Little Nightmares - Lass mich träumen!

Auf der gamescom 2016 ist Mirco das erste Mal in den (Alb-)Traum von Little Nightmares eingetaucht – und will am liebsten gar nicht mehr aufwachen.

von Mirco Kämpfer,
19.08.2016 15:55 Uhr

Little NightmaresLittle Nightmares

In Little Nightmares steuere ich ein kleines, zerbrechliches Mädchen mit einem gelben Regencape durch eine Art Unterwasserstation. Diese Station heißt The Maw und das Mädchen heißt Six, doch das ist auch schon alles, was ich über Little Nightmares weiß.

Das Spiel verrät nichts.

Wer die Kleine ist? Warum sie hunderte Meter unter den Meereswellen in einem Betonbunker lebt? Was ihr Ziel ist? Keine Ahnung. Little Nightmares wirft mich direkt ins eiskalte Wasser – was direkt zu Beginn für eine schaurig-schöne Atmosphäre sorgt.

Meine Gamescom-Demo beginnt in einem kleinen Raum mit ein paar Schränken und einem Bett – vermutlich ein Schlafzimmer. Ein weißer Schriftzug weißt mich darauf hin, dass ich Gegenstände greifen und mich an Objektkanten festhalten kann, ansonsten gibt es keine Einblendungen, das Abenteuer kommt komplett ohne Benutzeroberfläche aus.

Nach wenigen Schritten stoße ich auf eine Tür. Eine verschlossene Tür. Die Klinge ist außer Reichweite, doch neben dem Bett liegt ein Koffer, den ich mir grabsche und durch das Zimmer schleife. Nun kann ich an den Türgriff hopsen und somit die Küche betreten, wo weitere Rätsel auf mich warten – und auch schon der erste Feind lauert.

Nightmares
Genre: Action
Release: 1. Quartal 2017

Versteckspiel im Dunkeln

Ein schwabbliges, schwitzendes Schweinewesen hackt keuchend Steakes. Die bedrohlich pulsierende Musik verrät mir, dass die Kreatur eine Gefahr darstellt und mich lieber nicht entdecken sollte. Also husche ich unter einen Küchenschrank und warte im Schatten, bis sich der „Koch“ umdreht. Kaum hat er sich über einen blubbernden Kochtopf gebeugt, schleiche (L2-/LT-Taste) ich langsam aus meinem Versteck – und werde prompt entdeckt. Das Vieh hat sich erneut umgedreht, um ein paar Würste zu schnippeln und blickt mir direkt in die Augen. Die Hintergrundmusik pocht wie ein Herz, ehe sie zum kreischenden Crescendo anschwillt.

Ich versuche noch zu entkommen, schaffe es bis zu einer weiteren verschlossenen Tür, werde aber gepackt und starte ohne Ladepause beim letzten Rücksetzpunkt. Ich fühle mich betrogen. Wie zur Hölle komme ich durch die Tür? Habe ich etwas übersehen, womöglich einen Schlüssel oder einen Schalter?

Die Antwort gibt mir das Spiel nicht. Weil sich Little Nightmares angeblich nicht in eine etablierte Genre-Schublade stecken lässt, bezeichnen es die Entwickler als exploratives Adventure, das zum Erkunden und Interagieren mit der Umwelt einladen soll. Wer nicht experimentiert, die Augen offen hält und Dinge ausprobiert, wird früher oder später die Hände über den Kopf zusammenschlagen. So wie ich in der Küche vor der verschlossenen Tür.

Doch ich erkenne zum Glück nach wenigen Minuten meinen Fehler: Der Ausgang ist gar nicht die Tür, sondern ein kleines Loch in der Wand. Kurz auf einen Küchenschrank gekraxelt und schon bin ich in Sicherheit.

Metzgerhandwerk will gelernt sein

Per Fahrstuhl gelange ich in einen Kühlraum. Sofort herrscht eine eisige Atmosphäre: Kaltes, weißes Licht erfüllt das Lager; dicke Schweinekeulen baumeln an der Decke. Im Boden bemerke ich eine verschlossene Luke, zudem finde ich drei herumliegende Fleischteile. Was ich noch nicht ahne: Später betätige ich einen Schalter, der die Luke im Kühlraum öffnet, sodass das Fleisch in einen Fleischwolf kullert. Somit kann ich Würstchen herstellen, die mir als Seil dienen, um in den nächsten Raum zu gelangen. Eine schöne Idee, die auf weitere clevere Rätsel im späteren Spielverlauf schließen lässt.

Als Rausschmeißer aus der Demo gibt es noch einen kleinen Spukmoment: Ich lande in einem Raum, der mit Hunderten von Schuhen gefüllt ist. Bemüht kämpfe ich mich durch durch den Leder-und-Schnürsenkel-Dschungel, als plötzlich eine Welle durch die Masse schwappt und mich verschlingt. Der schwarze Bildschirm lässt mich aufgrund der kurzen Spielzeit enttäuscht, aber dennoch mit Vorfreude zurück.


Mirco Kämpfer
@MirCommander
Obwohl ich immer noch nicht weiß, was für eine Art Spiel Little Nightmares ist, wie kreativ die Rätsel ausfallen und ob das bloße Erkunden und Knobeln über mehrere Stunden hinweg fesseln kann, bin ich gespannt auf dieses kleine Indiespiel. Denn die Entwickler haben bereits mit Media Molecule zusammengearbeitet, um LittleBigPlanet und Tearaway für die PS Vita zu veröffentlichen und haben somit ein Händchen für kreative Abenteuer. Außerdem zeichnet sich Little Nightmares schon jetzt durch seine dichte Atmosphäre aus. Ich fühle mich wie ein normales Mädchen in einer abnormalen Welt, die ich unbedingt noch näher kennenlernen und erkunden möchte.

Little Nightmares - Ankündigungstrailer zur neuen Indie-Marke von Bandai Namco Little Nightmares - Ankündigungstrailer zur neuen Indie-Marke von Bandai Namco


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