Killer Instinct im Test - Hau die Kohle raus!

Neue Charaktere, neue Moves, Grafik-Upgrades und ein Entwicklerwechsel. Bei Killer Instinct hat sich viel getan. Das ist uns im Kontrollbesuch eine höhere Wertung wert.

von Mirco Kämpfer,
22.01.2015 14:10 Uhr

Killer Instinct - Test-Video: Wie gut ist das Xbox-One-Prügelspiel heute? Killer Instinct - Test-Video: Wie gut ist das Xbox-One-Prügelspiel heute?

Runter, hoch, Schlagtaste. TJ Combo holt mit seiner Rechten aus, drischt den Kiefer seines Gegners in dessen Kleinhirn und katapultiert ihn mit einem Kinnhaken in die Luft, wo sich das Opfer zum Abschluss unseres Cyclone-Moves einen Fausthieb in die Magengrube einfängt. Bäm! Das hat gesessen. Schmerzhaft erinnert uns ein wunder Daumen daran, wie oft wir diese Kombo schon ausgeführt haben. Trotzdem kommen wir nicht vom Controller los.

Mit Blasen an den Fingern und einem Lächeln im Gesicht feiern wir die Rückkehr des Boxchampions in die Kämpferriege, denn TJ Combo ließ bereits im Ur-Killer-Instinct von 1994 auf dem Spielhallenautomat seine Fäuste fliegen. In der Free2Play-Neuauflage für die Xbox One suchten wir ihn anfangs jedoch vergeblich. Das hat sich inzwischen geändert - seit unserem letzten Test im November 2013 hat sich bei Killer Instinct einiges getan.

Kontrollbesuch mit neuer Wertung
Seit der Veröffentlichung von Killer Instinct im November 2013 haben die Entwickler mehrere Inhalte nachgeschoben, einige davon kostenlos (Storymodus, Arenen), einige in Form von Mikrotransaktionen (Charaktere). Außerdem läuft das Spiel nun mit einer höheren Auflösung (900p statt 720p) und spürbar flüssiger, egal ob on- oder offline. Da sich somit einige Kritikpunkte unseres damaligen Tests erübrigen, heben wir die Grafikwertung um einen Punkt und die Gesamtwertung um insgesamt fünf Punkte an. Die neue Wertung beträgt nun 85 Punkte.

Killer Instinct
Genre: Action
Release: 22.11.2013

Schön schlank

Die größte Änderung verlief hinter den Kulissen: Nachdem das Entwicklerstudio Double Helix 2014 von Amazon geschluckt wurde, bastelt nun Iron Galaxy (Marvel vs Capcom Origins) weiter am Prügelspiel - und verpasst dem alten Grundgerüst gleich mal einen neuen Anstrich: Die Auflösung wurde auf 900p hochgeschraubt, die Benutzeroberfläche komplett überarbeitet. Die Menüs wirken nun strukturiert und aufgeräumt.

Alle 64 Bilder ansehen

Das betrifft vor allem den Charakterauswahlbildschirm, wo wir nun alle Recken auf einen Blick sehen, anstatt mühsam durch die Kämpferliste scrollen zu müssen. Ein logischer Schritt, schließlich sollen in Zukunft immer mehr Charaktere hinzugefügt werden. Allerdings dauert es eine gefühlte Ewigkeit, bis die Figuren nach einer Auswahl auch wirklich angezeigt werden. Hier wäre es sinnvoller gewesen, auf simple Portraitgrafiken zurückzugreifen, anstatt das gesamte 3D-Modell der Figuren zu laden.

Der Spaß lauert immer noch im Multiplayer

Auch beim per Update nachgereichten Storymodus hätten sich die Entwickler mehr Mühe geben dürfen, denn darin knüppeln wir uns auch lediglich durch eine Reihe von Computergegnern. Am Ende schicken wir einen besonders starken Bossgegner auf die Matte und erhalten dafür als Belohnung einen müden Filmschnipsel, dessen »Story« auf das Etikett eines Schweißbandes passt.

Danach können wir uns noch auf zwei weiteren Schwierigkeitsgraden durch die Minikampagne boxen und dadurch sukzessive ein verborgenes Wandbild aufdecken. Ein Wandbild! Somit bleibt der magere Solopart weiterhin die Achillesferse von Killer Instinct. Auf Dauer mangelt es hier schlicht an Motivation und Abwechslung.

Auch im Storymodus hauen wir Computergegnern die Birne ein - nichts Besonderes.Auch im Storymodus hauen wir Computergegnern die Birne ein - nichts Besonderes.

Kein Wunder also, dass wir nach wenigen Minuten unseres Kontrollbesuches wieder im Mehrspielermodus landen - hier prügeln wir Killer Instinct noch den meisten Spielspaß aus den Rippen, jetzt sogar im neuen Lobby-Modus. Der spielt sich im Prinzip wie die Onlinevariante eines Couch-Koop-Abends: Bis zu acht Spieler dürfen einer Lobby beitreten, wobei die Kämpfe stets nur paarweise ausgetragen werden. Die meiste Zeit gucken wir also zu, wie sich die Kollegen gegenseitig die virtuelle Kauleiste polieren, bis wir an der Reihe sind.

Wer am Ende die meisten Siege eingeheimst hat, wird zum Lobby-Meister gekrönt. Das ist für zwischendurch mal ganz nett, einen Innovationspreis gewinnt der Modus aber nicht. Immerhin laufen die Onlinekeilereien jederzeit flüssig. Im Test hatten wir weder mit Lags noch mit Verbindungsabbrüchen zu kämpfen. Genervt hat eher die teils ausufernde Wartezeit, bis ein passender Server gefunden wurde. Das dauert mindestens 20 Sekunden, manchmal sogar über eine Minute. Hier ist Geduld angesagt.


Kommentare

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.

wird geladen ...