Seite 3: Mass Effect 3 im Test - Hollywoodkino zum selber Spielen

GameStar Plus Logo
Weiter mit GameStar Plus

Wenn dir gute Spiele wichtig sind.

Besondere Reportagen, Analysen und Hintergründe für Rollenspiel-Helden, Hobbygeneräle und Singleplayer-Fans – von Experten, die wissen, was gespielt wird. Deine Vorteile:

Alle Artikel, Videos & Podcasts von GameStar
Frei von Banner- und Video-Werbung
Einfach online kündbar

Die Abenteuer des Raumschiffs Normandy

Um zu den weit entfernten Planeten zu gelangen, auf denen euch die Haupt- und Nebenmissionen erwarten, braucht ihr natürlich einen flugfähigen Untersatz ... oder wie auch immer man das im luftleeren Raum nennt. An Bord der generalüberholten Normandy (jetzt mit neuem Anstrich und sehr viel komfortablerer Scan-Funktion für die Suche nach Rohstoffen) düst ihr über Sternenkarten und dringt in Galaxien vor, die Kenner der ersten beiden Teile vielleicht zuvor schon einmal gesehen haben. Doch das ist kein Beinbruch, denn die Welt von Mass Effect 3 hält immer noch viele Überraschungen bereit.

Galaxiekarte Auf der aus Mass Effect 2 bekannten Galaxiekarte sehen wir, wie weit die Reaper bereits vorgedrungen sind.

Mobilisierung Um besser gegen die fiesen Maschinen ankämpfen zu können, sollten wir durch Nebenquests so viele Alliierte wie möglich um uns scharen. Den Fortschritt dieser Mobilisierung beobachten wir über ein Terminal auf der Normandy.

Man befindet sich schließlich im Krieg und ist außerdem gezwungen, auf den bekannten Planeten ganz neue Orte anzusteuern. Frei seid ihr bei der Entscheidung ohnehin nicht, denn Mass Effect 3 zwängt seine Schauplätze in streng lineare Korsetts: Alle Orte sind eng begrenzt, und die Missionen jagen euch durch Schlauchlevels, in denen ihr hinter jeder Biegung von Gegnern unter Beschuss genommen werdet.

Um euch vor den Einsätzen vorzubereiten findet ihr an Bord der Normandy beispielsweise ein Medizinlabor und eine Waffenkammer, wo ihr etwa neue Rüstungsteile oder Upgrades für eure Waffen kauft, die ihr dann an der Werkbank frei an sämtliche gefundenen Schießprügel montiert. Über solche Werkbänke stolpert ihr anders als im Vorgänger auch ab und zu in den Leveln -- habt ihr also gerade einen Durchschlagsverstärker für das heiß geliebte Sturmgewehr gefunden, könnt ihr es gleich anschrauben, statt auf den nächsten Besuch im Raumschiff warten zu müssen.

An Waffenstationen verbessern wir unsere Knarren mit gefundenen Mods. An Waffenstationen verbessern wir unsere Knarren mit gefundenen Mods.

Auf der Normandy tummelt sich auch das gesamte Team, mit dem ihr zu Außenmissionen startet -- das bedeutet, dass ihr Gelegenheit habt, mit euren Kameraden zu plauschen und dabei genau wie in den Story-relevanten Dialogen durch wohlüberlegte Antworten Freundschaften zu vertiefen oder euch als absoluter Kotzbrocken zu erweisen, der bloß an sich selbst denkt.

Sympathien wirken sich ebenso auf den Verlauf der Geschichte aus wie actionreiche Feuergefechte. Wollt ihr zum Beispiel erreichen, dass eine mögliche Liebschaft aus dem zweiten Teil, die in unserem Storyverlauf nach einer dramatischen Zwischensequenz dem Tode nahe auf der Krankenstation landet, Sympathien für euch empfindet, solltet ihr sie oft besuchen und mit ihr über die Familie oder Shepards Vergangenheit bei der zwielichtigen Cerberus-Organisation quatschen.

Lebendige Welt

90 Minuten an gerenderten Zwischensequenzen versetzen den Spieler direkt ins Mass-Effect-Universum. 90 Minuten an gerenderten Zwischensequenzen versetzen den Spieler direkt ins Mass-Effect-Universum.

Die beste Story nützt nicht viel, wenn das Drumherum nicht stimmt: Mass Effect 3 basiert wie seine Vorgänger auf der Unreal Engine 3 und zaubert einige spektakuläre Momente auf den Bildschirm. Egal, ob wir zu Beginn über Hochhaustrümmer vor den Reapern fliehen, deren Kriegsmaschinen sich im Hintergrund mit den irdischen Streitkräften beschäftigen und per Energiestrahl alles niederbrennen, was ihnen im Weg steht, oder am Himmel über uns erbitterte Raumschiffschlachten toben -- Bioware inszeniert pures Spektakel und zieht den Spieler unwiderstehlich mitten ins Geschehen.

Auch bei den Figuren selbst hat man sich ordentlich ins Zeug gelegt, um sie möglichst glaubhaft wirken zu lassen: Dank detailreicher Texturen und feiner Muskelbewegungen im Gesicht sehen sogar simple Dialoge spektakulär aus. Die Charaktere sprühen im Gegensatz zu vielen anderen Spielehelden geradezu vor Leben und wirken nicht wie starre, tote Plastikpuppen.

Die Banshees gehören zu den neuen Gegnertypen und sind enorm gefährlich. Vor ihren markerschütternden Schreien hilft nur, sich rechtzeitig in Deckung zu flüchten. Die Banshees gehören zu den neuen Gegnertypen und sind enorm gefährlich. Vor ihren markerschütternden Schreien hilft nur, sich rechtzeitig in Deckung zu flüchten.

Die Welt von Mass Effect ist ein Universum, in dem man sich als Spieler einfach wohl fühlt -- beinahe so als würde man die Hauptrolle in einem teuren Hollywood-Blockbuster übernehmen. Dem steht der Sound in nichts nach, der teilweise mit richtig fiesen Bass-Attacken aus den Boxen dröhnt.

Dazu kommt eine äußerst professionelle deutsche Vertonung, bei der lediglich -- oder ärgerlicherweise -- der Sprecher der männlichen Shepard-Variante etwas abfällt. PlayStation-3-Besitzer haben im Gegensatz zu Xbox-360-Spielern die Möglichkeit, über das Optionsmenü auf die englische Originalversion umzuschalten. Sehr vorbildlich! Xbox-Besitzer können den Originalton aber wahlweise gratis herunterladen.

Mass Effect 3 - Sprachvergleichs-Video Video starten PLUS-Archiv 5:08 Mass Effect 3 - Sprachvergleichs-Video

Allerdings glänzt bei Mass Effect 3 nicht alles so sehr wie Inszenierung und Charaktere: Karge, mitunter etwas unscharfe Texturen, (auf der PlayStation 3 mitunter ziemlich heftige) Bildrateneinbrüche und hässliche Fehler in den eigentlich recht schicken Tiefenunschärfefiltern, durch die die Charaktere wie ausgeschnittene Fremdkörper wirken, ziehen das positive Bild ein Quentchen nach unten.

Doch das sollte keinen treuen (oder neuen) Mass Effect-Fan vom Kauf abhalten: Der dritte und abschließende Teil der »Reaper-Trilogie« gehört einfach in jede gutsortierte Rollenspielsammlung -- selbst strikte Actionfans sollten sich vom zunächst sperrig scheinenden Etikett »Rollenspiel« nicht abschrecken lassen!

3 von 5

nächste Seite


zu den Kommentaren (38)

Kommentare(38)
Kommentar-Regeln von GamePro
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.