Diablo 3 - Ultimate Evil Edition im Test - Grandioses Rollenspiel mit teuflischer Preispolitik

Addon, Update, NextGen-Neustart oder Abzocke? Wir haben die Diablo 3 - Ultimate Evil Edition im Test auf Herz und Hufe geprüft.

von Ann-Kathrin Kuhls,
20.08.2014 14:33 Uhr

Diablo 3: Ultimate Evil Edition - Test-Video zum erweiterten NextGen-Höllentrip Diablo 3: Ultimate Evil Edition - Test-Video zum erweiterten NextGen-Höllentrip

Diablo 3 - Ultimate Evil Edition, vierter Durchlauf: Jetzt ist er dran! Mit voll aufgeladenem Zorn stürmen wir Belial, dem Herrn der Lügen, entgegen und schmettern ihn mit einem mächtigen Schildstoß aus dem Leben. Der letzte erbärmliche Rest seines Energiebalkens leert sich, und den Dämonenfürsten, der bis gerade noch eine ganze Stadt terrorisiert hat, zerfetzt es in tausend Kleinteile.

Das einzige, was zurückbleibt, sind ein paar Knochen und jede Menge Schätze. Kenner der Serie haben jetzt zu Recht ein Déja vu. Denn Belial besiegten wir bereits im eigentlichen Diablo 3. Allerdings nicht mit unserer Level 65 Kreuzritterin. Die Dame mit dem göttlichen Auftrag ist nämlich, zusammen mit einem neuen Akt und jeder Menge Verbesserungen, Teil der Ultimate Evil Edition, die jetzt sowohl für die alte, als auch die aktuelle Konsolengeneration erhältlich ist.

Kalter Kaffee

Die Story und das Spielprinzip sollten mittlerweile zu Genüge bekannt sein. Im neuen, fünften Akt haben wir zwar die Welt gerettet, Frieden kehrt deswegen aber noch lange nicht ein: Diablo, der Herrscher der Hölle, ist in einen Seelenkristall eingesperrt, den der Todesengel sich unter den Nagel gerissen hat, um die Menschheit auszulöschen.

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Allein wir können die unmittelbare Zerstörung der Welt aufhalten. Der Seelenstein muss zurückerobert und die Menschheit ein weiteres Mal vor der Auslöschung gerettet werden. Genug also mit dem Bekannten und her mit den Neuerungen!

Was dich nicht umbringt, gibt dir Erfahrungspunkte

Der neue Storybogen bringt natürlich auch viele neue Feinde mit sich. Die Täuscher verbergen sich in riesigen Steinrüstungen, aus denen wir sie erst einmal herausbrechen müssen. Dimensionswandler tragen direkt ein Portal auf dem Rücken, aus dem sie fröhlich weitere Monster auf uns spucken. Die bösen Buben sind dabei von Anfang an nicht zu unterschätzen.

Die Stärke der Monster richtet sich nämlich jetzt direkt nach dem Level unseres Charakters. Mit den jederzeit veränderbaren Schwierigkeitsgraden können wir außerdem die Herausforderung an unsere Fähigkeiten anpassen. So müssen wir uns nicht gefühlte Ewigkeiten in viel zu einfachen Dungeons mit viel zu schwachen Gegnern langweilen.

Diablo 3: Ultimate Evil Edition - Entwickler-Trailer: Der Kampf gegen Malthaels Armee Diablo 3: Ultimate Evil Edition - Entwickler-Trailer: Der Kampf gegen Malthaels Armee

In den Abstufungen Normal bis Meister lassen Monster graduell mehr Gold und Erfahrungspunkte springen. Im schweren Modus sind es beispielsweise 75, im Profimodus 150 Prozent mehr. Unser hart erkämpftes Gold können wir dann gleich bei unserer neuesten Geschäftspartnerin lassen. Die Mystikerin tauscht – natürlich gegen ordentlich Schotter – eine der Eigenschaften unserer Waffen gegen eine andere aus.

Als Kreuzritterin bringt uns ein hoher Intelligenzwert zum Beispiel nicht weiter, wir müssen nur draufschlagen können. Deswegen hoffen wir, dass beim zufälligen Eigenschaften auswürfeln Intelligenz mit Stärke getauscht wird und wir das Denken den anderen überlassen können. Außerdem können wir unsere Waffen und Ausrüstungsgegenstände transmogrifizieren. Unser klobiger Hammer hat zwar super Werte, sieht aber dämlich aus? Kein Problem, die Mystikerin verwandelt ihn einfach in eine modische Klinge, die Eigenschaften bleiben bestehen.

70 Euro für ein Addon? Schon klar: Die Ultimate Evil Editon für Xbox One und PlayStation 4 ist ein umfangreiches Spiel, der Preis von 70 Euro für Diablo-Einsteiger durchaus gerechtfertigt. Völlig anders schaut das aber für diejenigen aus, die Diablo 3 bereits auf der 360 oder PS3 durchgespielt haben und nur an den neuen Inhalten (Kreuzritter & 5. Akt) sowie den spielerischen Verbesserungen interessiert sind. Für Besitzer des Hauptspiels gibt es weder einen Rabatt, noch eine Upgrade-Möglichkeit für die NextGen-Version. Die LastGen-Variante kostet zwar »nur« 40 Euro, aber auch hier müssen alle gleich tief in die Tasche greifen, egal ob sie den Höllenfürsten bereits besiegt haben oder nicht.

Zum Vergleich: Für den PC kostet das Inhalts-Addon »Reaper of Souls« lediglich 25 Euro, sämtliche spielerischen Verbesserungen gibt’s zudem als kostenlose (!) Patches auch für diejenigen, die nur das Hauptprogramm besitzen. So großartig wir das Spiel auch finden, so sehr ärgert uns Blizzards Preispolitik, die ausgerechnet diejenigen am meisten bestraft, die Diablo 3 bereits gekauft haben. Zumal momentan immer noch nicht klar ist, wie die Patchpflege der Konsolen aussehen soll. Wenn sie denn betrieben wird.


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