Im Jahr 2001 sind mit 86, Tokyo Revengers, To Your Eternity, Horimiya und Blue Period viele richtig gute Anime-Serien erschienen. Ein Anime aus diesem Jahrgang hat für mich jedoch alle anderen überschattet und gehört meiner Meinung nach zu den Besten der Besten: Ranking of Kings.
Worum es in Ranking of Kings geht
Bei Ranking of Kings handelt es sich um die Anime-Adaption des namensgebenden Mangas von Sosuke Toka und erzählt die Geschichte des kleinen und gehörlosen Prinzen Bojji aus dem Königreich Bosse.
Obwohl er der Sohn von zwei mächtigen Riesen ist, ist er körperlich sehr klein und so schwach, dass er nicht einmal einen Stein aufheben kann. Weil er so schwach und darüber hinaus auch gehörlos ist, wird er von den Einwohner*innen des Königreichs verspottet, was mir beim Zuschauen wirklich das Herz zerrissen hat.
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In Ranking of Kings will der junge Prinz Bojji der stärkste König werden
Bojji kann nämlich Lippen lesen, gibt das nach außen hin jedoch nicht preis und zeigt sich tapfer, aber weint hinter geschlossenen Türen bitterlich wegen der Demütigungen und Gespott der Bewölkerung Eines Tages trifft Bojji bei seinen täglichen Ausflügen in die Stadt auf den Schatten “Kage” und freundet sich mit ihm an.
Das Besondere an dieser ungewöhnlichen Freunschaft: Der Schatten hat Bojji zu Beginn der Geschichte eigentlich ausgeraubt, aber durch Bojjis freundliche Art und kindliche Naivität, entwickelt der Kriminelle eine Bindung zu dem jungen Prinzen und möchte ihn letzten Endes dabei unterstützen, ein starker und angesehener König zu werden.
Ein ungewöhnliches Duo mit simpler Prämisse
Die Prämisse ist also simpel: Bojji möchte stärker werden, um seinen Mitmenschen zu beweisen, dass er ein starker und guter König sein kann. Kage, Ex-Krimineller und einziger Überlebende des Schatten-Assassinen-Clans, möchte ihn dabei unterstützen, so gut es geht und beide werden beste Freunde. Das Duo habe ich sofort ins Herz geschlossen.
Eine Eigenschaft an Bojji hat den kleinen Prinzen für mich unglaublich interessant gemacht: seine Schwäche.
Dabei spreche ich ausschließlich von seiner körperlichen Schwäche, denn der junge Prinz kann nicht einmal einen Stein hochheben, geschweige denn ein Schwert richtig schwingen.
Bojjis Schwäche ist die Stärke des Animes
Bojjis Schwäche hat nämlich einen bestimmten Grund, den ich euch an dieser Stelle aber nicht spoilern möchte. Nur soviel: Er ist und bleibt im Laufe der Serie schwach. Es ist eine ungewöhnliche Entscheidung für einen Protagonisten einer Serie, in der es darum geht, der Stärkste zu werden – und genau deswegen liebe ich diesen Anime.
Bojji ist nämlich nicht der typische 0815-Protagonist einer Shonen-Serie, der irgendwann plötzlich schlummernde Kräfte in sich entdeckt, durch ein Ereignis super stark wird oder besondere Fähigkeiten freischaltet – nein, er bleibt körperlich schwach wie am Anfang der Geschichte und das ändert sich auch nie.
Versteht mich nicht falsch. Ich zähle diese Serie nicht zu den besten aller Zeiten, nur weil der Protagonist schwach bleibt und nie stärker wird, sondern weil die Serie aus dieser scheinbaren “Schwäche” eine unglaubliche Stärke macht.
Wie sie das genau umsetzt, möchte ich euch nicht vorwegnehmen. Aber eines kann ich euch versichern: Ihr werdet Bojji genauso ins Herz schließen und bei seiner Entwicklung anfeuern, wie ich es getan habe.
Charaktere mit komplexer Tiefe
Abseits von Bojji und Kage fallen auch die restlichen Charaktere von Ranking of Kings ungewöhnlicher aus, als man es eigentlich von Serien dieser Art und des Genres kennt. Während der Serie hatte ich oftmals das Gefühl, dass Sosuke Toka mich auf die falsche Fährte lockt und bewusst eine Figur absichtlich anders darstellt, als sie eigentlich ist.
Dadurch wurden beispielsweise zu Beginn noch unsympathische oder unausstehliche Charaktere später zu meinen Lieblingen, während umgekehrt ein scheinbar freundlicher Charakter und Verbündeter Bojjis später seinen wahren (düsteren) Charakter zeigte – und das auf eine Art, die man nachvollziehen, aber nicht wirklich verzeihen kann.
Sosuke Toka hat es geschafft, seinen Charakteren in der Story mit ihren komplexen Hintergrundgeschichten und Ambitionen Tiefe zu verleihen, die ich bei vielen anderen Animes vermisse – auch das macht Ranking of Kings für mich so großartig.
Für mich zählt Ranking of Kings mit seiner simplen Prämisse, komplexen Figuren, dem wunderschönen Zeichenstil, der an Ghibli-Filmen erinnert, und seinem außergewöhnlichen und eben nicht stereotypen Hauptcharakter-Duo zu den besten Animes aller Zeiten, die jeder einmal gesehen haben sollte – ob nun Shonen-Fan oder nicht.
Habt ihr Ranking of Kings geschaut und welche Anime-Serien sind eurer Meinung nach die, die jeder geschaut haben sollte?
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