Horrorspiele in 2020: Ein Grusel-Jahr mit Höhen und Tiefen

2020 gab es für Horrorfans böse und positive Überraschungen mit den sehr unterschiedlichen neuen Spielen.

Das von P.T. inspirierte Visage zeigte sich schön gruselig. Das von P.T. inspirierte Visage zeigte sich schön gruselig.

2020 gab es für Horrorfans einen Blockbuster, der etwas kurz ausfiel, aber dafür mit Amensia: Rebirth und Visage zwei überraschend gute und ganz unterschiedliche Gänsehaut-Titel. Andere Spiele haben dagegen leider enttäuscht und auf zwei interessante (Konsolen-)Neuerscheinungen müssen wir aufgrund von Verschiebungen noch warten.

Los ging's mit einem kurzen Spaß

Leider gestaltete sich der Ausflug mit Jill etwas kurz. Leider gestaltete sich der Ausflug mit Jill etwas kurz.

An sich ist das Resident Evil 3 Remake gut gemacht und sieht schick aus. Das Problem dabei ist nur, dass es erstens gerade einmal über maximal sieben Stunden Spielzeit verfügt und zweitens einfach nicht ganz so stark ist wie Resident Evil 2. Der asymmetrische Multiplayer Resistance, den man gleich mit erwarb, sollte zusätzlichen Spielspaß bieten, floppte aber aufgrund diverser Mängel wie Balance-Problemen und einem Mangel an Content.

Das Remake von Resident Evil 3 ist an sich eine gelungene Neuauflage, die aber - zum Teil aufgrund der geringen Länge - nicht an Resident Evil 2 herankommt.

Eine positive Überraschung war Amnesia: Rebirth

Amnesia: Rebirth setzt auf eine stimmungsvolle Mystery-Atmosphäre. Amnesia: Rebirth setzt auf eine stimmungsvolle Mystery-Atmosphäre.

Dieses Spiel war eine große Unbekannte. Der Reihen-Auftakt Amnesia: The Dark Descent war damals ein echter Horror-Hit, wogegen Amensia: A Machine for Pigs stark abfiel. Glücklicherweise besinnt sich der dritte Teil der Reihe wieder ganz auf die Stärken des ersten Ablegers und fügt spannende neue Aspekte hinzu. Die internationale Presse bewertet den Titel überwiegend als positiv.

Entwickler Frictional Games schickt uns in die Wüste. Genauer gesagt, in die algerische Wüste in den 1930er Jahren. Wir steuern in der von den Vorgängern unabhängigen Story die sympathische Protagonistin Tasi aus der Egoperspektive, lösen Umgebungspuzzles, schleichen an finsteren Gestalten vorbei und erkunden die unheimliche Geschichte durch Rückblenden und gefundene Schriftstücke.

Das Vernunftssystem fügt eine weitere schweißtreibende Komponente hinzu. Sieht Tasi etwas Schreckliches oder verweilt zu lange im Dunklen, so verliert sie die Kontrolle. Amnesia: Rebirth ist kein knallharter Splatter-Horror, sondern ein überzeugendes surreales Mystery-Abenteuer.

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Klassischer zeigt sich das an P.T. angelehnte Visage

Das Haus in Visage transformiert sich immer wieder. Das Haus in Visage transformiert sich immer wieder.

Tatsächlich ähneln sich beide Titel in Sachen Spielprinzip: Wie Rebirth hetzt uns auch Visage mit einem Vernunftssystem durch dunkle Gänge, immer auf der Suche nach der nächsten Lichtquelle. Diese Gänge befinden sich in einem typischen Horrorhaus.

Wir durchwandern es in der First Person-Sicht, puzzeln, erkunden und versuchen, uns nicht von wütenden Geistern erwischen zu lassen. In vier unabhängigen Kapiteln transformiert sich das Haus immer wieder und konfrontiert uns mit neuen düsteren Geschichten - und das ist trotz einiger etwas sperriger Mechaniken schön gruselig.

Visage gelingt es, bekannte Horrorzutaten äußerst stimmungsvoll zu arrangieren. Auch dieses Spiel wird von der internationalen Presse positiv bewertet.

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Auch die Fans kreativer Indie-Games wurden bedient

Carrion ist was für alle, die auf Pixeloptik stehen. Carrion ist was für alle, die auf Pixeloptik stehen.

Die Pixelmeister*innen von Phobia Game Studio und Devolver Digital ließen Carrion auf uns los - ein Game, das auf verschiedenen Arten mit den Konventionen aktueller Horrorspiele bricht.

Carrion ist ein Sci-Fi-Horror Jump&Run, bei dem ihr statt in die Perspektive der Überlebenden das bluthungrige Tentakelmonster spielt.

Little Hope wurde den großen Hoffnungen dagegen nicht gerecht

Little Hope ist der zweite Teil der The Dark Pictures Anthology. Little Hope ist der zweite Teil der The Dark Pictures Anthology.

Hexenjagd, eine Story mit mehreren Zeitebenen: Der nächste Ableger aus der The Dark Pictures Anthology wirkte im Voraus vielversprechend und das in den 70er-Jahren angesiedelte Intro lässt auf interessante Charaktere hoffen. Leider spielen diese im weiteren Verlauf kaum mehr eine Rolle.

Stattdessen verbleibt der charakterliche Tiefgang bei den tatsächlichen Hauptpersonen eher auf Gartenteich-Niveau, was dem Spiel für unseren Tester Dennis den Reiz genommen hat, wie ihr hier lesen könnt. Während es bei QuickTime Events und Dialogoptionen eigentlich darum geht, die ganze Gruppe durchzubringen, wollte er alle tot sehen.

Little Hope ist mit seiner Koop-Funktion eher eine Geister-Gaudi als ein unheimlicher Schocker und kommt an das großartige Until Dawn leider nicht ran.

Bei Remothered: Broken Porcelain fiel das Fazit noch ernüchternder aus

Technische Probleme machen hier dem Spielspaß einen Strich durch die Horror-Rechnung. Technische Probleme machen hier dem Spielspaß einen Strich durch die Horror-Rechnung.

Schade, da der erste Teil Tormented Fathers zwar auch nicht makellos, für Horrorfans aber durchaus einen Blick wert ist. Der Nachfolger, der ebenfalls auf Stealth- und Survival-Gameplay setzt, krankte leider zum Release an zahlreichen KI-Fehlern und Grafik-Glitches. Inzwischen sind einige Patches erschienen, die aber nichts daran ändern können, dass auch die Story - die ein paar interessante Ansätze zeigt - völlig verworren erzählt wird.

Bei Remothered: Broken Porcelain ist zwar die Grundidee spannend, das Spiel schwächelt aber auf allen Ebenen und kann mit dem ersten Teil nicht mithalten.

Bei der Multiplayer-Gaudi Phasmophobia waren Konsolenzocker*innen außen vor

Auf den Konsolen spuken die Phasmophobia-Geister bisher noch nicht. Auf den Konsolen spuken die Phasmophobia-Geister bisher noch nicht.

Als großer Überraschungshit stellte sich die Koop-Geisterjagd Phasmophobia heraus. Dabei sucht ein Team von Geisterjäger*innen Spuren für die Anwesenheit und den Typ eines Geists und muss hoffen, von diesem nicht umgebracht zu werden. Leider ist das bisher nur auf dem PC möglich.

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Andere Entwickler spannen uns noch auf die Folter - was hoffentlich der Qualität zugutekommt.

Den Song des Horrors hören wir erst nächstes Jahr auf den Konsolen. Den Song des Horrors hören wir erst nächstes Jahr auf den Konsolen.

Protocol Games haben sich dafür entschieden, den PS4- und Xbox One-Launch ihres Titels Song of Horror von Herbst 2020 auf Anfang 2021 zu verschieben. Das Spiel orientiert sich an den alten Resi- und Silent Hill-Teilen und fügt spannende neue Mechaniken wie Permadeath einzelner Charaktere hinzu.

Auch beim ersten Next-Gen Horror-Game The Medium, das exklusiv für Xbox Series X/S erscheint, werden wir von Bloober Team auf Januar 2021 vertröstet. Dafür haben die Entwickler für ihren Cyberpunk-Horror-Thriller Observer schon mal ein Next-Gen Remaster namens System Redux rausgehauen.

Es dürfte also auch im nächsten Jahr spannend bleiben - natürlich auch bezüglich Resident Evil: Village.

Welche Horror-Games aus dem Jahr 2020 habt ihr gezockt und welche möchtet ihr noch nachholen? Und auf welchen Titel freut ihr euch aktuell am meisten?

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