007 - Alles oder Nichts - Eins der besten Shooter der letzten Dekade

Von TageLöhner · 31. Oktober 2019 ·
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    Vor mehr als 50 Jahren hatte der damals 45 jährige Brite Ian Flemming die Idee zu einem Agenten-Roman, der heute bereits 3 Generationen an Kinogängern alljährlich vor die Kino- Leinwand lockt. Die Rede ist natürlich vom berühmtesten Vogelkundler der Welt, James Bond. Vogelkundler? Nun, die Idee zu dem Namen James Bond stammt tatsächlich vom Verfassers des Naturkundebuches “Birds of the West Indies“. Also wenn ihr mal gefragt werdet… Aber genug Geschichtliches, wenden wir uns der Gegenwart zu.

    Im Kino mußten wir im November 2002 einen etwas anderen Bond ertragen. Mit unerwarteter Härte und schwer gezeichnet durfte sich Pierce Brosnan in “Stirb an einem anderen Tag“ an der Seite von Oscar Preisträgerin Hale Barry gleich mit halb Korea anlegen. Nicht ganz die Qualität der Filme erreichten die Konsoleneigenen Produktionen “Agent im Kreuzfeuer“ oder “Nightfire“. Der neueste Hit “James Bond: Alles oder Nichts“ bietet einmal mehr die gewohnte Mixtur aus Fahr-, Flug- und zu Fuß- Missionen, mit dem Unterschied, dass wir James diesmal dabei über die Schulter blicken dürfen. Auf eine Ego-Perspektive wie in den Vorgängern wurde gänzlich verzichtet.

    Um dem Spieler die perfekte Illusion eines neuen Bond- Kinofilms zu vermitteln wurde ein selbst für EA-Verhältnisse ungeheuer großer Aufwand betrieben. Neben den bekannten Akteuren Pierce Brosnan, John Cleese (Q), Judi Dench (M), Willelm Dafoe und Richard Kiel (Beisser) wurden mit Shannon Elizabeth, Mya Harrison und Heidi Klum die attraktivsten Bond-Girls der Videospiele- Geschichte ins virtuelle Leben gerendert. Gesprochen werden die Darsteller von ihren Originalen. Für den kompletten Storyplott zeichnen die Drehbuchautoren der Kinofilme verantwortlich.

    Alles oder Nichts

    Kein geringerer als Diavolo persönlich soll diesmal dem gepflegten Edelzwirn unserer Lieblings-Doppel Null die Falten in den Stoff treiben. Genau genommen der ehemalige KGB-Agent und Partner von Max Zorin, Nikolai Diavolo. Wie von einem guten Bond Streifen gewohnt geht es einmal mehr um Spitzentechnologie der Extraklasse die ungezwungen den Besitzer wechseln soll. Nano-Technologie lautet das Zauberwort das James Bond kreuz und quer über den Erdball reisen lässt. Mini-Roboter, die in der Lage sind jedes Metall zu zerstören, das ihnen in die Quere kommt. Auf ein elektrisierendes Wiedersehen mit dem sympathischen Colgate Rostschutz-Werbeträger “Beisser“ freuen wir uns übrigens auch ganz besonders. Glücklicherweise hält John Cleese in der Gestalt von Q einige Tech Gadgets für uns parat, mit denen wir manch heikle Situation ganz in Hollywood Manier in letzter Sekunde retten können.

    Hollywood-like gestaltet sich auch der Einstieg ins Spiel. Mit unglaublichen Actioneinlagen gelingt es Bond in letzter Sekunde die Übergabe einer Mega-Bombe zu verhindern. Söldner, stationäre Geschütze, Panzerwagen und sogar ein waschechter Harrier Senkrechtsarter stellen sich euch in den Weg und trachten euch nach dem Leben. Für Bond weniger Problem als seine Masche gerade zu richten. Ein paar gewaltige Explosionen später befindet ihr euch im sicheren Helikopter, die Welt wurde einmal mehr von üblen Gesindel befreit und der Vollmond bringt uns nahtlos zu einer der geilsten Introsequenzen der Videospielegeschichte. Der eigens komponierte Song “Everything or Nothing“ steht den Hollywood Pendants in keinster Weise nach und könnte in Verbindung mit den grenzgenialen Videosequenzen so auch jederzeit im Kino laufen.


    Gameplay

    Wie bereits erwähnt hat man in den Laboratorien des MI6 seit dem letzten Bond Film nicht geschlafen und für EA’s Meisterwerk bekannte Technologien konsequent weiterentwickelt. So steht uns diesmal Porsches hässliches Entlein, der Chayene, in einer Tarnversion mit umfangreichen Waffenarsenal zu Verfügung, aber auch der berühmte Aston Martin steht nebst einer coolen Triumph, genannt das Q-Bike als fahrbarer Untersatz zur Verschrottung bereit. Sorgfalt mit den geliebten High-Tech Spielzeugen von Q war ja noch nie unsere Stärke… Weniger auffällig, dafür um so wirksamer ist die explosive Robot-Spinne die dank Fernbedienung dazu benutzt werden kann die Lage zu erkunden oder unzugängliche Areale zu erreichen. Drückt man aufs Knöpfchen fliegt das zierliche Tierchen mit lauten Knall in die Luft, sehr nett Q. Verschiedene Handfeuerwaffen, explosive Münzen, eine Art mobiler Enterhacken, Tarnanzüge und ein Nachtsichtgerät komplettieren die Grundausstattung des modernen Agenten von Heute.

    Ein kurzes Tutorial gibt Auskunft über die Steuerungstechnischen Feinheiten zur Kontrolle unseres Super-Agenten. Das ist auch dringend erforderlich um die unterschiedlichen Bewegungsabläufe zu verinnerlichen, denn in späteren Missionen ist es ein absolutes Muss reaktionsschnell zu Handeln. Der Wechsel in die 3rd Person Perspektive bietet eine Vielzahl an neuer Bewegungsabläufe wie die Möglichkeit sich gegen die Wand zu lehnen und per Zielaufschaltung im gegebenen Moment um die Ecke zu feuern. Das Anvisieren erfolgt per Tastendruck halbautomatisch und kann per rechten Analogstick feinjustiert werden.

    “James Bond: Alles oder Nichts“ spielt sich im Prinzip wie die anderen Vertreter der 3rd Person Action Adventures vom Schlage eines Splinter Cell (Ubi Soft) oder “Mission Impossible“ (Atari). Ergänzt wird das actionreiche Treiben durch gelungene Fahr- und Flugsequenzen die dank hervorragender Grafik und brauchbarer Fahrphysik mehr Spaß machen als je zuvor. Die Need for Speed Engine trägt hier sicher das ihre dazu bei. Immer ein Streit-Thema ist die Gestaltung von Missionen, soll man einen linearen Weg einschlagen oder dem Spieler alle Freiheiten dieser Welt lassen? Beim aktuellen Bond-Game steht eindeutig die Action im Vordergrund, alternative Lösungswege gibt es kaum. Der Handlungsfaden verläuft streng linear und kann nicht verlassen werden. Die meisten Missionen sind relativ kurz gehalten, Speichern während der Missionen ist nicht möglich.

    Dafür sorgen die abwechslungsreichen Schauplätze von Moskau über New Orleans und Ägypten bis Peru für viel Abwechslung im aufregenden Agenten-Alltag. Noch gelungener als die Schauplätze selbst sind die Fortbewegungsmittel die uns zu Verfügung stehen. Bond fährt nicht Bahn, und wenn dann nur wenn er dazu, wie in einer der ersten Missionen, gezwungen wird. Wohler fühlt sich unser Held da schon in aktuellen Sportwagen und schnittigen Helikoptern. Anders als in den Vorgängern werden die unterschiedlichen Missionstypen nun nicht mehr voneinander getrennt. Dieser Umstand sorgt für ein stimmiges und vor allen unglaublich actionreiches Gesamtbild, aber auch für Frustmomente da nur am Ende eines Missionsabschnittes gespeichert werden kann.

    Um nicht vorzeitig das Zeitliche zu segnen steht euch eine tolle neue Fähigkeit zu Verfügung, die Bond Vision. Betätigt ihr das Steuerkreuz schaltet das Geschehen in eine Art besonders langsamen Zeitlupenmodus um und ihr habt Zeit die richtige Waffe auszuwählen, oder bestimmte Objekte anzuvisieren die euch vorher verborgen blieben. Ein weiteres Novum sind die Bond Moments in denen ihr durch besonders spektakuläre Stunt-Einlagen Extrapunkte für die Endbewertung eurer Mission sammeln dürft. Ein Beispiel? Ihr jagt mit dem Motorrad einen flüchtigen LKW der eine Bombe in die Stadt bringen soll. Auf euerer Verfolgungsjagd kommt euch ein querstehender Tanklastzug in die Quere. Per Knopfdruck legt ihr euer Q-Bike auf die Seite, gleitet unter denTankwagen hindurch und betätigt unter dem Wagen den seitlichen Flammenwerfer, der Rest ist Schall und Rauch im wahrsten Sinne des Wortes. So Aktionen könnt ihr ständig im Storyplott versteckt vorfinden, allerdings ist es nicht leicht zu erkennen wann und wo diese Möglichkeiten bestehen.

    Multiplayer

    Wer lieber gemeinsam mit bis zu 4 Freunden in die Schlacht zieht freut sich über einen Multiplayermodus, der trotz Coop Modus für 2 Spieler nur halbherzig umgesetzt wurde und in erster Linie unkomplizierten Ballerspaß auf abwechslungsreichen Maps bieten soll.

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