Xbox Series X entfernt, was eh fast niemand genutzt hat

Die Xbox Series X verzichtet auf einen optischen Audio-Port. Der S/PDIF-Anschluss werde sowieso nur von einem Bruchteil der Menschen genutzt, erklärt Phil Spencer.

von David Molke,
03.04.2020 14:27 Uhr

Die Xbox Series X-Macher verzichten auf den ursprünglich schon sichtbaren S/PDIF-Anschluss für optische Kabel. Die Xbox Series X-Macher verzichten auf den ursprünglich schon sichtbaren S/PDIF-Anschluss für optische Kabel.

Die Xbox Series X hat diverse Anschlüsse, aber keinen mehr für ein optisches S/PDIF-Audiokabel. Wieso das so ist, erklärt Xbox-Chef Phil Spencer: Es sei erstens eine simple Frage das Geldes und zweitens benutze den Audio-Port sowieso kaum noch jemand.

Xbox Series X verzichtet auf S/PDIF-Port

Port war zu sehen: In einem Game Stack-Live Video war die Xbox Series X mit einer ganzen Reihe an Anschlüssen auf der Rückseite zu sehen. Dazu gehörte auch ein S/PDIF-Port, wie findigen Fans im Netz natürlich nicht entgangen ist.

Offiziell nicht mit dabei: Auf diverse Nachfragen von unter anderem IGN hat Microsoft dem Anschluss dann allerdings eine offizielle Absage erteilt. Die Next Gen-Xbox verfügt demnach nicht mehr über einen optischen Audio-Port und keine S/PDIF-Anschlussmöglichkeit.

"Nein. Die Xbox Series X beinhaltet Ports fürs Netzwerk (Ethernet), HDMI-Ausgang, Seagate Speichererweiterungs-Karten und drei USB 3.1-Ports."

Phil Spencer erklärt, warum das so ist

Kosten sparen: In erster Linie habe Microsoft darüber nachgedacht, wie viel es letztlich kostet, einen entsprechenden Anschluss zu verbauen. Wenn ein einzelnes kleines Teil vielleicht nur 2 US-Dollar in der Produktion kostet, kann sich das schnell sehr stark summieren (via: IGN).

"Wir sagen okay, wir planen 100 Millionen von diesen Konsolen zu verkaufen. Also nehmen wir die 2 Dollar über 100 Millionen und haben dann 200 Millionen US-Dollar im Verlauf der Lebensdauer des Programms."

Zusätzlich gehe es natürlich auch immer darum, Platz zu sparen.

Niemand nutzt's? Laut Phil Spencer sei außerdem im Hinblick auf die bisherigen Xbox-Konsolen klar geworden, dass der S/PDIF-Port wohl nur von sehr wenig Menschen genutzt werde.

"Wir wissen außerdem, wie viele Leute es heute an den Konsolen benutzen. Ich weiß also, dass es gemacht wird, aber wir sehen es. Wir rechnen es also quasi durch, ob wir ein Teil in jede Konsole packen müssen, das nur von X Prozent der Leute genutzt wird und fragen uns, ob es nicht eine bessere Möglchkeit gibt, das Geld auszugeben und das auf andere Art zu unterstützen."

Keine Angst: Die Xbox Series X setzt somit jetzt voll und ganz auf HDMI 2.1. So kann alles in einem Kabel übertragen werden und der HDMI 2.1-Standard ist zum Beispiel auch Dolby Atmos-fähig.

Aber auch an die speziellen Headset-Hersteller wie zum Beispiel Astro, die bisher noch auf S/PDIF gesetzt haben, sei gedacht worden, wie Phil Spencer erklärt. Deren High End-Geräte sollen über USB kompatibel gemacht werden.

"Wir haben mit den Headset-Herstellern im Vorfeld von all dem eine Unterhaltung geführt."

Xbox Series X - Video: Alle bislang bekannten Fakten zur Next-Gen-Konsole 8:10 Xbox Series X - Video: Alle bislang bekannten Fakten zur Next-Gen-Konsole

Was ist S/PDIF überhaupt?

Ein spezieller Audio-Port, auf den besonders Audiophile schwören.

Die Vorteile:

  • Optische Übertragung kann für weniger Störungen sorgen
  • Mehrkanal-Signale werden nur über ein Kabel übertragen
  • Angeblich beste Qualität für Soundbars & High End-Headsets

Die Nachteile:

  • Bandbreite für DTS-HD oder Dolby HD-Mehrkanalton nicht ausreichend
  • Datenverlust
  • Kein 5.1-Ton in HD über nur ein Kabel möglich
  • Kein Dolby Atmos möglich

HDMI 2.1 bündelt das alles in einem Kabel und kann sehr viel größere Datenmengen auf die Schnelle übertragen. Wenn die meisten Hersteller auf HDMI umschwenken oder USB-Adapter nutzen, sollte der Wegfall von S/PDIF also eigentlich kein Problem darstellen.

Wie denkt ihr darüber, dass der Port wegfällt? Nutzt ihr noch S/PDIF?

zu den Kommentaren (170)

Kommentare(170)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Informationen oder schließen