Als ich den ersten Trailer zum neuen Resident Evil-Film gesehen habe, war ich noch skeptisch. Dass das ein guter Horror-Film werden würde, darauf ließ der Name Zach Cregger definitiv hoffen. Unsicher war ich mir allerdings, ob es eben auch ein guter Film über Resident Evil werden kann, der dem Markennamen gerecht wird.
Immerhin sehen wir hier keines der bekannten Gesichter aus den Spielen. Meine Befürchtung vorab: Hier wurde einfach halbherzig die bekannte IP draufgeklatscht. Tatsächlich ist das Fehlen von Leon, Claire und Co. aber das Beste, was dem Film meiner Meinung nach passieren konnte. Denn erst so fühlt er sich wirklich wie ein Resident Evil an.
Hier kommt das Spielgefühl rüber
Natürlich sind Chris, Leon, Claire, Jill und Co. untrennbar mit dem Resident Evil-Franchise verbunden – aber eben auch so untrennbar, dass es quasi unmöglich erscheint, sie sterben zu lassen.
Das ist eine Absicherung, die Film-Protagonist Bryan schlicht nicht hat. Er ist ein Niemand, ein echter Everyman, für den jede Begegnung mit dem G-Virus glaubhaft und nachvollziehbar tödlich enden kann. Auch deshalb bange ich beim Schauen in jeder Szene um ihn – auf eine Art, wie ich das mit Leon und Co. nicht könnte.
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Erster Trailer zum neuen Resident Evil Film ist da und wow, das sieht besser aus als alle bisherigen Filme zusammen
Dafür sind die eingefleischten Protagonist*innen der klassischen Spiele einfach zu cool und zu kompetent, wenn sie sich durch zombieverseuchte Villen und Städte ballern. Bryan hingegen ist definitiv weder zu cool, noch zu kompetent. Er stellt sich sogar hier und da aktiv inkompetent an, wenn er zum Beispiel das erste Mal versucht, eine Waffe zu benutzen.
Und ganz ehrlich: Wer hat sich bei seinem allerersten Shooter anfangs nicht ein klein wenig inkompetent angestellt und wurde vielleicht direkt vom allerersten Feind erwischt?
Genau DAS ist nämlich das Gefühl, das der Film immer wieder rüberbringt.
Er versucht weniger, die Geschichte der Spielreihe nachzuerzählen, dafür nimmt er sich ganz generell zu viele Freiheiten. Vielmehr transportiert er in meinen Augen das Gefühl, eines der alten Resis zum ersten Mal zu zocken oder jemandem dabei zuzusehen.
Jedes Mal, wenn Bryan vor einem Schloss steht, für das ihm der Schlüssel fehlt, fühle ich mich an eines der abstrusen Rätsel der Reihe erinnert. Und jedes "What the fuck" von ihm lässt mich an einige der – auf gut Deutsch – abgefuckten Bossdesigns denken. Oder daran, wie es war, über ein leeres Hundehaus zu stolpern. Fans der klassischen Teile wissen, was ich meine.
Zusammen mit den knappen Ressourcen und der Mischung aus Horror und der typischen Resi-Absurdität schafft es der Film so einfach fantastisch, den Vibe eines Resident Evils einzufangen. Und das ganz ohne Leon, Claire und Co.
Wie fandet ihr den neuen Resident Evil-Film und glaubt ihr, dass Charaktere aus den Spielen ihm gutgetan oder doch eher geschadet hätten?
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