Halo 5 Multiplayer - Scheibchenweise zum Mehrspieler-Hit

Der Multiplayermodus von Halo 5 bekommt regelmäßig Frischluft. Mit Erfolg? Wir verraten, was sich bisher getan hat und warum manche Controller in Gefahr sind.

von Tobias Veltin,
20.01.2016 13:30 Uhr

Halo 5: Guardians - Das hat sich im Multiplayer-Modus getan Halo 5: Guardians - Das hat sich im Multiplayer-Modus getan

Halo 5 hat die besten Voraussetzungen für einen langlebigen Multiplayer-Shooter. Die treue Halo-Fangemeinde im Rücken, ein schnelles, auf Wettkampf ausgelegtes Gameplay, gut funktionierende Matchmaking-Systeme und hervorragende Verbindungsqualität. Doch in Punkto Umfang hatte der Shooter von 343 Industries zumindest zum Launch noch Defizite. Lediglich eine Handvoll Playlists waren verfügbar und 18 Multiplayerkarten klangen zwar zunächst nach viel, viele davon waren aber lediglich abgewandelte Varianten anderer Maps.

Auch der Forge-Modus (zu Deutsch: »Schmiede«), der Karteneditor der Halo-Serie, wurde zum Start schmerzlich vermisst. Doch Entwickler 343 versprach Besserung, kündigte Updates und DLCs bis Mitte 2016 an. Und so viel sei verraten: Bislang haben die Entwickler Wort gehalten, einige kostenlose Updates sind bereits erschienen. Wir schauen uns die bisherigen Veränderungen und Verbesserungen von Halo 5 im Detail an.

Halo 5
Genre: Action
Release: 27.10.2015

Spiellisten-Karussell

Wer viel Halo 5 spielt, merkt vor allem eins: Die Entwickler lassen die Spiellisten im Multiplayermodus in schöner Regelmäßigkeit rotieren. Zudem gibt es an vielen Wochenenden spezielle Playlists, die dann doppelte Erfahrungspunkte bringen, wie zum Beispiel die schon in den Vorgängerspielen beliebte Variante »Team Snipers« oder den witzigen Modus »Rocket Party«, in dem wir höher springen können, unendlich viel Munition haben und Gegner mit einem Treffer erledigt sind. '

Klassische Spielmodi wie etwa »Team Slayer« bleiben dagegen dauerhaft in der Listenauswahl. Die Playlist-Rotation sorgt dafür, dass man immer wieder neue Modi kennenlernt und sich der Titel deshalb auch entsprechend frisch anfühlt.

Chaotische Schießereien sind im Warzone-Modus an der Tagesordnung. Hier lassen sich auch ohne eingespieltes Team schnell Erfolge erzielen.Chaotische Schießereien sind im Warzone-Modus an der Tagesordnung. Hier lassen sich auch ohne eingespieltes Team schnell Erfolge erzielen.

Trotzdem ist das Prinzip noch lange nicht perfekt. Insgesamt stehen zu wenige Listen zur Auswahl, zudem sind die meisten »geranked«, man spielt also sehr wettkampforientiert um Punkte und Levelaufstiege, entsprechend verbissener wirken hier die Matches. Sogenannte »soziale Spiellisten«, in die man für eine lockere Runde zwischendurch reinhüpfen kann, gibt es dagegen kaum, dafür empfehlen wir den Warzone-Modus für bis zu 24 Spieler.

Cool: Ende 2015 hat 343 Industries den Big-Team Battle-Modus hinzugefügt, in dem 8-Spieler-Team gegeneinander antreten. Das Fehlen dieser Spielvariante war zum Launch von der Community stark angeprangert worden.

Der eigenen Karte Schmied

Die größte Neuerung seit dem Start von Halo 5 ist die Integration des Schmiede-Modus im Dezember 2015. Damit ist es möglich, bestehende Karten zu modifizieren oder komplett neue zu erstellen. Das Warten auf den Modus hat sich aber definitiv ausgezahlt, denn im Vergleich zu Vorgängervarianten wie etwa in Halo 3 oder Halo 4 ist der Editor deutlich üppiger ausgestattet.

Auf insgesamt drei riesigen Flächen (Gebirgs-, All- oder Schnee-Thema) können wir uns nach Belieben austoben, Spawnpunkte platzieren, das Gelände mit Waffen und Fahrzeugen zupflastern, Basen bauen, Bäume in die Landschaft pflanzen oder uns an komplexen Gebäuden versuchen.

Der Schmiede-Modus ist äußerst komplex und ermöglicht vielfältige Map-Varianten – wenn man die komplizierte Einarbeitungszeit hinter sich gebracht hat.Der Schmiede-Modus ist äußerst komplex und ermöglicht vielfältige Map-Varianten – wenn man die komplizierte Einarbeitungszeit hinter sich gebracht hat.

Dafür stehen jede Menge Objekte aus verschiedenen Kategorien zur Verfügung, jeder Gegenstand lässt sich sogar in verschiedenen Varianten oder Farben auswählen. Damit man flott zu zufriedenstellenden Ergebnissen kommt, hat 343 massiv an der Bedienung geschraubt.

Objekte lassen sich jetzt beispielsweise in festlegbaren Gradzahlen rotieren, die Geschwindigkeit der Kamera lässt sich verringern, um präzise Bewegungen durchzuführen, das Erstellen von Gruppen wurde vereinfacht und auch die Magnetfunktion, die etwa Wände genau aneinander andocken lässt, ist deutlich besser als vorher.

Sogar dynamische Elemente wie Schalter, die Tore aktivieren, oder funktionierende Aufzüge sind möglich! Das macht die Schmiede zu einem unglaublich komplexen Werkzeug, das nahezu jedwede abgefahrene Levelkonstruktion zulässt.

Auch interessant:Das steckt im Januar-DLC von Halo 5

Aller Anfang ist schwer: Eine ausgewogene Mehrspieler-Karte zu erstellen, ist keine simple Angelegenheit. Aller Anfang ist schwer: Eine ausgewogene Mehrspieler-Karte zu erstellen, ist keine simple Angelegenheit.

Besonders praktisch: Auf Knopfdruck können wir jederzeit in die Karte hüpfen und unseren neuen Spielplatz erkunden. Allerdings sollte man entsprechend Geduld mitbringen und viel Einarbeitungszeit einplanen, denn wirklich intuitiv und eingängig funktioniert die Forge zumindest anfangs nicht.

Wir hätten uns ein umfangreiches Tutorial gewünscht, denn bis man alle Möglichkeiten des Editors erkundet hat, vergeht einige Zeit. Hier hilft Youtube: Auf dem Videoportal gibt es mittlerweile etliche sehr gut gemachte Einführungskurse samt praktischer Tipps. Ernüchternd, dass die grafische Qualität der Forge-Karten mit groben Texturen und weniger Details deutlich hinter den Standard-Maps zurückbleibt.

Teilen mit Hindernissen

Die Schmiede liefert also theoretisch unbegrenzten Nachschub an Karten, auch etliche Remakes von Klassikern der Halo-Multiplayer-Geschichte (etwa Blood Gulch, Lockout oder The Pit) existieren bereits. Umso ärgerlicher ist es, dass 343 keine separate Playlist bereitstellt, in der Karten aus der Community gespielt werden können. Auch eine Suchfunktion für Maps gibt es bislang nicht.

Wer in Halo 5 Erfolg haben will, muss präzise schießen. Einzelduelle entscheidet meist derjenige mit den meisten Kopftreffern für sich.Wer in Halo 5 Erfolg haben will, muss präzise schießen. Einzelduelle entscheidet meist derjenige mit den meisten Kopftreffern für sich.

So bleibt nur die Recherche über das Internet. Hat man eine interessante Karte gefunden, muss man erst umständlich den Bauherren zu seiner Freundesliste hinzufügen, dann dessen Datei-Browser checken und kann die Karte erst dann in sein Repertoire aufnehmen. Wir hoffen, dass die Entwickler hier möglichst schnell noch weitere Komfortfunktionen einbauen, um die Kartensuche zu erleichtern - auch die Anzeige von beliebten Maps oder eine Bewertungsfunktion wären wünschenswert.

Maps von der Stange

343 selbst hat seit dem Start von Halo 5 ebenfalls einige Karten nachgeliefert - von denen der Großteil (etwa Entombed, Antifreeze oder Recurve) allerdings in der Schmiede erstellt wurde. Zwar sind diese Maps gut designt, haben aber durch die Bank den sterilen Forge-Look.

Die einzigen Ausnahmen sind Overgrowth, das eine zugewachsene Variante der bereits bekannten Plaza-Stadtmap ist, und die Karte Battle of Noctus, die im Warzone-Modus zum Einsatz kommt. Sie ist ebenfalls in einem Stadtszenario angesiedelt und gefällt mit ihren riesigen Ausmaßen, den gut verteilten Eroberungspunkten und dem gewohnt chaotischen Warzone-Gameplay.

Das Stadtszenario Battle of Noctus ist die neueste Warzone-Karte. Insgesamt ist die Kartenauswahl im größten Halo-Multiplayermodus mit bisher vier Exemplaren noch ausbaufähig.Das Stadtszenario Battle of Noctus ist die neueste Warzone-Karte. Insgesamt ist die Kartenauswahl im größten Halo-Multiplayermodus mit bisher vier Exemplaren noch ausbaufähig.

Eine Abwandlung von Battle of Noctus - Urban - steht ebenfalls in den Startlöchern, hier finden die Kämpfe nachts statt. Auch wenn man bisher mit den kostenlos nachgelieferten Karten zufrieden sein kann, ist die große Zahl zumindest in Teilen eine Mogelpackung: Die meisten Maps sind nur modifizierte Versionen von anderen Karten.

Komplett neue Areale gibt es kaum, weswegen sich auf die Dauer schnell ein Gewöhnungseffekt einstellen kann. Hier hätten wir uns von den Entwicklern etwas mehr Variation und Mut zu neuen Ideen erhofft.

Alle 129 Bilder ansehen


Kommentare

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

wird geladen ...