Destiny - Die gestohlene Story

Destiny erzählt so gut wie keine Geschichte. Dabei existierte eine wendungsreiche Handlung voller Verrat, Lügen und Konflikten – nicht hinter den Kulissen bei Bungie, sondern in der Ur-Version des Spiels. Fans haben nachgeforscht und die verschollene Story entdeckt.

von Michael Obermeier,
30.09.2014 09:00 Uhr

»Eine Geschichte, die im gleichen Atemzug mit Der Herr der Ringe oder Star Wars genannt wird« sollte sie eigentlich werden, die Handlung von Destiny. Das zumindest hatte Bungie-Chef Pete Parsons noch im August 2013 behauptet.

Im fertigen Spiel ist von diesen Ambitionen aber kaum noch etwas zu spüren, tatsächlich tut man sich schwer überhaupt so etwas wie eine Rahmenhandlung in den 22 Story-Missionen zu entdecken. Doch wie konnte das passieren?

Akribische Fans haben sich durch Interviews, Trailer und altes Promo-Material gewühlt, Fokusgruppen-Tests ausgewertet und Entwicklerkommentare analysiert. Ihr Ergebnis: Ende 2013 hat sich Bungie entschieden, Destinys Handlung und Umfang drastisch zu kürzen.

Im Diskussionsportal Reddit sammelt ein Thread die Chronologie des Umsturzes, in dessen Folge nicht nur der Lead-Story-Autor Joe Staten das Unternehmen verlassen hat, sondern auch diverse Schauplätze und Handlungsstränge wegrationalisiert wurden und jegliche Hintergrundgeschichte des Spiels auf das kontroverse Grimoir-System - virtuelle Sammelkarten für die Destiny-Mobile-App und -Website - ausgelagert wurde.

Spoiler-Warnung
Im Folgenden besprechen wir die vermeintlich geplante Geschichte von Destiny und vergleichen diese zwangsläufig mit der im Spiel enthaltenen Handlung. Wer die Kampagne noch nicht beendet hat und unvoreingenommen an die Geschichte herangehen will, sollte nicht weiterlesen.

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Destiny
Genre: Action
Release: 09.09.2014

Die große Lüge

Ein Fokusgruppen-Teilnehmer erklärt auf Reddit, dass sich die Handlung von Destiny ursprünglich über ein deutlich größeres Sonnensystem mit zahlreichen Fraktionen erstrecken sollte.

Ein Fokusgruppen-Teilnehmer bricht auf Reddit sein Schweigen zur ursprünglich geplanten Story.Ein Fokusgruppen-Teilnehmer bricht auf Reddit sein Schweigen zur ursprünglich geplanten Story.

Der Twist: Das mysteriöse Raumschiff »Traveller«, im fertigen Spiel noch als Messias der Menschheit gefeiert, treibt ein doppeltes Spiel und ist der eigentliche Schurke im Universum.

Denn der Ursprung der dunklen Macht, vor der er vorgibt zu fliehen, ist tatsächlich der Traveller selbst. Die riesige Kugel ist also Schuld am Untergang der Menschheit, verdreht mithilfe seines Sprechers aber Wahrheit und Geschichtsschreibung um sich selbst als Opfer darzustellen.

Bis auf wenige Ausnahmen durchschaut die Menschheit diese Täuschung jedoch nicht und erfüllt brav die Drecksarbeit für den Traveller und seinen Sprecher. Nur Crow - eine Figur die im fertigen Spiel so gar nicht auftaucht - kennt die wahren Absichten des Reisenden und versucht den Spieler im Laufe der Kampagne davon zu überzeugen für die falsche Seite zu kämpfen. Dazu entführt der alte Haudegen den Spieler und gibt ihm den Auftrag alte Kriegs-KIs zu finden, die als Zeitzeugen den Verrat des Travellers bestätigen können.


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