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Adventskalender 2019

Felix the Reaper - Spiel mir das Lied vom Tod (im Außendienst)

Im Test beweist Felix the Reaper ein Auge für Details, hat jedoch auch eine große Schwäche

von Ann-Kathrin Kuhls,
14.10.2019 13:00 Uhr

Felix beweist im Umgang mit dem Tod stets Taktgefühl. Felix beweist im Umgang mit dem Tod stets Taktgefühl.

Das Puzzle-Adventure Felix the Reaper ist liebenswert, morbide, knifflig und wirklich lustig. Wer sich auf den tanzenden Todesgott einlässt, den erwarten mehrere Stunden kreativer Rätsel und schwärzesten Humors. Und unglücklicherweise auch eine Schwäche, über die vielleicht nicht jeder hinwegsehen kann.

Dazu gleich mehr, zuerst wollen wir aber klären, um was es überhaupt geht: Felix the Reaper wird als eine romantische Komödie über das Leben des Todes beschrieben. Felix, der gleichnamige Held des Puzzle-Adventures, würde da wahrscheinlich widersprechen. Denn zum einen ist er nicht der Tod selbst, sondern nur Außendienstmitarbeiter für das Ministerium des Todes. Und zum anderen ist seine unerfüllte Liebe für Betty, ihres Zeichens beim Ministerium des Lebens tätig, alles andere als komisch, sondern tragisch.

Felix The Reaper - Spielszenen aus der schwarzen Puzzle-Komödie 0:41 Felix The Reaper - Spielszenen aus der schwarzen Puzzle-Komödie

Neue Liebe, neue Karriere?

Nur wegen ihr hat sich der sensible Felix für den Feldeinsatz gemeldet und verteilt statt Liebesgedichten an seine Angebetete nun Todesurteile an Menschen auf der ganzen Welt. Doch um den Nervenkitzel der teilweise wirklich kreativen Todesfälle geht es ihm gar nicht. Alles, was er will, ist in die Welt der Lebenden zu gelangen, um einen Blick auf Betty zu erhaschen. Wenn auch nur einen ganz kleinen.

Wir treffen den Nachwuchs-Sensenmann bei seinem allerersten Einsatz und lernen mit ihm, wie der Hase läuft. Felix' Tag beginnt mit dem Ende eines Menschenlebens, einem besonders grausigen Jagdunfall. Zu Anfang bekommen wir ein Missionsbriefing gereicht, das uns das Opfer nennt und die Umstände mitteilt, die für sein Ableben erfüllt werden müssen. Denn jeder von Felix' Kunden wird Opfer einer Kette unglücklicher Zufälle, die immer tödlich enden. Was beispielsweise mit einer leicht verschobenen Jagdtrophäe beginnt, endet mit einem Kopfschuss.

Jedes Szenario ist überschaubar, aber deswegen nicht weniger knifflig. Jedes Szenario ist überschaubar, aber deswegen nicht weniger knifflig.

Um seine "Zwischenfälle" in Gang zu setzen, hält Felix die Zeit an und wuselt in der auf einem Gitternetz angelegten Szenerie herum, verschiebt Gegenstände und Menschen. Das muss so geschickt ablaufen, dass, die Personen auf dem Spielfeld einen Schritt näher am nicht natürlichen Ableben sind, wenn er den Platz verlässt und die Zeit weiterläuft.

Felix darf ohne Zeitlimit herumfuhrwerken, muss allerdings jeden Schritt erst einmal beenden, bevor wir ihm eine neue Aufgabe geben. Doch ganz so einfach wie das vielleicht klingen mag, ist es nicht. Denn als Todesgott hat Felix einen schrecklichen Feind: die Sonne.

Sonnenbad mit Konsequenzen

Unser Sensenmann im Außendienst hat eine starke Sonnenallergie. Setzt er auch nur einen Fuß ins Licht, verpufft er zu Staub. Deswegen müssen wir bei unseren verwegenen Plänen stetig den strahlenden Himmelskörper im Auge behalten und Fässer, Strohballen oder einen fetten Hund so verschieben, dass sie uns Schatten spenden.

Dank seiner Todesgottkräfte kann Felix auch den Lauf der Sonne manipulieren, sodass andere Gegenstände Schatten werfen und sich ein neuer Pfad auftut. Eigentlich praktisch, einen Haken gibt es jedoch: Drehen wir die Sonne, wird aus unserem vormals schattigen Plätzchen schnell eine sonnendurchflutete Lichtung und Felix beißt ins Gras.

Im Schatten ist Felix zufrieden, die Sonne vermeidet er um jeden Preis. Im Schatten ist Felix zufrieden, die Sonne vermeidet er um jeden Preis.

Je seltener wir gegrillt werden, je weniger Zeit wir brauchen und je geringer unsere Schritte in der Welt waren, desto besser werden wir bewertet. Und das ist gar nicht so einfach. Die Aufgaben scheinen auf den ersten Blick vielleicht einfach - etwa "Bringe das Vogelfutter auf die Fensterbank" - die Ausführung ist jedoch ganz schön knifflig. Jedes Level stellt unser räumliches Vorstellungsvermögen auf eine harte Probe. Gut, dass wir uns im Notfall den nächsten Schritt auch einfach anzeigen lassen können.

Zwar geht das Spiel auch weiter, wenn wir statt der durchschnittlich zehn Minuten eine Stunde für unser Szenario brauchen, doch das Protokoll, das zum Abschluss jeder Mission ausgedruckt wird, sieht mit erreichten Meilensteinen sehr viel besser aus. So viel besser, dass wir uns dabei ertappen, die Level nochmal zu spielen, nur um den perfekten Wert zu erreichen.

Taktgefühl

Auf der anderen Seite wollen wir jedoch auch unbedingt wissen, wie es weitergeht. Denn während zwar am Anfang klar ist, wer das Opfer sein soll, wissen wir nicht, wie er oder sie sterben wird. Jeder Auftrag hat um die fünf Szenerien, die ineinander greifen, und erst am Ende muss unser Opfer dran glauben.

Die Todesarten sind dabei nicht nur kreativ, sondern für alle mit Vorliebe für schwarzen Humor auch äußerst amüsant. Haben wir einen Teil des Auftrags erledigt, spekulieren wir bereits, wie Vogelfutter auf einer Fensterbank wohl zum Tod einer Nonne führen könnte.

Die Knubbeloptik bewahrt uns vor allzu grausigen Details. Die Knubbeloptik bewahrt uns vor allzu grausigen Details.

Allerdings bedeutet das nicht, dass Felix am Ende knietief in Gedärmen steht. Das Adventure ist zwar schwarzhumorig, aber nie gruselig oder traurig. Die Leichtigkeit wird zum einen von der Knubbeloptik der Figuren unterstrichen, zum anderen aber auch von Felix selbst.

Der Tod hat Rhythmus im Blut und startet jede Mission mit einem Klick seines Discmans. Egal, ob er gerade von Schatten zu Schatten hüpft oder an einem Punkt verbleibt: Felix kann einfach nicht stillstehen und beeindruckt uns mit Moves, die jeden Discohelden vor Neid erblassen lassen würden.

Der Knick in der Sense

Insgesamt klingt Felix the Reaper wie das perfekte Puzzle-Adventure für zwischendurch - wenn da nicht die Kamerasteuerung wäre. Da ein Stick auf dem Controller unseren Cursor kontrolliert, ist der andere für Kamerafarten und Zoomen gleichzeitig verantwortlich und das führt viel zu oft zu Chaos.

Wollen wir die Kamera hinter eine Mauer fahren, landen wir direkt in Felix' Gesicht. Oder wir vergessen, dass der Cursor nicht die Kamera ist, und der kleine, blaue Punkt verschwindet irgendwo außerhalb unseres Sichtfelds.

Das ganze Level zu überblicken ist mit der Kamerasteuerung schwer. Das ganze Level zu überblicken ist mit der Kamerasteuerung schwer.

Zwar bekommen wir die Kamera mit etwas Übung unter Kontrolle, besonders organisch fühlt sie sich aber trotzdem nicht an. Und mangelnde Übersicht ist bei einem Spiel, das so stark auf Perspektiven und räumlichem Denken beruht, wirklich ein Problem.

Was jedoch nicht heißt, dass man Felix und seine Suche nach der Liebe ignorieren sollte. Die herausfordernden Rätsel, der liebenswert-knubbelige, tanzende Todesgott und die bisweilen schlichtweg absurden Todesfälle sind definitiv einen Blick wert. Nicht zuletzt, um herauszufinden, ob Felix seiner Betty vielleicht endlich seine Gefühle gestehen kann, oder seine Herzensdame ihn am Ende todunglücklich zurücklässt.

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