The Walking Dead: Episode 1 im Test
Interaktiver Zombie-Comic mit Tiefgang
Unser Test zur ersten Episode des Telltale-Adventures The Walking Dead zeigt, dass A New Day am Ende gar kein Adventure ist, sich aber trotzdem wie eines anfühlt.
Von
Sebastian Klix
|
Datum:
27.04.2012
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So kann's gehen: Nach der seit knapp zehn Jahren erfolgreichen Graphic-Novel-Reihe und der mit Lob und Preisen überhäuften TV-Serie war es nur eine Frage der Zeit, bis auch das Spiel
The Walking Dead
erscheinen würde. Und wer zeichnet dafür verantwortlich? Niemand geringeres als die Adventure-Spezialisten von Telltale, die seit jeher einen Hang zu starken und bekannten Lizenzen haben.
Allerdings lösten wir früher in Telltale-Spielen noch in den
Sam & Max
-Episoden aberwitzige Kriminalfälle, begleiteten danach in
Tales of Monkey Island
den trotteligen Möchtegern-Piraten Guybrush Threepwood durch die Karibik und zu guter Letzt halfen wir Marty McFly und Doc Brown dabei,
Zurück in die Zukunft
zu kommen. Alles schön familienfreundlich. Und nun? Nun zertrümmern wir Zombie-Schädel! Denn die Spielumsetzung des Comics The Walking Dead steht in dieser Hinsicht seiner Vorlage in nichts nach – das gilt auch für viele anderen Aspekte, die das Vorbild auszeichnen. Positiv auszeichnen.
Telltale-typisch wird das Zombie-Adventure ebenfalls im Episodenformat veröffentlicht. Episode 1: A New Day ist nun die erste von insgesamt fünf »Folgen«, die restlichen sollen jeweils in einem Abstand von einem Monat folgen. Trotzdem müssen wir bereits jetzt den vollen Preis von circa 25 Euro für alle Episoden bezahlen.
Sprache & Verfügbarkeit:
The Walking Dead ist derzeit lediglich als Download verfügbar, allerdings aus nicht näher bekannten Gründen nicht auf dem deutschen Xbox Marktplatz. Zudem liegt das Spiel aktuell nur mit englischer Sprachausgabe und Untertiteln vor. Für Spieler, die der englischen Sprache nicht all zu mächtig sind, kann das bei den Multiple-Choice-Dialogen unter Zeitdruck durchaus zum Problem werden.
Zwischen Mordanklage und Zombie-Apokalpyse
The Walking Dead plappert nicht einfach stumpf die Handlung von Comic oder Fernsehserie nach, sondern widmet sich einer parallelen Erzählung. Dabei werden dem Spieler keine Vorkenntnisse abverlangt und Kennern von Comic und TV-Serie trotzdem diverse Aha-Effekte beschert. Wir schlüpfen in die Rolle des ehemaligen Lehrers Lee Everett. Der sitzt zu Beginn auf der Rückbank eines Polizeiwagens und soll ins West Central Prison in Georgia verfrachtet werden. Vergehen: Mord. Dabei wirkt Lee gar nicht wie ein Mörder? Was steckt hinter seiner Tat? Diese Frage ist zentraler Bestandteil der Story.
Lee wurde wegen Mordes verhaftet. Was hat er getan?
Allzu viel kann er dem freundlichen Polizeibeamten auf dem Fahrersitz allerdings nicht über den vermeintlichen Mord erzählen, da der Staatsdiener in einem unachtsamen Moment einen mitten auf dem Highway herumschlurfenden Passanten überfährt. Der Wagen überschlägt sich. Lee erwacht wenig später verletzt auf dem Rücksitz. Keine Sekunde zu spät, denn irgendetwas bewegt sich draußen vor dem Streifenwagen …
Soviel sei verraten: Lee kann sich aus dem Auto befreien und vorerst in Sicherheit bringen. Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis er auf erste Überlebende der frisch angebrochenen Zombie-Apokalpyse trifft.