Aliens gehört zu den besten Horrorfilmen aller Zeiten und auch zu den besten Fortsetzungen. Dabei trauten die Verantwortlichen bei 20th Century Fox dem Kino-Publikum die zuerst geplante Fassung mit knapp zweieinhalb Stunden Länge nicht zu und ließen James Cameron zur Schnittschere greifen.
Und der entfernte eine für Sigourney Weavers Hauptfigur Ellen Ripley immens wichtige Person, die erst einige Jahrzehnte später ihren großen Auftritt bekommen sollte – allerdings nicht auf der Leinwand.
Ripleys Tochter findet keine Erwähnung im Kino
Bevor Aliens 1986 in den Kinos anlaufen konnte, musste sich James Cameron an den damaligen Konsens beim Filmemachen halten: "Mach ihn nicht zu lang.", hieß es. Daher wurde seine 2 Stunden und 34 Minuten lange Schnittfassung um 17 Minuten auf 2 Stunden und 17 Minuten heruntergekürzt.
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Viel vom Vorgeplänkel in der ersten Hälfte fällt dabei weg, etwa Szenen, die den Beginn der Xenomorph-Plage in der Kolonie Hadley's Hope zeigen. Für den Film ist die Sequenz von eher geringer Bedeutung, da sich die Story dadurch nicht anders entwickelt.
Im Bezug auf eine ebenfalls früh stattfindende Situation sieht das aber ganz anders aus: Ellen Ripley trifft sich mit Carter Burke (gespielt von Paul Reiser, unter anderem bekannt aus Stranger Things und Beverly Hills Cop), einem Angestellten der Weyland-Yutani Corporation, in einem künstlich angelegten Park.
Weyland-Yutani hat ein heimliches Interesse daran, Xenomorphen zu fangen und zu studieren, weshalb er sie von einer Kooperation überzeugen möchte und wohlwollend auf Nachfrage Auskunft zu ihrer Tochter gibt: Amanda "Amy" Ripley-McLaren. Sie sei vor zwei Jahren auf der Erde verstorben, im Alter von 66 Jahren.
Ellen ist davon schwer betroffen, da sie die Heimreise auf der Nostromo angetreten ist, um den elften Geburtstag ihrer Tochter zu feiern. Da sie aber nach ihrem Überlebenskampf auf dem Minenschiff aber 57 Jahre im Kryoschlaf verbrachte, ist das Leben ihrer Liebsten an ihr vorbeigezogen.
"Sigourney war überhaupt nicht glücklich damit"
Dass die Szene herausgeschnitten wurde, machte Sigourney Weaver dann auch richtig wütend, wie unter anderem Michael Biehn (Colonel Dwayne Hicks im Film) in einem Interview bestätigte. Die Ripley-Darstellerin war stinksauer darüber, dass eine für ihre Figur so immens wichtige Szene herausgeschnitten wurde, da sie wichtigen Kontext für die spätere Beziehung zur jungen Überlebenden Newt (Carrie Henn) liefert.
Ripley nimmt sich dem verängstigen Kolonistenmädchen nämlich an und riskiert letzlich sogar ihr Leben, um sie aus dem Bau der Alienkönigin zu befreien. Ohne das Gespräch mit Burke bekommen ihre mütterlichen Verlustgefühle – und die daraus resultierende Motivation, Newt zu retten – jedoch keinerlei Raum. Auch ein späterer Dialog, in dem Newt sie fragt, ob sie schon einmal Mutter war, wurde weggelassen.
Erst vier Jahre später wurde die Amanda-Szene dann in die Special Edition-Varianten auf VHS und Laserdisc wieder eingebaut. Und damit der Grundstein für die bis heute wohl beste Fortsetzung von Aliens gelegt.
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