Für das kleine Team von Mandragora Games hätte es kaum besser laufen können: Innerhalb von wenigen Tagen spielte ihr Reparatur-Simulator ReStory knapp drei Millionen Dollar ein, auf Steam steht das Spiel bei 95 Prozent positiven Bewertungen. Ein riesiger Erfolg, der aber auch von Resellern getrübt wird.
Reselling-Vorwurf wurde sofort nach dem Launch laut
Als der Tech-Kanal El Analista De Bits am 7. August folgenden Post auf X absetzte, war nicht im Geringsten absehbar, was damit ausgelöst werden sollte:
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Im Post wird das aktuell äußerst erfolgreiche ReStory beworben, in dem Spieler*innen angestaubte und kaputte Retro-Geräte zu entspannter Musik reparieren. Im Posting wird auf den Key-Seller Instant Gaming hingewiesen, der den Youtube-Kanal finanziell mit Werbeplatzierungen unterstützt. Bei Instant Gaming wird ReStory für 8,99 Euro angeboten.
Zur Einordnung: ReStory gibt es gerade auf Steam für deutlich höhere 17,87 Euro.
Daraufhin meldete sich das Indie-Studio Dicehit Games zu Wort, das den Roguelike-Deck-Builder Runeveil entwickelt. Das Team kritisiert solch extrem stark vergünstige Angebote wie bei ReStory scharf, da die Keys bei drastischen Vergünstigungen häufig nicht von den Entwickler*innen für den Verkauf authorisiert wurden.
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Die Ansicht des Studios ist dabei ziemlich eindeutig: "Wenn euch unsere Spiele zu teuer sind und ihr daher eine Key-Seite nutzen wollt, besorgt euch einfach eine Raubkopie."
Als Grund werden sogenannte Promo-Codes aufgeführt. Studios und Publisher richten zumeist kostenlose Key-Pools für Content Creator, Presse und Co. ein, damit das Spiel mehr Aufmerksamkeit erhält. Dabei kann es aber auch dazu kommen, dass der Verteilungsmechanismus ausgenutzt wird, um an kostenlose Keys zu geraten. Die Produktschlüssel werden dann bei Key-Sellern zum Billigpreis verschleudert.
Die Entwickler*innen sehen von den daraus resultierenden Verkäufen keinen Cent, der Gewinn verbleibt jedoch bei dem Key-Seller. Ob das auch bei ReStory und dem Instant Gaming-Angebot passiert ist, lässt sich nicht zweifelsfrei belegen, da es sich lediglich um eine Vermutung des Studios handelt.
Jetzt hat sich der ReStory-Publisher eingeschaltet
Mandragora Games, das eigentliche Team hinter ReStory, hat sich bislang nicht geäußert, dafür aber der CEO des Indie-Publishers TinyBuild. Der CEO postete am 11. August, dass 649 Steam-Keys von ReStory gesperrt wurden, nachdem die Quelle für die wahrscheinlich kostenlos "geleakten" Produktschlüssel identifiziert wurde:
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Sollten Käufer*innen Zugang zum Spiel verloren haben, sollen sie sich bei den entsprechenden Key-Sellern melden. Es seien zwar auch einige User der Seite Green Man Gaming von der Sperrung betroffen, die sollen jedoch TinyBuild kontaktieren, um kostenfrei einen Ersatz-Key zu erhalten, da es sich um rechtmäßige Käufe handelt.
Der drastische Schritt hat eine Vorgeschichte: Bereits vor zehn Jahren hat der Publisher nach eigenen Untersuchungen circa 450.000 Dollar durch "betrügerische" Verkäufe über den Key-Seller G2A verloren. Damals wurden Keys über gestohlene Kreditkarten geordert und dann bei dem Shop eingestellt.
Dass das bei dem jüngsten Vorfall auch der Fall war, wurde nicht bestätigt. Es ist zudem nicht klar, ob auch das Angebot von Instant Gaming von diesen Maßnahmen betroffen ist. Der Shop könnte aller Voraussicht nach Keys für das Spiel in anderen Märkten eingekauft haben und nun in Europa veräußern.
In Indonesien und Indien kostet ReStory beispielsweise umgerechnet nur 5 Euro, da dort die Kaufkraft nicht so hoch ist, aber auch regionale Spieler*innen sich den Titel leisten können sollen. Ein solches Vorgehen kann nur unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise einem Region-Lock der Keys, angefochten werden.
Wie steht ihr dazu? Kauft ihr bei Key-Sellern eure Spiele?
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