Bioshock Infinite - Spielreklamation wegen Tauf-Szene

Ein gläubiger Christ fühlte sich von der Tauf-Szene zu Beginn von Bioshock Infinite in seinen religiösen Gefühlen verletzt und verlangte sein Geld zurück.

von Christian Weigel,
17.04.2013 16:00 Uhr

Um in Bioshock Infinite aus der Kirche herauszukommen, die gleichzeitig als Landedock für Bookers Raketenaufzug dient, muss sich der Protagonist einer unfreiwilligen Taufe unterziehen. Um in Bioshock Infinite aus der Kirche herauszukommen, die gleichzeitig als Landedock für Bookers Raketenaufzug dient, muss sich der Protagonist einer unfreiwilligen Taufe unterziehen.

Ein Schlüsselmoment zu Beginn von Bioshock Infinite ist die geskriptete Taufe, die Booker DeWitt nach seiner Landung über sich ergehen lassen muss, um die Stadt Columbia betreten zu können. Dabei gibt es keinerlei Option, Bookers Verhalten beeinflussen zu können - der Spieler muss sich durch den Priester unter Wasser drücken lassen, um die Skriptsequenz abzuspulen.

Ein Bioshock-Spieler namens Breen Malmberg, der sich als gläubiger Christ bezeichnet, konnte oder wollte sich dieser Zwangstaufe nicht unterwerfen. Seiner Ansicht nach würde er sich der größten Gotteslästerung schuldig machen, wenn er sich im Namen von Columbias Pseudoreligion, die die US-Gründerväter George Washington, Thomas Jefferson und Benjamin Franklin als Heilige verehrt, taufen lässt. Dass Malmberg nicht sich selbst, sondern eigentlich nur die Spielfigur Booker DeWitt -wenn auch in Ego-Perspektive - taufen lassen kann, ignoriert er dabei geflissentlich. Eine Taufe wird als Storytelling-Kniff oft als Symbol für eine Wiedergeburt oder einen Neuanfang eingesetzt, und es wird im Spiel ziemlich schnell deutlich, dass Booker die Taufe nur geschehen lässt, um aus der Kirche zu entkommen und seine Mission fortsetzen zu können - dass sich die Spieler an dieser Stelle der Geschichte unwohl fühlen, ist mit Sicherheit von den Entwicklern gewollt.

Breen Malmberg, der sich das Spiel über die Downloadplattform Steam gekauft hatte, schrieb einen Brief an Valve, in dem er seine Beweggründe erklärt. Er gab an, das Spiel nicht weiterspielen zu können, ohne sein religiöses Gewissen schwer zu belasten und nutzte eine Analogie, um sein Verhalten zu erklären:

»Wenn ich ein Moslem wäre, dann wäre es für mich so, als würde das Spiel mir vorsetzen: "Drücke X, um Allah ins Gesicht zu spucken", um das Spiel weiterspielen zu können - ohne eine Möglichkeit, eine andere Entscheidung zu treffen.«

Nach Informationen von Malmberg selbst (via Kotaku.com) nahm Valve das Spiel anstandslos zurück und erstattete ihm sein Geld.

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