Diese absurde Anti-Piraterie-Werbung kennt jedes Kind der 2000er - und seit Jahren rankt sich darum der Mythos, dass die Werbung selbst geklaute Musik verwendet hat

Manchmal geht der Schuss ordentlich nach Hinten los und das dürfte bei vielen Werbe-Kampagnen der Fall gewesen sein, die sich gegen sogenannte Raubkopierer und Piraterie gerichtet haben.

Über die Kampagne wurde sich prächtig amüsiert und sie soll sogar zu mehr Downloads geführt haben. Über die Kampagne wurde sich prächtig amüsiert und sie soll sogar zu mehr Downloads geführt haben.

Da ihr ja wahrscheinlich eher kein Auto oder eine Handtasche klauen würdet, solltet ihr auch keine Filme herunterladen. Zumindest, wenn es nach der Motion Picture Association of America in den 2000er Jahren ging. Aber die Werbekampagne wurde in erster Linie nur verlacht und es gab mehrere Kontroversen darum, ob die Macher nicht selbst ohne Erlaubnis Musik und eine Schriftart genutzt haben.

Nein, der Mythos, dass die Anti-Piraterie-Werbung selbst Musik geklaut hat, stimmt nicht

Vor gut 20 Jahren wurde mit teils sehr absurden Kampagnen versucht, die Menschen davon abzuhalten, sich illegal Filme herunterzuladen.

Besonders legendär dürfte die Drohung aus Deutschland sein, Familienväter für dieses Vergehen einfach mal fünf Jahre einzubuchten, aber auch international gab es Denkwürdiges in dieser Richtung.

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Besonders großen, aber nicht minder fragwürdigen Ruhm hat die Kampagne You Wouldn't Steal a Car erlangt, in der das unerlaubte Vervielfältigen von Medien mit dem Diebstahl von Handtaschen, Fernsehern, DVDs und Autos gleichgesetzt wurde.

Ihr könnt euch die legendäre Werbung hier ansehen:

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Die Kampagne kam extrem schlecht an und war ein gigantischer Misserfolg. Heute genießt sie vor allem wegen zwei Dingen noch einen gewissen Bekanntheitsgrad. Einerseits kam es zu unzähligen Parodien, die sich darüber lustig gemacht haben, wie zum Beispiel das Meme You Wouldn't Download a Car.

Andererseits wurde lange Zeit immer wieder behauptet, dass die kuriose Werbung sich selbst der illegalen Nutzung von nicht korrekt lizensierter Musik schuldig gemacht hätte. Was aber nicht stimmt, weil es dabei wohl immer wieder zu einer Verwechslung mit einem ähnlichen Fall gekommen ist.

Wie zum Beispiel TorrentFreak berichtet, wurde der Musiker Melchior Rietveldt 2006 wohl damit beauftragt, ein Musikstück für eine Anti-Piraterie-Werbung zu komponieren. Die sollte ursprünglich aber nur bei einem niederländischen Filmfestival gezeigt werden.

Diese Werbung wurde dann allerdings offenbar ohne die Erlaubnis des Musikers auch noch auf DVDs und anderweitig verbreitet. Wenn man so will, könnte man sagen, dass es sich dabei also durchaus auch um eine Raubkopie gehandelt hat – eine illegale Vervielfältigung.

Der Musiker wurde nachträglich aber entschädigt, und es handelt sich zudem um eine komplett andere Werbung. Nicht die "Piracy. It's a crime" und "You Wouldn't Steal a Car"-Kampagne, die auch schon 2004 produziert worden ist.

Es gibt aber noch eine Kontroverse rund um diese Kampagne, und zwar wegen der Schriftart. Die könnte laut einem Bericht nämlich ebenfalls nicht korrekt lizensiert und bezahlt worden sein. Aber dafür gibt es laut einer ausführlichen Reportage von CreativeBloq wohl keine Beweise.

Besonders amüsant wirkt in dem Zusammenhang aus heutiger Perspektive auch, dass die Kampagne wohl genau das Gegenteil von dem bewirkt hat, was eigentlich mit ihr beabsichtigt worden war. Laut einer Studie soll die "Piracy. It's a crime"-Kampagne nämlich dafür gesorgt haben, dass mehr und nicht weniger illegal heruntergeladen wurde.

Wir könnten es hier mit einem Beispiel des Streisand-Effekts zu tun haben. Durch die Werbe-Kampagne gegen das sogenannte Raubkopieren wurden wohl viele Menschen erst darauf aufmerksam gemacht, dass diese Möglichkeit überhaupt existiert.

Und, würdet ihr ein Auto herunterladen?


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