Das PS5-Logo ist nicht "lahm", sondern perfekt für die PlayStation 5

Viele Fans machen sich über das “einfallslose” Logo der PS5 lustig, aber Hannes glaubt, dass Sony sich hier durchaus viele Gedanken gemacht hat. Vermutlich sogar die richtigen Gedanken.

von Hannes Rossow,
09.01.2020 13:21 Uhr

Sony hat es sich mit dem PS5-Logo einfach gemacht, aber das hat gute Gründe. Sony hat es sich mit dem PS5-Logo einfach gemacht, aber das hat gute Gründe.

Zugegeben, das Design des offiziellen Logos der PlayStation 5 hat vermutlich nicht viel Zeit in Anspruch genommen. Direkt nach der Enthüllung des "PS5"-Schriftzugs im Rahmen der CES rümpften so manche Fans (und wir auch) die Nase oder machten sich direkt lustig über das "faule" Design oder die Einfallslosigkeit. Das PS5-Logo ist eigentlich das PS4-Logo mit einer anderen Ziffer - und jeder weiß es.

Allerdings muss das nicht langweilig sein, denn auch eine derart konservative Design-Entscheidung ist am Ende ein bewusstes Statement von Sony, über das sich PS4-Fans eigentlich freuen können.

Simpel aber bedeutsam

Wir müssen uns hier einfach nur die Frage stellen, warum Sony sich wohl für dieses Logo entschieden hat. Warum gab es denn gerade eben kein frisches oder "moderneres" Design? Schließlich steht doch eine neue Konsolengeneration an, die wieder einen technischen Sprung bedeuten wird. Das Logo der PS5 zeigt, dass Sony vor allem einen Eindruck vermitteln möchte: Alles bleibt so toll wie bisher.

Das neue Logo der PS5 wirkt vertraut. Das neue Logo der PS5 wirkt vertraut.

Während Microsoft mit der gewöhnungsbedürftigen Namenskonvention der Xbox Series X für Verwirrung sorgt und sich mit dem Tower-artigen Design vom Formfaktor der Xbox One eher distanzieren möchte, forciert Sony das Markengefühl eines direkten Nachfolgers der PlayStation 4. Die PlayStation-Familie hat dank einer immens erfolgreichen Generation aktuell nicht den Druck, sich selbst neu erfinden zu müssen und deswegen passiert es auch nicht.

Diese Mentalität unterstrich Sony Interactive Entertainment-Chef Jim Ryan im Interview mit dem japanischen Ableger des Business Insider (via Gematsu):

"Es ist wichtig, bei Produkten innerhalb der PlayStation-Marke ein Gefühl der Einheitlichkeit zu vermitteln. Jeder, der das Logo sieht, muss automatisch den positiven Gedanken haben: 'Das ist PlayStation.'"

Die PS4 ist nicht nur Marktführer, sondern vor allem auch der gefühlte Gegenentwurf zu den frühen Multimedia-Konzepten der Xbox One. Wir brauchen uns nur an das "Tutorial-Video" erinnern, in dem PS4-Käufern erklärt wurde, wie sie Spiele untereinander tauschen können - ein knackiger Seitenhieb auf das damalige Always on-Lizenz-Chaos von Microsoft.

Die über 106 Millionen verkauften PS4-Konsolen kommen nicht von ungefähr. Sony hat der PS4 ein Image verpasst, das für starke Technik zu erschwinglichen Preisen und vor allem ein starkes Lineup an Exklusivspielen steht. Und das neue (alte) PS5-Logo soll uns zeigen, dass an diesem Image festgehalten werden soll. Auch in der nächsten Konsolengeneration wird es wieder große Singleplayer-Blockbuster und leistungsstarke Hardware geben.

Wer Spaß mit Spekulationen hat, darf vom Logo-Design vielleicht auch auf den möglichen Preis der PS5 schließen, der sich erneut an der magischen 400 Euro-Grenze orientieren könnte. Warum sollte sich Sony hier schließlich nicht komplett auf die Stärken der PS4 verlassen?

Zuviel des Alten?

Das PS5-Logo zeugt von Selbstbewusstsein und wenn Sony die richtigen Schlüsse aus dem Erfolg der aktuellen Konsolengeneration gezogen hat, dürfte dieses Selbstbewusstsein auch gerechtfertigt sein. Es würde mich auch nicht wundern, wenn der PlayStation 5 am Ende eine deutliche Verwandtschaft zur Vorgängerkonsole anzusehen ist. Die ersten Bilder des DualShock 5 lassen vermuten, dass kein Anlass gesehen wird, die Designphilosophie zu hinterfragen.

Es mag also langweilig aussehen und vielleicht hat es sich Sony hier auch ein bisschen zu einfach gemacht, doch das Logo der PS5 sagt mehr aus, als auf den ersten Blick vermutet werden könnte. Hoffentlich wiegt sich Sony hier aber nicht in falscher Sicherheit, denn bei aller Liebe zur bisherigen Erfolgsformel braucht es beim Generationswechsel auch ein Quantum Frische.

Microsoft hat immens in neue First Party-Studios investiert und wird dadurch den Druck auf Sony erhöhen können. Hier muss Sony aufpassen, sich nicht selbst zu überschätzen. Zwischen dem Vertrauen auf die eigenen Stärken und dem Eindruck von Altbackenheit liegt nämlich manchmal nur ein schmaler Grat.

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