GTA 6 fixt eine der größten Schwächen der Rockstar Games-Geschichte

Ganz egal ob in GTA 5 oder Red Dead Redemption 2 – Missionen in Rockstar Games-Titeln laufen oftmals nach einem festen Skript ab. In GTA 6 soll sich das endlich ändern.

In GTA 6 sollen Missionen offener gestaltet sein. In GTA 6 sollen Missionen offener gestaltet sein.

Ich liebe Red Dead Redemption 2 und GTA 5, doch die beiden Open World-Titel verbindet eine große Schwäche, die mich in früheren Rockstar Games-Spielen bereits gestört hat: Missionen lassen kaum Raum für spielerische Freiheit.

Dabei steht Rockstar doch gerade dafür: Während wir uns in der Open World (fast) grenzenlos austoben dürfen, schränken uns Missionen ein. In GTA 6 will Rockstar das Missions-Korsett endlich lockern und uns mehr Freiheit gewähren.

Freiheit in der Open World und Einschränkungen in Missionen

Das verrät Rob Nelson, Co-Studio-Head von Rockstar North, in einem aktuellen Interview gegenüber IGN. Rockstars Philosophie sei es, stets "das richtige Gleichgewicht zwischen Freiheit und Storytelling zu finden", so Nelson.

"Das ist eine Herausforderung, und manchmal muss beim Versuch, eine bestimmte und hoffentlich fesselnde Geschichte zu erzählen, der erzählerische Aspekt Vorrang haben – zumindest ist das bei uns so", erklärt er weiter.

Video starten 14:39 Wird GTA 6 jetzt zur Dating-Sim?

Und genau dieser Ansatz, bei dem die Geschichte gegenüber dem Gameplay Vorrang hat, führte bei früheren Rockstar-Titeln meiner Meinung nach häufig dazu, dass mich die Missionen zu sehr an die Hand nahmen und mir kaum Raum für eigene Entscheidungen ließen.

Eine typische Mission in Red Dead 2, GTA 5, GTA 4 oder San Andreas läuft stets nach einem bestimmten Skript zugunsten des Storytellings ab.

Dies hat der YouTuber NakeyJakey in seinem Video "Rockstar's Game Design is Outdated" (Rockstars Spiel-Design ist veraltet) bereits im Jahr 2018 wunderbar herausgestellt. Auch Kollege Tobi hat dieses Problem bereits in einer eigenen GamePro-Kolumne angemerkt. Für ihn fühlen sich Missionen in RDR 2 oftmals "wie auf Schienen" an.

Oftmals soll ich einer festgelegten Route von A nach B folgen, einen oder mehrere bestimmte Charaktere über den Jordan schicken oder eine Person mit einem vorgegebenen Abstand mit dem Auto verfolgen – und wehe der nötige Abstand wird nicht eingehalten! Halte ich mich nicht dran, scheitert die Mission.

Das fand ich schon immer schade. In GTA (oder Red Dead) möchte ich nicht nur in der Open World maximale Freiheit genießen und mit unterschiedlichen Spielmechaniken herumexperimentieren, sondern eben auch in Missionen.

GTA 6 verspricht mehr Freiheit in Missionen

Wie Nelson gegenüber IGN verrät, will Rockstar in GTA 6 das Missionsdesign nun aber endlich offener gestalten. "Bei diesem Spiel haben wir uns jedoch ganz bewusst darum bemüht, die Möglichkeiten so weit wie möglich zu öffnen, ohne dabei die Qualität des Spielerlebnisses zu beeinträchtigen", so Rockstar Norths Co-Studio-Head. Weiterhin erklärt er:

In der ersten Mission, die ihr im [Netflix-Preview]-Video gesehen habt, in der sie sich in dem Hochhaus befinden und versuchen, herauszukommen, gibt es mehrere Wege, aus diesem Hochhaus zu entkommen.

Oder bei der Mission, in der sie Raul treffen und er auf der Rückbank des Autos Platz nimmt: Der erste Abschnitt ist noch weitgehend vorgegeben, weil du als Jason schießt und Lucia fährt. Danach wechseln die Rollen und du fährst selbst. Es gibt eine optimale Route, die dir vorgegeben wird, um zu entkommen. Aber wenn du dieser nicht folgst, kannst du trotzdem entkommen – im Grunde handelt es sich bei der Mission um eine Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Wann immer eine Mission auf systemischen Gameplay-Mechaniken aufbauen kann – also etwa auf einem Fahndungslevel oder dem Raubüberfall-System – versuchen wir, sie so zu gestalten, dass sie sich nicht inkonsistent mit der Funktionsweise des Spiels in der offenen Welt anfühlt.

Kurzum:

  • Missionen können von vorgesehenen Routen abweichen bzw. soll es mehrere Routen geben
  • Missionen, in denen Gameplay-Systeme wie Verfolgungsjagden, Raubüberfälle oder Fahndungslevel im Fokus stehen, können wir eigene Lösung finden und müssen nicht mehr nur einem vorgegebenen Weg folgen.

Gerade bei Missionen, in denen Verfolgungsjagden oder Raubüberfällen vorkommen, haben wir jetzt mehr Freiheit als je zuvor. Gerade bei Missionen, in denen Verfolgungsjagden oder Raubüberfällen vorkommen, haben wir jetzt mehr Freiheit als je zuvor.

Generell sollen sich die Missionen in GTA 6 möglichst organisch in die Open World von Leonida einfügen und sollen sich weniger geskriptet anfühlen. Es ist allerdings nicht zu erwarten, dass Rockstar im kommenden Gangster-Abenteuer von Jason und Lucia nun völlig frei dreht. Man versuche weiterhin, Freiheit und Storytelling in Balance zu halten:

Es kann manchmal schwierig sein, die Qualität auf dem gewünschten Niveau zu halten, wenn man bei Missionen zu viel Freiheit oder zu viele Wahlmöglichkeiten zulässt. Aber wir versuchen wirklich, das überall umzusetzen, wo es möglich ist. Und hoffentlich können wir Missionen an den entsprechenden Stellen weiter öffnen, sodass sich das, was du gerade tust, wenn es sinnvoll ist, ähnlich anfühlt wie das, was du in der offenen Welt machst, wo du eine enorme Auswahl an Möglichkeiten hast.

Eine extreme Offenheit in Missionen und dutzende Lösungswege wie beispielsweise damals in Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain erwarte ich in einem GTA aber auch nicht. Eine kinoreife Inszenierung beim Storytelling gehört für mich einfach dazu. Auf dem Papier klingt Rockstars Ansatz in GTA 6 also nach der perfekten Mitte. Ich bin mächtig gespannt!

Release und Plattformen: GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für die PS5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version des kommenden Open World-Abenteuers hat Rockstar nicht bestätigt, ein nachträglicher Release ist allerdings nicht ausgeschlossen.

Was haltet ihr von Rockstars Vorhaben, Missionen in GTA 6 mehr zu öffnen?


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