespannt was das Endprodukt zu bieten hat.

Es schaut auf jeden Fall sehr geil aus.Spricht mich inhaltlich auch sehr an.
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MileenA2001
#9 | 24. Sep 2013, 12:27
absolut uninteressant. werd ich mir ( wie die anderen titel von denen) nicht kaufen. ich will zocken und keinen verdammten film schauen.gut das es gta gibt.

aus dem fazit liest man doch schon so ne kleine ernüchterung raus...
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paulDS
#10 | 24. Sep 2013, 15:59
Ich verstehe die Posts hier nicht. Wenn man vorher schon Heavy Rain gespielt hat, dürfte man doch wissen, was man von Beyond zu erwarten hat.
Und da ich schon HR genial fand, ist Beyond Pflicht.
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Details zu Beyond: Two Souls - PlayStation 3

Cover zu Beyond: Two Souls - PlayStation 3
Plattformen: PS3 PlayStation 4
Genre Adventure
Untergenre: -
Release D: 08. Oktober 2013
Publisher: Sony Computer Entertainment
Entwickler: Quantic Dream
Webseite: http://beyondps3.com/
USK: Freigegeben ab 16 Jahren
Spiele-Logo: Download
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