Hitman - Angespielt: Episode 2 toppt Episode 1

Es geht ins italienische Sapienza. Wir haben Episode 2 von Hitman angespielt und verraten, warum sie uns sogar mehr begeistert als das Paris-Kapitel.

von Dimitry Halley,
18.04.2016 14:01 Uhr

Hitman - »Welcome to Sapienza«-Trailer zeigt den Hitman in Urlaubsstimmung Hitman - »Welcome to Sapienza«-Trailer zeigt den Hitman in Urlaubsstimmung

Endlich können wir drüber reden: Bereits im Februar haben wir während unseres Review-Events von Hitman in Hamburg neben der ersten Location (Paris) klammheimlich auch die zweite große Episode des Schleichabenteuers angespielt. Aufgrund von Embargo-Bestimmungen war es uns bisher allerdings nicht möglich, über unsere Eindrücke im italienischen Städtchen Sapienza zu berichten. Doch damit ist jetzt Schluss. Wir können endlich den Satz formulieren, der uns sei Wochen auf der Zunge brennt: Hitmans Episode 2 wird ziemlich wahrscheinlich ein echter Knaller! Und in nahezu jedem Aspekt besser als die erste.

Klar, die Paris-Location in Episode 1 zeigt an vielen Stellen eindrucksvoll, wohin die Reise mit den großen Arealen und zig Attentatsmöglichkeiten gehen soll - aber erst der Trip nach Sapienza vollendet diese Ansätze zu einer Spielerfahrung, die es so tatsächlich noch in keinem anderen Hitman zu erleben gab.

Hitman
Genre: Action
Release: 11.03.2016

Unsere Italienreise

Die zweite Episode spielt im beschaulichen Küstenstädtchen Sapienza. Agent 47 soll ein Mafia-Anwesen infiltrieren, einige hochrangige Zielpersonen ausschalten, geheime Unterlagen besorgen. Doch hinter dem vermeintlich geradlinigen Attentat verbirgt sich eine viel größere Verschwörung. Wir wollen aus Spoilergründen nicht ins Detail gehen, deshalb nur so viel: In Sapienza gibt es neben der Stadtpromenande noch ein riesiges geheimes Areal, das unsere Schleichfähigkeiten knüppelhart herausfordert. Hier unsere Highlights der Sapienza-Mission:

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  • Man beginnt in einem großen Innenstadt-Areal. 47 sitzt locker auf der Parkbank, blättert in der Zeitung, mischt sich ins Gewimmel. Beiläufig schnappen wir ein Gespräch zwischen zwei Leuten auf. Der eine tönt von seiner neuen Stelle als Koch im Mafia-Anwesen. Na, das kommt uns doch gelegen.
  • Wir schleichen uns ins Appartementgebäude des Kochs, allerdings ist der Kerl in seiner Wohnung. Also brechen wir in die leere Bude nebenan ein, drehen den Wasserhahn auf, lassen das Becken überschwappen und klingeln bei unserem Ziel. Der Italiener rennt aufgeregt zu seinem Nachbarn, wir schlüpfen in sein Appartement, klauen die Kochklamotten und den Ausweis und verschwinden durchs Fenster.
  • Anders als in der elitären Pariser Modenschau fühlen wir uns in Sapienza wirklich als Teil eines lebendigen Systems aus zig Einwohnern, die ihren alltäglichen Angelegenheiten nachgehen. Das gilt auch für das Mafia-Anwesen, in dem wir uns dank Kochklamotten frei bewegen können.
  • Die Spielwelt ist riesig. Größer als jedes andere Hitman-Areal je gewesen ist. Gefühl auch umfangreicher als die Modenschau in Paris.

Diese italienischen Balkone sind so unsicher! Das muss man nur einmal stolpern und schon ist das Unglück passiert.Diese italienischen Balkone sind so unsicher! Das muss man nur einmal stolpern und schon ist das Unglück passiert.

  • Die spielerische Freiheit ist großartig. Wir können eine alte Ruine erklimmen, um eine der Zielpersonen mit dem Scharfschützengewehr zu erledigen. Alternativ verkleiden wir uns als Golflehrer und geraten in ein Netz untreuer Liebesaffären. 47 bleibt dabei natürlich stoisch. Ohne zu viel spoilern: Die Signature Kills halten das Niveau der ersten Episode und sind an einigen Stellen sogar noch kreativer.
  • Wo die erste Zielperson - ein Mafia-Sprössling - noch relativ leicht um die Ecke zu bringen ist, erfordert das zweite Opfer, das in einem abgesperrten Obergeschoss des Anwesens unterwegs ist, ziemlich viel Kreativität. Vor allem, wenn man die Hilfefunktionen ausschaltet. Wir sind knapp eine halbe Stunde herumgewandert, bevor wir einen lautlosen Zugang entdeckt haben. Und dann ist die Ausführung trotzdem in die Hose gegangen.
  • In Sapienza ist unkonventionelles Bewegen der Schlüssel zum Erfolg: Wir kraxeln auf Dächern, suchen versteckte Zugänge, finden alte Tunnel. Generell gibt es in der großen Sandbox viel mehr Geheimnisse zu entdecken als in Paris.

Diese italienischen Balkone sind so unsicher! Das muss man nur einmal stolpern und schon ist das Unglück passiert.Diese italienischen Balkone sind so unsicher! Das muss man nur einmal stolpern und schon ist das Unglück passiert.

  • Im sonnigen Italien kann die aktuelle Engine des Spiels ihre Grafikmuskeln viel besser spielen lassen als in Paris. Wo die Location der ersten Episode an einigen Stellen noch arg trist und effektarm inszeniert ist, gibt's in Sapienza zig wunderschöne Ecken, die sowohl exotisch, als auch beeindruckend in Szene gesetzt sind.
  • Das geheime Areal der zweiten Episode stellt das Gameplay der Mission quasi komplett auf den Kopf. Wo der erste Teil des Auftrags an die Anathema-Mission von Hitman 2erinnert, ändert sich der Stil danach grundlegend. Und das finden wir super: Sapienza überrascht uns und wir sind gespannt, welche Contracts die Community dort erstellen wird.

Wir wollen noch nicht zu viel über Sapienza verraten - mehr Informationen gibt es dann bei Release in unserem ausführlichen Test. Nur so viel: IO Interactive hat versprochen, jede Location in Hitman grundlegend anders zu gestalten als die übrigen Episoden. Und Sapienza zeigt, dass die Entwickler genau das umsetzen. Wo Paris sich noch wie ein Kunstraub-Thriller anfühlt, versprüht Sapienza die Extravaganz eines James-Bond-Films (inklusive Bond-Bösewicht) - gerade wegen des geheimen Gebiets. Und das ist genau der richtige Weg.

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