Minecraft: Story Mode im Test - Kindgerechte Blöcke

Telltale liefert mit Minecraft: Story Mode ein Adventure zum Test, das sich wenig, aber irgendwie doch vom Telltale-Standard unterscheidet.

von Benjamin Schäfer,
14.10.2015 15:20 Uhr

Minecraft: Story Mode im Test - Gelungenes Adventure - aber nur für die Zielgruppe Minecraft: Story Mode im Test - Gelungenes Adventure - aber nur für die Zielgruppe

Minecraft macht seit Anbeginn keinen Hehl daraus, dass es keine Geschichte erzählen will. Telltale hingegen steht seit Jahren für mitreißende, interessante Storys. Bringt man beide Seiten zusammen, entsteht Minecraft: Story Mode – ein spannendes Abenteuer in der Welt von Minecraft mit allem Klimbim, den man von Minecraft und von Telltale erwartet.

Warum keine Wertung?
Wie schon bei den beiden Telltale-Adventures Tales from the Borderlands und Game of Thrones verzichten wir (vorerst) auf eine Wertung. Denn erst wenn alle Episoden von Minecraft: Story Mode erschienen sind, lässt sich das Gesamtwerk seriös einschätzen – zumal die finalen Auswirkungen der Story-Entscheidungen noch nicht absehbar sind.

Es gibt Crafting, Dialogoptionen, die das Spielgeschehen beeinflussen, Blöckeabbau, Creeper, eine gelungene und – wenn auch nur englische –Sprachausgabe mit Starbesetzung sowie Blut und Morde. Blut und Morde? Natürlich nicht. Wo die Telltale-Adventures zu The Walking Dead oder Game of Thrones das rote USK-Siegel tragen, prangt bei Minecraft: Story Mode nur die gelbe Plakette.

Minecraft: Story Mode
Genre: Adventure
Release: 13.10.2015

Denkt doch mal an die Kinder

Dabei ist die Freigabe ab sechs Jahren nichts Schlechtes: Minecraft begeistert nun mal hauptsächlich Jung und nicht so sehr Alt. Wer erwartet hat, dass wir im Story Mode reihenweise blockige Widersacher meucheln und es in überraschenden Plot-Twists wortwörtlich unsere Freunde zerreißt, der kennt die Vorlage nicht gut.

Unsere Versagertruppe: links Jesse in der weiblichen Version, daneben ihr Hausschwein Reuben, Olivia und zu guter Letzt Axel.Unsere Versagertruppe: links Jesse in der weiblichen Version, daneben ihr Hausschwein Reuben, Olivia und zu guter Letzt Axel.

Minecraft: Story Mode wendet sich eher an jüngere Spieler und Einsteiger, ist aber ein typisches Telltale-Adventure: Wir treffen weitreichende Entscheidungen, drücken die entsprechende Taste zur rechten Zeit, bewegen unseren Charakter Jesse in kleinen Arealen umher und sammeln Dinge auf. Spielerisch sind die Telltale-Adventures ohnehin durchweg eher simpel und kindgerecht, das gilt bei Minecraft: Story Mode nun auch für Handlung und Szenario.

Heldenhafte Loser

Jesse – Teil einer Gang von liebenswürdigen Versagern –ist je nach Wahl der Hauptcharakter bzw. die Hauptcharakterin. Zwar ändert unsere Wahl nichts an den Dialogoptionen, die uns vorgegeben werden, doch fühlen sich manche Situationen anders an, je nachdem, ob wir sie mit der weiblichen oder männlichen Version von Jesse spielen. So oder so wollen wir auch erst mal den Bauwettkampf der Endercon gewinnen, um unser Idol Gabriel kennen zu lernen. Gabriel ist Teil einer sagenumwobenen Heldengruppe, die einst den Enderdrachen niederstreckten und noch heute von ihrem Ruhm zehren.

Für jede Dialogentscheidung haben wir nur begrenzt Zeit. Als vierte Option können wir auch immer schweigen.Für jede Dialogentscheidung haben wir nur begrenzt Zeit. Als vierte Option können wir auch immer schweigen.

Ob wir den Wettkampf gewinnen, hängt von unseren Entscheidungen ab, Auswirkung auf den Handlungsablauf haben Sieg oder Niederlage aber nicht. Der miesepetrige Ivor – unser Gegenspieler –stürzt unsere Heimat in Angst und Schrecken, indem er einen Wither beschwört. Unsere Aufgabe besteht in den folgenden Episoden darin, das Ungetüm mit Hilfe von Gabriels Freunden wieder zu vernichten. Doch dafür müssen wir sie erst einmal finden.

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