F1 2012 - PlayStation 3
Rennspiel  |  Release: 21. September 2012  |  Publisher: Codemasters  |  auch für: Xbox 360 PC
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Fazit

Wertung

F1 2012 Test Kalte Dusche ohne Champagner

Auch ein gutes Rennspiel kann enttäuschen: Statt sich in F1 2012 aufs Wesentliche zu konzentrieren, kümmert sich Codemasters lieber um Irrelevantes und stellt so weder Gelegenheitsraser noch Simulationspuristen wirklich zufrieden.

Von Heiko Klinge |

Datum: 20.09.2012


Zum Thema » F1 2011 im Test So gut war der Vorgänger F1 2012 ab 4,99 € bei Amazon.de Ein altes deutsches Sprichwort sagt: »Allen Leuten Recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.« Einerseits möchte Codemasters mit F1 2012ein authentisches Formel-1-Erlebnis liefern, andererseits sollen aber auch Gelegenheitsraser die Faszination der Motorsport-Königsklasse nachvollziehen können. Sowohl F1 2010als auch F1 2011haben diesen schwierigen Drahtseilakt gut hinbekommen, auch wenn Simulationspuristen ob der nicht ganz schraubengenauen Fahrphysik ein wenig die Nase rümpften.

Dass sich Letzteres auch mit F1 2012 nicht grundlegend ändert, war zu erwarten. Dass jedoch Codemasters in dieser Saison trotz oder gerade wegen vieler Neuerungen ausgerechnet den guten alten Drahtseilakt sträflich vernachlässigt und entsprechend wertungstechnisch auf die Nase fällt, dürfte sowohl Gelegenheitsraser als auch Simulationspuristen negativ überraschen.

F1 2012 - Screenshots aus der Xbox-Version
Beim Nachtrennen in Singapur muss man vor allem auf die scharfen Kurven aufpassen - Unfallgefahr!

Tutorial für Schimpansen

Dabei beginnt F1 2012 durchaus verheißungsvoll: Wir suchen uns ein Spitzenteam wie Ferrari, McLaren oder Red Bull aus, für das wir den so genannten »Young Driver Test« absolvieren wollen – eine Art Talentschmiede für künftige Formel-1-Fahrer, die es auch in der Realität gibt.

F1 2012 : Fahrtraining für Schimpansen: Der neue Young Driver Test ist anspruchslos, langweilig und beschäftigt uns gerade mal 20 Minuten. Fahrtraining für Schimpansen: Der neue Young Driver Test ist anspruchslos, langweilig und beschäftigt uns gerade mal 20 Minuten. Wir erwarten: fordernde Fahrprüfungen, Verhaltensstrategien für besondere Rennsituation wie Wetterwechsel oder fliegende Starts, Einweisungen in die wichtigsten Regeln, einen abschließenden Test und – bei besonders gutem Abschneiden – natürlich ein Cockpit bei unserem Lieblingsteam.

Wir bekommen: ein ultrakurzes strunzödes Simpel-Tutorial, das uns in gerade mal acht Lektionen und drei Videos unter anderem zeigt, wie wir Gas- und Bremspedal bedienen (!) oder Kurven richtig nehmen. Nach der Abschlussprüfung (eine ganze Runde fahren, wow!) landen wir kommentar- und teamlos im Hauptmenü. Das ist kein »Young Driver Test«, sondern ein »Idiotentest« – zumindest für passionierte Rennspieler.

Saisonmodus? Gestrichen!

Nun gut, wenn wir kein Spitzenteam-Cockpit bekommen, dann nehmen wir uns eben eins. Dafür gab’s im Vorgänger schließlich den frei konfigurierbaren Grand-Prix-Modus, in dem wir uns mit unserem Wunschteam unsere Wunschsaison mit Wunschregeln zusammenbasteln konnten. In F1 2012 wird dies jedoch nur ein Wunsch bleiben, denn Codemasters hat den Grand-Prix-Modus ersatzlos gestrichen! Lediglich in Einzelrennen bleibt uns noch die freie Team- und Streckenwahl.

Zwei neue Spielmodi sollen diesen Verlust kompensieren: In der Season Challenge absolvieren wir eine verkürzte Saison mit zehn Rennen á fünf Runden. Dabei starten wir in einem schwachen Team wie Marussia oder Torro Rosso, können uns jedoch in einen besseren Rennstall hocharbeiten, wenn wir einen seiner Fahrer in zwei von drei Rennen schlagen.

F1 2012 : In F1 2011 konnten wir uns unsere Wunschsaison mit Wunschstrecken, Wunschregeln und Wunschauto zusammenbasteln. In F1 2012 dürfen wir nur noch Einzelrennen frei konfigurieren.

Gestrichen: Grand Prix Modus
In F1 2011 konnten wir uns unsere Wunschsaison mit Wunschstrecken, Wunschregeln und Wunschauto zusammenbasteln. In F1 2012 dürfen wir nur noch Einzelrennen frei konfigurieren.

Im »Champions Mode« treten wir gegen die sechs aktuell aktiven Weltmeister in ebenso vielen vorgefertigten Szenarien an. So müssen wir etwa im Regenrennen von Brasilien drei Runden lang auf Slicks die Attacken von Lewis Hamilton abwehren. Beide neuen Spielmodi sind durchaus unterhaltsam, können aber mit ihrem geringen Umfang und den festgelegten Regeln nur kurzzeitig motivieren und sind alles andere als ein adäquater Ersatz für den gestrichenen Grand-Prix-Modus.

Karriere-Marathon

Die aktuelle Formel-1-Saison können wir entsprechend nur im Karrieremodus nacherleben. Auch hier starten wir in einem schwachen Team und haben fünf Jahre Zeit, uns erst einmal in ein konkurrenzfähiges Auto und schließlich bis zum Weltmeistertitel vorzukämpfen.

F1 2012 : Neu im Rennkalender ist der Circuit of the Americas in Austin, der aber weder optisch noch fahrerisch sonderlich spektakulär ausfällt. Neu im Rennkalender ist der Circuit of the Americas in Austin, der aber weder optisch noch fahrerisch sonderlich spektakulär ausfällt. Letzteres werden aber vor allem Gelegenheitsfahrer nur in Ausnahmefällen erleben. Denn Codemasters hat die Mindest-Rennlänge von drei Runden auf 25% der Real-Distanz angehoben. Die Karriererennen dauern so je nach Wetterbedingungen 20 bis 30 Minuten. Und das am Stück, denn eine Speicherfunktion fehlt ärgerlicherweise.

Zwar können wir nach wie vor bei Missgeschicken bis zu vier Mal die Zeit zurückspulen. Wenn wir aber ausgerechnet in der letzten Kurve den entscheidenden fünften Fehler machen, möchten wir nach 30 Minuten harter Arbeit unser Lenkrad am liebsten aus dem Fenster werfen (oder an den Kopf der Entwickler). Die Karriere richtet sich somit trotz zuschaltbarer Fahrhilfen wie ABS oder Traktionskontrolle und vier KI-Schwierigkeitsgraden fast ausschließlich an ausdauerende Rennspielprofis, die dafür locker über 100 Stunden bis zum Karriereende einplanen dürfen.

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Wishmaster81
#1 | 20. Sep 2012, 15:47
Endlich mal ein Test eines F1 Spiels das mal die offensichtlichen Schwächen aufzeigt. (welche aber auch schon in den beiden Vorgängern vorhanden waren, aber wohl ignoriert wurden) Guter Test, aber die Wertung ist imo dennoch 5-7 Punkte zu hoch.
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JDST Iceman
#2 | 21. Sep 2012, 17:43
Dieses Spiel und auch die anderen Teile davor waren eine Beleidigung an die ganze Community. Es ist mir auch unverständlich wieso die F1-Reihe so gut bei den Wertungen abschneidet. Regeneffekte scheinen wiedermal fast nur kosmetisch zu sein, die Erfolge können sogar die Anfänger bekommen, einige F1-Regeln fehlen - ist doch das offizielle F1-Spiel oder irre ich mich? Das waren jetzt nur ein Paar Stichpunkte
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#3 | 24. Dez 2012, 13:25
F1 2012 ist kein schlechtes Spiel, was ich aber vermisse ist ein gewisses Maß an Realismus. Von Codemasters wird in einem seiner Trailer ganz groß das Safety Car angepriesen, nur im eigentlichen Spiel ist es so gut wie gar nicht vorhanden, weil auch auf der Strecke selbst "nichts" passiert. Die KI fährt fast perfekt, macht so gut wie keine Fehler und wenn man von der KI gerammt wird bekommt man meist selbst eine Strafe aufgebrummt. Der Karriere Modus ist leider nicht motivierend, für die meisten Leute sind 20% der Renndistanz einfah zu lange (ich selbst spiele gerne F1 Spiele, aber mir wurde der Karriere Modus nach dem vierten Rennen einfach zu öde, weil eben auf der Strecke fast nix ausßergewöhnliches passiert).
Nochmals auf den Punkt Realismus zurückkommend, es gibt so gut wie keine technischen Defekte, sicher ist es nervig kurz vor dem Ziel mit Getriebeschaden liegen zu bleiben aber auch das ist F1. Dieses Feature hatte Geoff Crammond mit seinem Grand Prix 3 (die älteren werden das Spiel sicher kennen ;) ) damals schon eingebaut. Da war alles drinn über Motorschaden bis zu Elektronikproblemen oder dass sich plötzlich ein Rad selbstständig machte.
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Details zu F1 2012 - PlayStation 3

Cover zu F1 2012 - PlayStation 3
Plattformen: PS3 Xbox 360 PC
Genre Sport
Untergenre: Rennspiel
Release D: 21. September 2012
Publisher: Codemasters
Entwickler: Codemasters
Webseite:
USK: Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Spiele-Logo: Download
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