Assassin’s Creed Unity - Entschädigungs-Spiel bedeutet Verzicht auf Rechtsmittel

Ubisoft bietet betroffenen Kunden zwar ein Gratis-Spiel als Entschädigung für die Probleme mit Assassin’s Creed Unity an, fordert dafür aber den Verzicht auf jegliche Rechtsmittel gegen sich oder seine Tochterfirmen.

von Tobias Ritter,
22.12.2014 12:38 Uhr

Wer das von Ubisoft angebotene Gratis-Spiel als Entschädigung für die Probleme mit Assassin's Creed Unity annimmt, verzichtet auf die Anwendung jeglicher Rechtsmittel. Wer das von Ubisoft angebotene Gratis-Spiel als Entschädigung für die Probleme mit Assassin's Creed Unity annimmt, verzichtet auf die Anwendung jeglicher Rechtsmittel.

Der Publisher und Entwickler Ubisoft wird den eigentlich kostenpflichtigen DLC »Dead Kings« zu Assassin's Creed Unity allen Unity-Käufern gratis überlassen. Unity-Season-Pass-Besitzer erhalten hingegen ein kostenloses Exemplar ihrer Wahl aus der Spiele-Auswahl The Crew, Far Cry 4, Watch Dogs, Assassin's Creed 4: Black Flag, Rayman Legends und Just Dance 2015.

Mit diesem Angebot wollte sich das Unternehmen eigentlich für die Launch-Probleme von Assassin's Creed Unity entschuldigen und die betroffenen Spieler entschädigen. Nun allerdings gerät das Studio erneut in die Kritik. Wie englischsprachige Webseite gameinformer.com hat sich die Nutzungsbedinungen, die die Nutzer vor der Beanspruchung ihres Gratis-Spiels akzeptieren müssen, noch einmal etwas genauer angeschaut - und ist dabei auf eine etwas strittige Passage gestoßen.

Wer das Gratis-Angebot nämlich in Anspruch nimmt, verzichtet darauf, wegen der Probleme zur Veröffentlichung von Assassin's Creed Unity an einer Sammelklage gegen Ubisoft teilzunehmen oder eine solche zu initiieren. Dasselbe gilt auch für alle weiteren Rechtsmittel gegen das Unternehmen oder irgendwelche seiner Rechtsnachfolger, Tochterfirmen oder in sonstiger Art und Weise mit Ubisoft verbundenen Unternehmen.

Überraschend ist diese Abschnitt der Nutzungsbedignungen zwar keineswegs. Viel mehr dürfte es bei derartigen Entschädigungen eine gängige Praxis sein, die betroffenen Kunden auf entsprechende Klagen verzichten zu lassen. Dennoch sollte sich wohl jeder, der das Angebot annimmt, des Verzichts auf die Anwendung jeglicher Rechtsmittel auch bewusst sein - zumindest in den USA.

In Deutschland dürfte das Ganze aber ohnehin mit hoher Wahrscheinlichkeit unzulässig sein. Abgesehen davon, dass es nach deutschem Recht das Konzept der Sammelklagen gar nicht gibt, handelt es sich bei der Vereinbarung, die Spieler durch die Annahme des Gratis-Spiels eingehen, um Allgemeine Geschäftsbedingungen. Und denen sind hierzulande starke Grenzen gesetzt, um Endkunden vor überraschenden und benachteiligenden Klauseln zu schützen.

Möglicherweise möchte sich Ubisoft aber ohnehin nur gegen die von Firmen in den USA gefürchteten weil äußerst kostspieligen Sammelklagen schützen.

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