Activision will mit neuem Komitee gegen Probleme vorgehen, aber macht euch keine Hoffnung

Activision reagiert mit der Gründung eines 'Arbeitsplatz-Verantwortungs-Komitees' auf die Berichte, Kritik und Klagen. Allerdings bleibt fraglich, wie viel das verbessert.

von David Molke,
24.11.2021 14:01 Uhr

Activision Blizzard gründen jetzt ein sogenanntes Workplace Responsibility Commitee, das aber wenig vielversprechend wirkt. Activision Blizzard gründen jetzt ein sogenanntes Workplace Responsibility Commitee, das aber wenig vielversprechend wirkt.

Activision Blizzard hat massive Probleme. Die soll ein neues "Arbeitsplatz-Verantwortungs-Komitee" lösen. Oder zumindest dabei helfen, die Fortschritte bei der Bekämpfung der Probleme zu überprüfen. Allerdings wirkt die Ankündigung, dieses Komitee zu gründen, eher nach einem Feigenblatt, das zeigen soll, dass Activision Dinge unternimmt, um gegen sexuelle Übergriffe, Diskriminierung, toxische Arbeitsatmosphäre und dergleichen vorzugehen. Allzu vielversprechend klingt das Ganze nämlich nicht. Das Komitee kommt zunächst ohne externe Hilfe aus und besteht vorerst auch erst einmal nur aus eigenen Vorstandsmitgliedern.

Activision Blizzard kündigt Gründung eines "Arbeitsplatz-Verantwortungs-Komitees" an

Worum geht's hier? Activision Blizzard steht im Mittelpunkt einiger Klagen, wachsender Kritik von allen Seiten wie zum Beispiel von Nintendo, Xbox und PlayStation sowie jeder Menge Skandale. Die betreffen seit Kurzem vor allem auch den CEO Bobby Kotick, dessen Rücktritt mittlerweile vehement von Arbeiter*innen und Shareholdern gefordert wird. Er soll unter anderem Untergebene bedroht, Briefe in falschem Namen geschrieben, Beschuldigte gedeckt und Verbesserungen verhindert haben.

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Das ist jetzt neu: Offenbar als Reaktion auf die neuesten Berichte und umfangreichen Statements von Shareholdern, Arbeiter*innen und Medien wurde jetzt angekündigt, ein sogenanntes "Arbeitsplatz-Verantwortungs-Komitee" zu gründen. Das soll in Zukunft die Bestrebungen des Call of Duty-Publishers überwachen, die problematische Unternehmenskultur zum Besseren zu verändern (via: Activision Blizzard).

Die Ankündigung dieses Komitees wirkt jetzt schon enttäuschend

Das ist geplant: Das Komitee soll dafür verantwortlich sein, den Fortschritt von Activision zu überprüfen, wenn es um die Durchsetzung neuer Regeln geht. Die sollen den Arbeitsplatz und die gesamte Atmosphäre sicherer, fairer und inklusiver machen. Was genau geplant ist, könnt ihr hier durchlesen:

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Was ist das Problem? Dieses Komitee besteht allerdings erst einmal nur aus zwei Mitgliedern, die direkt aus dem Vorstand von Activision Blizzard stammen. Das Komitee ist dem Vorstand gleichzeitig auch weiterhin unterstellt. Das ist besonders kurios, weil in genau diesem Vorstand aktuell immer noch der CEO Bobby Kotick sitzt, dessen Rücktritt gefordert wird – weil er mittlerweile im Mittelpunkt des Skandals steht.

In Zukunft soll das Komitee zwar noch um einige weitere ("diverse") Personen erweitert werden und im Idealfall suchen sich die Mitglieder auch noch Hilfe von außen. Aber an den offenbar problematischen Personalien an der Spitze des Konzerns ändert sich dadurch nichts – im Gegenteil, das Komitee untersteht ihnen. Auch mit der Durchsetzung der angeblichen Null-Toleranz-Politik scheint es nicht allzu weit her zu sein, wenn sie nicht auf den CEO angewendet wird.

So klingt auch die Ankündigung des Komitees lediglich danach, als würde Activision Blizzard zwar behaupten, Veränderungen anzustreben, aber die wichtigsten Forderungen der Arbeiter*innen, Shareholder und über 20.000 Unterstützer*innen weiterhin ignorieren. Ohne eine Gewerkschaftsgründung und den Rücktritt des CEOs wird sich zum Beispiel die A Better ABK-Gruppierung wohl kaum zufrieden geben und daran ändert auch dieses Komitee nichts.

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