Crash Bandicoot - Native Fortress ist der schlimmste Level, den ich jemals gespielt habe

Native Fortress ist nicht nur ein Level von Crash Bandicoot, sondern auch die Ursache für die größten Frustmomente, die ich in den letzten Jahren überhaupt in der Videospielwelt erleben musste.

von Dom Schott,
06.07.2017 16:00 Uhr

Alles ist schlimm! Alles ist schlimm!

Crash Bandicoot ist ein fantastischer Platformer, der Level Native Fortress hingegen der Albtraum meiner mittlerweile schlaflosen Nächte. Lange habe ich nicht mehr so sehr vor dem Bildschirm geflucht, gebrüllt und meine eigenen motorischen Fähigkeiten in Frage gestellt. Und offenbar bin ich damit nicht alleine: Google präsentiert mir nach einer Bedenkzeit von 0,62 Sekunden rund 58.700 Ergebnisse, von denen bereits die ersten zehn Seiten nicht ohne frustrierte Schimpfworte, Flüche und Resignation auskommen. Ich bin mir sicher, die übrigen 58.690 Ergebnisse sehen genauso aus.

Mehr: Crash Bandicoot - Warum das PS4-Remaster laut Fans schwerer ist als das Original

Woran aber liegt das? Wieso übergibt sich gefühlt ein Großteil der Spielerschaft im Jahr 2017 über einen Level, der knapp 20 Jahre alt ist und eigentlich nichts zu bieten hat, was wir in modernen Spielen mittlerweile nicht schon hundertfach gesehen haben? Die Antwort darauf liegt eigentlich auf der Hand und ist eben genau deswegen nicht weniger frustrierend als der Level selbst.

Ich weiß, aber es geht nicht!

Falls ihr nicht zu den Spielern gehört, die mit ihren Crash Bandicoot-Käufen Ex-Verkaufsschlager wie Ghost Recon: Wildlands oder Horizon: Zero Dawn von den Top-Plätzen gekickt haben, will ich euch kurz über Native Fortress aufklären.

Native Fortress ist der neunte Level des allerersten Crash Bandicoot und die letzte Hürde, um auf die nächste Insel voller neuer, verlockender Level springen zu dürfen. Damit wir uns diesen Fortschritt verdienen, müssen wir hier alle Spielmechaniken einsetzen, die wir in den vorangegangenen acht Leveln gelernt haben. Dazu gehören Sprünge über loderndes Feuer, punktgenaue Landungen auf kleinen Plattformen und das Balancieren auf stark abgeschrägten Plateaus. Klingt nach einer machbaren Abschlussprüfung, erweist sich aber in der Praxis als Fegefeuer der Frustration.

Grund für diese Frustration ist - meiner Meinung nach - genau der Satz, den wir unserem Couch-Genossen zubrüllen, wenn er uns darüber aufklärt, was wir die ganze Zeit falsch machen: "Ich weiß, aber es geht nicht!" Und exakt das ist der Punkt: Wir sehen die sichere Plattform, auf die wir springen müssen, aber wir landen knapp daneben. Wir wissen, in welchem Rhythmus die Flammen der Lagerfeuer nach oben schießen und doch landen wir in der tödlichen Glut. Wir wissen, was wir falsch machen und doch will es einfach nicht klappen.

Das einzige, aber dafür umso wichtigere Hilfsmittel, das uns sicher durch Native Fortress lenken kann, ist unsere eigene Geduld - und genau die geht als erstes flöten, wenn Crash wegen ein paar Flüchtigkeitsfehlern immer wieder die selben Sprünge vergeigt und die Bonusleben allmählich zusammenschmelzen. Und da ist es nicht sonderlich einfach, dass ausgerechnet dieser Level so sehr wie kein einziger Abschnitt zuvor voller Sprungpassagen und Timing-Übungen steckt, bei denen nicht der Skill am Controller über unseren Erfolg entscheidet, sondern die Ruhe und Selbstdisziplin, mit dem nächsten Sprung doch noch eine Sekunde länger zu warten.

So sah ich aus, nachdem ich Native Fortress endlich geschafft hatte. So sah ich aus, nachdem ich Native Fortress endlich geschafft hatte.

Das zu verstehen, hat mich und meine Freunde viele nerven gekostet - und trotz der Erkenntnis, wie Native Forrest schlussendlich zu schlagen ist, bleibt mir dieser Level als schlimmster in Erinnerung, den ich in den letzten, langen Jahren jemals spielen musste.

Worin liegt eurer Meinung nach die große Schwierigkeit dieses Levels? Oder seid ihr problemlos durchgeprescht (lügt nicht!)?


Kommentare(18)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.