Über 17 Jahre, nachdem Avatar Aang in der Nickelodeon-Serie den Krieg beendet hat, kehrt er in einem Animationsfilm zurück. Avatar Aang - Der Herr der Elemente bleibt der erhoffte Kinostart hierzulande leider verwehrt, aber auch auf einem kleinen Bildschirm hatte ich 96 Minuten lang sehr viel Spaß dabei, meine Held*innen aus der Jugend wiederzusehen.
Ich durfte den Film nämlich vor dem Streaming-Start am 25. Juli auf Paramount+ bereits sehen. Und das hat endlich wieder die Begeisterung in mir hervorgerufen, die ich bei der Live-Action-Adaption von Netflix vergebens suche.
Darum geht’s im Avatar Aang-Film
Einige Jahre, nachdem Aang den 100-jährigen Krieg beendet hat, leidet er immer noch darunter, der letzte Luftbändiger zu sein. Als er von einer uralten Macht in Form eines Stabes erfährt, der seine Kultur retten könnte, startet sein nächstes Abenteuer. Doch das ruft natürlich auch neue Widersacher auf den Plan. Seine Freunde Katara, Sokka, Zuko und Toph stehen ihm aber wie gehabt zur Seite.
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Avatar Aang: The Last Airbender - Der neue Animationsfilm kommt viel früher als gedacht, aber nicht mehr ins Kino
Die Nostalgie strömte durch meinen ganzen Körper
Vielleicht kennt ihr das auch: Ein Videospiel, Film oder eine Serie begeistert euch so sehr, dass ihr euch wünscht, selbst in dieser Welt zu leben. Ihr möchtet andere am liebsten mit Videos dazu vollspamen, um sie mit eurer Leidenschaft anzustecken. Und selbst Jahre später bekommt ihr noch Nostalgie-Flashbacks und wohlige Gänsehaut, wenn ihr nur die ersten Sekunden des Intros hört.
So ergeht es mir mit Avatar Aang und Avatar Korra – zumindest in animierter Form. Ich hatte gehofft, dass die Live-Action-Serie, die Aangs Serie adaptiert, zumindest einen Funken davon in mir auslöst, aber Fehlanzeige. Die Netflix-Serie erinnert mich zwar in einigen Momenten an die wirklich tolle Vorlage, aber sie weckt in mir kaum Emotionen – weder positive noch negative.
Das liegt vor allem daran, dass der Bändiger-Flow mit den Effekten und flüssigen Choreografien nur schwer in eine Realverfilmung übertragen werden kann. Auch den Spagat zwischen Ernsthaftigkeit und Humor fängt die Netflix-Serie nicht so gut ein – der Slapstick von Sokka etwa lässt sich einfach besser animieren, als schauspielern. Und dann wären da noch fehlende Szenen und Charaktere...
Der neue Avatar-Film schlug bei mir dagegen wie ein Blitz ein. Bereits nach wenigen Sekunden spürte ich, wie ich unruhig wurde – auf die gute Art und Weise. Es fühlte sich an, als würden Vorfreude und Begeisterung sich in mir anstauen, bis ich schließlich mit Freudentränchen in den Augen überwältigt vor dem Fernseher saß. Ich war einfach glücklich, nach so vielen Jahren Aang & Co. auf ein neues animiertes Abenteuer zu begleiten und diese Faszination von damals erneut zu spüren.
Genau danach hatte ich gesucht. Und tatsächlich konnte – bis auf ein paar kleine Ausnahmen, auf die ich gleich zu sprechen komme – auch der restliche Film diesem “Rausch” gerecht werden.
Ein bildgewaltiges Wiedersehen
Als Allererstes: Der Avatar-Film ist bildgewaltig. Die Animationen sehen wirklich hervorragend aus, was vor allem den Kämpfen mit ihren Elementen zugutekommt. Da merkte ich dann auch, dass selbst die gut gealterte Originalserie an dieser Stelle Staub angesetzt hat. Selten dachte ich mir so sehr “das wäre so cool, wenn das im echten Leben auch funktionieren würde".
Der Film setzt zwar auf einen leicht anderen Comic-Look als das Original und Aang und seine Freunde sind sichtlich gealtert, aber trotzdem fühlte sich alles sehr vertraut an. Das liegt vor allem daran, dass die Produktionsfirma Avatar Studios versteht, was die Vorlage ausmacht: die ikonischen Bändiger-Moves, Insider wie der Kohlhändler, Figuren mit Charakter und Entwicklung, tolles Worldbuilding und eine sehr gute Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Slapstick-Humor.
Vor allem Aangs Motivation nach der geheimnisvollen Macht zu suchen, konnte ich gut verstehen, während Sokka mit seinem eigenwilligen Humor immer noch der Alte war. Aber auch andere Charaktere haben ihre witzigen Momente – Aangs Brief an Zuko oder ein Avatar-Geist etwa. Ich habe mich sogar gefreut, den Schaum-vor-dem-Mund-Typen von der Insel Kyoshi wiederzusehen.
Ohne zu viel zu verraten: Der Film schlägt sogar mit den Motiven der neuen Widersacher eine leichte Brücke zu Die Legende von Korra. Wer die Nachfolge-Serie kennt, für den ist das Ende allerdings noch vorhersehbarer, aber mich persönlich hat das gar nicht gestört. Tatsächlich bekam ich ganz zum Schluss noch einen tierischen “Aww”-Moment, den ich euch nicht vorwegnehmen will.
Auch der ältere Avatar hat seine Schwächen
Mit seinen 96 Minuten und vielen Kampfszenen hat der Film eine Menge Action zu bieten. Das sieht wie gesagt sehr schick aus, aber ich hätte mir auch ein paar mehr ruhige Momente gewünscht – wahlweise mit mehr Hintergrundinformationen zu Sokka, Toph und Zuko oder aber zu den weiteren Bösewichten. Als langjähriger Fan wäre es schön gewesen, so ein wenig mehr über ihr Leben nach dem Krieg zu erfahren.
Ansonsten fügt sich das Geschehen sinnvoll in das Universum ein, auch wenn der mächtige Stab, der die Luftbändiger retten könnte, für meinen Geschmack etwas weit hergeholt ist, um den ohnehin schon vorhersehbaren Plot möglich zu machen.
Dieser Film ist ein Lichtstreif am Avatar-Horizont
Am Ende haben mich die zuletzt genannten Kritikpunkte aber wenig gestört, denn der Film hat bei mir trotzdem gezündet. Er hat nach der für mich eher mittelmäßigen Live-Action-Serie in mir endlich wieder Nostalgie und Emotionen geweckt, die ich so lange bei einer Serie nicht mehr gespürt habe, weshalb ich die Schwächen gerne unterordne.
Avatar Aang - Der Herr der Elemente ist trotz seiner Wirkung auf mich kein perfekter Animationsfilm, aber eine schön nostalgische Reise für Fans der Originalserie. Wer Avatar Aang dagegen noch nicht kennt, könnte am Ende die eine oder andere Frage haben, aber eben auch die Lust, sie selbst zu entdecken, indem man die drei Staffeln Avatar: Der Herr der Elemente endlich nachholt.
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