Guitar Hero 5 im Test - Test für Xbox 360

Fünf Serienteile und unzählige Ableger - was kann da noch Neues kommen? Genug! Guitar Hero 5 im Test.

von Markus Schwerdtel,
10.09.2009 15:52 Uhr

Keiner mag singen! Vielleicht ist es ja nur ein Phänomen in der GamePro-Redaktion, doch wenn es darum geht, gemeinsam Musikspiele zu testen, klammern sich alle fest an ihre Plastikinstrumente -- nur ans Mikrofon klammert sich niemand. Ob die Vokalisten-Verweigerung nun »so ein Männerding« ist oder ob unsere Kollegen einfach schüchtern sind, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass Guitar Hero 5 Abhilfe schafft: Im neuesten Ableger der extrem erfolgreichen »drück farbige Knöpfchen zu Musik«-Reihe dürfen vier Musikanten gleichzeitig ran -- ohne dass einer davon singen muss.

Die erste Überraschung zieht Guitar Hero 5 schon im animierten Titelscreen -- natürlich einem Konzert --aus dem Hut. Dort könnt ihr mit dem »Start«-Button ins Hauptmenü wechseln. Oder aber ihr drückt den gelben Knopf auf eurer Gitarre und steigt -- mit bis zu drei Kollegen -- direkt in den Song ein, der gerade im Hintergrund läuft. Das klappt ohne umständliche Einstellungen, ohne Menüs, ohne Wartezeiten -- ideal für Partys!

Guitar Hero 5
Genre: Action
Release: 11.09.2009

Party im Menü

Wer sich doch ins Hauptmenü klickt, entdeckt dort die üblichen Modi wie »Karriere« oder »Schnelles Spiel«. Bei Letzterem sind von Anfang an alle 85 Songs (siehe Kasten) freigeschaltet. Das ist ideal für Gelegenheits-Partyspieler, für Karrieristen geht allerdings die Motivation flöten, sich neue Lieder zu erarbeiten. Das heißt allerdings nicht, dass es im Karriere-Modus keine Herausforderungen gäbe. Für jeden Song haben sich die Entwickler eine besondere Aufgabe ausgedacht. Mal muss der Drummer eine bestimmte Anzahl an Kicks treffen, mal der Sänger eine Mindestpunktzahl erreichen. Das soll Spieler dazu bringen, die Lieder auch mal mit einem anderen Instrument anzugehen als immer nur mit ihrer Lieblingsklampfe. Als Belohnung für geschaffte Herausforderungen gibt es Bronze-, Silber-, Gold- und Platinschallplatten. Für Letztere solltet ihr aber fit im höchsten Schwierigkeitsgrad sein, sonst sind sie unerreichbar. Die Platten schalten wiederum neue Kostüme, Accessoires, Instrumente, Bühnen oder gar geheime Charaktere frei. Apropos: Neben zehn teils bekannten Rockern dürft ihr in der Xbox 360-Version auch euren Avatar auf die Bühne stellen, der jedoch neben den typisch überzeichneten Guitar Hero-Recken etwas deplaziert wirkt.

Ein Fest für Rocker

Wer sich an der Karriere satt gespielt hat, für den bietet der Menüpunkt »Gegeneinander« neue Herausforderungen. Hier tretet ihr gegen drei weitere Musikanten an eurer Konsole an (online sind insgesamt sogar acht Kontrahenten möglich). In diversen Modi kürt ihr den besten Plastikklampfer: Wer schafft die längste Serie? Wer macht am wenigsten Fehler? Unser Lieblingsmodus im Test war »Momentum«. Hier beginnen alle Kontrahenten auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad. Wer sich geschickt anstellt, wird auf »schwer« oder gar »Experte« hoch gestuft, Loser sinken dagegen auf »leicht« oder gar noch tiefer ab. Sieger ist am Ende natürlich, wer am meisten Punkte gerafft hat.

Ab ins Studio!

Auch wenn es gerade für die angepeilte Party-Klientel etwas zu komplex sein dürfte: Auch in Guitar Hero 5 könnt ihr euch wieder im Studio austoben. Mit dem mächtigen Editor komponiert ihr eigene Songs und ladet sie auf die Guitar Hero-Server hoch, wo sie andere User runterziehen und bewerten können.

Die Qualität eines Musikspiels steht und fällt mit der »Notensetzung«, also schlicht gesagt der Platzierung der farbigen Punkte im Lied. Wie schon beim Vorgänger wirken die Noten auch bei Guitar Hero 5 etwas »sperriger« als bei der konkurrierenden Rock Band-Reihe. Das liegt vielleicht daran, dass die Noten »näher« an den realen Vorbildern liegen und zu einem guten Teil ist das wohl auch Geschmackssache. So oder so stimmt das Spielgefühl: Wer auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ein Solo fehlerfrei hinkriegt, fühlt sich wie Carlos Santana höchstpersönlich -- der übrigens genau wie Johnny Cash einen Gastauftritt in Guitar Hero 5 hat.

Der Mischer ist schuld!

Wichtige Frage bei einem Titel wie Guitar Hero 5: Wie ist der Sound? Wie seit ein paar Serienteilen üblich spielt ihr ausschließlich die Originalversionen der Songs. Die wurden hervorragend abgemischt und auf die Bedürfnisse eines Musikspiels (klar getrennte Instrumentalspuren) abgestimmt. Lediglich das Publikum kommt uns bei aktivierter Starpower manchmal einen Tick zu laut vor -- das Problem kennen wir bereits aus dem Vorgänger. Grafisch führt Guitar Hero 5 den überdrehten Look der Serie fort. Alleine die irren Bühnen sind ein echter Hingucker, von den teils abartig kostümierten Protagonisten selbst ganz zu schweigen. Sehr gut: Die mit Guitar Hero: Metallica eingeführten aufwändigeren Bühnenshows gibt es auch jetzt wieder, überall explodieren Feuerwerkskörper und coole Lichteffekte erhellen die Auftrittsorte. Schade nur, dass man davon als Instrumentalist vor lauter Konzentration auf den so genannten »Highway« (das stilisierte Griffbrett mit den Notensymbolen) so wenig mitbekommt. Wenn man hingegen singen würde …


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