Battlefield 3 im Test - Beste Ballerbude?

Lange erwartet, endlich da. Wir testen die Einzelspieler-Kampagne des EA-Shooters Battlefield 3 für Xbox 360 und PlayStation 3.

von Tobias Veltin,
27.10.2011 15:00 Uhr

Battlefield 3 wurde in diesem Jahr wohl so sehnlich erwartet wie kein anderes Actionspiel. Schließlich fragt sich fast die gesamte Videospielwelt: Kann Electronic Arts mit dem Shooter für Xbox 360 und PlayStation 3 eine ähnliche Qualität erreichen wie die Call of Duty-Spiele von Activision? Dafür wurde im Vorfeld von Seiten des Publishers viel Tamtam gemacht. Eine große Einzelspielerkampagne soll es jetzt geben und der seit jeher bei der Battlefield-Serie hochgelobte Mehrspieler-Modus das Ganze krönend veredeln.

Wir nehmen hier erst einmal ausschließlich die Einzelspielerkampagne unter die Lupe, weswegen auch die Wertung nur für diesen Bereich gilt. Einen separaten Mehrspielertest zu Multiplayer und Coop reichen wir nach, sobald wir diese Modi ausführlich spielen und testen konnten. Deswegen behalten wir uns vor, die Wertung hinterher noch einmal zu verändern.

Battlefield 3 - Test-Video der Singleplayer-Kampag Battlefield 3 - Test-Video der Singleplayer-Kampag

Battlefield 3
Genre: Action
Release: 27.10.2011

Unangenehmes Verhör

Erklärungsnot: Sergeant Blackburn wird von zwei Agenten verhört.Erklärungsnot: Sergeant Blackburn wird von zwei Agenten verhört.

Schon zu Beginn gibt es für all diejenigen, die regelmäßig Ego-Shooter spielen, ein Dejá vu. Ein Soldat, der in einem Verhörraum von zwei mysteriösen Agenten befragt wird, erinnert doch stark ans letztjährige Call of Duty: Black Ops. In Battlefield 3 wird aber weniger gefoltert und geschrien, sondern mehr geredet. Hauptcharakter ist Sergeant Blackburn, der im Verdacht steht, über einen bevorstehenden Terroranschlag in New York Bescheid zu wissen und sich deswegen unangenehme Fragen gefallen lassen muss. Und so erzählt er nach und nach, wie er dem Oberschurken Solomon mit seinem Trupp auf die Schliche kam, von Kampfeinsätzen in der Wüste, schlimmen Entdeckungen in einer Bank und vielem mehr. Alle Einsätze (die euch unter anderem in den Irak, nach Teheran oder Paris führen) spielt ihr in der Kampagne nach und entspinnt so nach und nach das Storygeflecht, in dem ihr auch in die Rollen von anderen Protagonisten schlüpft. Zum Beispiel die der Jetkanonierin Hawkins oder des russischen Agenten Dima. Zuviel wollen wir an dieser Stelle nicht verraten, aber die Story von Battlefield 3 funktioniert bis zum Finale sehr gut, was auch an den Charakteren liegt. Blackburns Trupp wirkt zum Beispiel sehr menschlich und weniger wie eine Ansammlung von kernigen Kriegsmaschinen. Das hebt Battlefield 3 an manchen Stellen wohltuend aus der Shooter-Masse hervor und gibt dem Spieler so auch eine größere Identifikation mit dem Hauptcharakter.

So viele Korridore!

Battlefield 3 setzt wie die Konkurrenz die meiste Zeit auf enge Schlauchlevels.Battlefield 3 setzt wie die Konkurrenz die meiste Zeit auf enge Schlauchlevels.

In der Rolle von Sergeant Blackburn spielt ihr also dessen Einsätze nach und deckt peu a peu die Machenschaften des Bösewichts Solomon auf. Dafür bewegt ihr euch in der Ego-Perspektive durch die Missionsgebiete und seid hauptsächlich damit beschäftigt, böse Buben mit einer ganzen Palette von Schusswaffen zu beseitigen. Battlefield 3 schickt euch dabei meistens durch enge Spielkorridore und von einem Actionort zum nächsten. Wer also auf ausladende offene Levels gehofft hat, dürfte enttäuscht werden. An manchen Stellen versucht euch der ein oder andere Bösewicht im Nahkampf auszuschalten, dann wechselt das Spiel in eine selbstablaufende Sequenz, in dem ihr zum richtigen Zeitpunkt die eingeblendete Taste drücken müsst. Diese Quick Time Events sind aber nicht sonderlich anspruchsvoll, verschärfen die Dramatik in den entsprechenden Szenen aber trotzdem.


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