Als Papa schiebe ich ordentlich Frust: Warum gibt es so wenig Kinder-Controller?

Wenn Tobi mit seiner Tochter an der Konsole spielt, scheitern viele Dinge nur an der Bedienung. Dabei gäbe es so viele gute Ideen für spezielle Kinder-Controller.

von Tobias Veltin,
18.05.2022 17:00 Uhr

Kinder-Controller gibt es bereits, allerdings ist die Auswahl ziemlich spartanisch. Kinder-Controller gibt es bereits, allerdings ist die Auswahl ziemlich spartanisch.

"Papa, kannst du das bitte für mich machen?" Meine Tochter schaut mich traurig an und hält mir den Controller hin. Solche Situationen kommen bei mir zuhause in den letzten Wochen häufiger vor. Denn just in der Zeit, in der ich meinen fast fünfjährigen Nachwuchs etwas mehr für Videospiele begeistern möchte, stoße ich vermehrt auf ein Hindernis, mit dem ich vorher nicht unbedingt gerechnet hatte – weil ich mir vorher schlicht keine Gedanken darüber gemacht habe.

Und dieses Problem lässt sich ziemlich leicht benennen. Denn egal auf welcher Konsole – ob nun PS5, Xbox Series X oder Nintendo Switch – ich mit ihr spiele, die Controller für ihre zarten Kinderhände sind einfach viel zu groß! Sie kann die Pads also nicht vernünftig halten und das dann vor allem in Situationen, in denen mehrere Eingaben auf beiden Seiten des Controllers nötig sind – also etwa das gleichzeitige nach vorne auf dem Analogstick drücken und springen bei Paw Patrol Mighty Pups wird zu einem frustrierenden Unterfangen. 

Denn sie weiß zwar kognitiv, was sie machen muss, bekommt es aber rein physisch aufgrund der zu großen Controller-Dimensionen nicht hin. Und das führt dann erst zu anfangs geschilderter Frage und etwas später zum frustrierten Abbruch, weil sie es doch gerne komplett alleine schaffen würde.

Tobias Veltin
Tobias Veltin

Tobi ist seit 2009 Redakteur bei der GamePro. Seine Lieblings-Genres sind Shooter und Rennspiele und auch abseits von Videogames sind Spiele seine große Leidenschaft. Er liebt Fußball und Billard und erweitert stetig seine Brettspielsammlung. Mit der gleichnamigen Biermarke hat er übrigens nichts zu tun. Leider.

Die Auswahl ist noch ziemlich klein

Deswegen habe ich mir zuletzt mehrfach die Frage gestellt: Warum gibt es eigentlich so wenige Kinder-Controller? Denn geben tut es sie bereits. Eine Suche bei beispielsweise Amazon liefert etwa ein paar vereinzelte Ergebnisse, die laut den Rezensionen auch gelungen sind. Trotzdem wundert mich die geringe Auswahl, denn auch im örtlichen Media Markt oder Saturn hängen ausschließlich "normal große" Controller in den Zubehörregalen. Gibt es also keine große Nachfrage für Kinder-Controller? Das kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, schließlich spielen auch immer mehr junge Menschen, der Bedarf nach kindgerechten Controllern sollte also da sein.

Vor allem bei der Switch finde ich es enttäuschend, dass es hier kein dediziertes First Party-Eingabegerät für die Kleinsten gibt. Klar, die Joy-Con sind ziemlich klein, aber auch ein bisschen fummelig. Mir würde hier eher so etwas wie Microsofts Adaptive Controller vorschweben. Komplett modular, mit großen Knöpfen und Eingabemöglichkeiten, die Kindern die Koordination erleichtert. Zumal gerade Nintendo ja manchen Spielen besondere "Easy-Modi" spendiert, die nur noch wenige Eingaben erfordern. Die Schlau-Steuerung in Mario Kart 8 Deluxe ist da so ein Beispiel, die mir als Papa übrigens extrem gut gefällt:

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Aber selbst hier fällt es meiner Tochter manchmal schwer, den Controller in einer für sie angenehmen Art und Weise zu halten. Und das frustriert auch mich als Papa, weil ich weiß, dass es doch eigentlich besser gehen müsste.

Potenzial für modulare "Mitwachs"-Controller?

Nur, dass es jetzt nicht falsch verstanden wird: Ich verlange auf keinen Fall, dass Konsolen-Hersteller ihrem jeweiligen System standardmäßig einen Kinder-Controller mit in den Karton legen. Aber ich würde mir wünschen, dass es zumindest für jede der Konsolen ein entsprechend zugeschnittenes Pad "aus eigenem Hause" gibt.

Und damit ist nicht zwangsläufig gemeint, dass es nur kleine Versionen der normalen Controller sein müssen, die irgendwann dann möglicherweise wieder zu klein sind. Auch ist mir bewusst, dass jedes Kind anders ist und es schwer werden wird, einen "Durchschnitts-Kinder-Controller" anzubieten. Aber was spricht denn gegen einen "mitwachsenden" Controller? Also ein modulares System, das sich dann je nach Alter Stück für Stück erweitern lässt. Bei manchen Kinderutensilien wie etwa Hochstühlen gibt es das schon ewig und es wäre doch zumindest mal ein schöner Hardware-Gedanke. Ja, ich meine euch, liebe Drittanbieter!

Ich gebe zu, hier spricht natürlich ein sehr frustrierter Papa aus mir und wer keine Kinder hat, wird dieses "Problem" vermutlich als Lappalie ansehen. Aber wer einmal gesehen hat, wie Kinderaugen leuchten, wenn etwas Neues auf eigene Faust geschafft wird, der wird meinen Wunsch nach mehr Kinder-Controllern ziemlich sicher unterstützen.

Wie sieht es bei euch aus: Kommen eure Kinder mit den Standard-Controllern besser klar?

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