Need for Speed: Hot Pursuit Remastered - Gutes Spiel, schlechter Deal

NFS: Hot Pursuit erscheint zehn Jahre nach dem Erst-Release als Remaster für PS4, Xbox One und Switch. Wir konnten den Racer spielen und fühlten uns wie zu Hause.

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Need for Speed: Hot Pursuit Remastered erscheint am 6. November 2020. Need for Speed: Hot Pursuit Remastered erscheint am 6. November 2020.

Mit Need for Speed: Hot Pursuit Remastered kehrt einer der besten und wohl auch beliebtesten Arcade-Racer des vergangenen Jahrzehnts zurück. Und zwar diesmal für die PS4, die Xbox One, die Nintendo Switch und den PC. Lange bis zum Release dauerts auch nicht mehr. Criterion Games wollen das Remaster schon am 06. November für 40 Euro veröffentlichen - nur auf der Switch geht es eine Woche später mit den Luxuskarren auf die Piste.

Und nein, um die Fragen auch gleich zu klären, eine Next Gen-Version für PS5 und Xbox Series X/S wird es wohl erst einmal nicht geben. Das Remaster ist jedoch via Crossplay plattformübergreifend spielbar und dank der Abwärtskompatibilität der Next Gen-Konsolen auch hier direkt zum Launch verfügbar.

- Direkt zu den Neuerungen im Remaster

Info: Spielen konnten wir ausschließlich die PC Version, die jedoch laut der Entwickler der Versionen für PS4 Pro und Xbox One X entspricht.

Need for Speed: Hot Pursuit, ein alter Bekannter

Falls ihr bei Hot Pursuit als erstes denkt "Wie, watt, schon wieder?" - so gings uns auch. Den meisten von euch wird zwar der 2010er Ableger von Hot Pursuit noch im Kopf schwirren, das Original Hot Pursuit konnten wir aber schon 1998 auf Playstation und PC ins Laufwerk schieben.

Falls ihr aber noch nie was von Hot Pursuit gehört habt, keine Sorge, ihr habt ja uns: Hier ein ganz kurzer Abriss, was das Spiel ausmacht.

Das ist Need for Speed: Hot Pursuit

In Hot Pursuit geht es in rasanter Geschwindigkeit mit Nobel- und Sportkarossen auf abgesteckte Strecken im fiktiven Staat Seacreast County. Das Besondere dabei: Entweder ihr flitzt als Raser von A nach B oder aber, ihr jagt die Rowdys als Polizist und crasht so lange in deren Boliden, bis sie ausgeknockt sind.

In Need for Speed: Hot Pursuit gehts nicht zimperlich zur Sache. Crashs mit anderen Fahrern und der Polizei stehen auf der Tagesordnung. In Need for Speed: Hot Pursuit gehts nicht zimperlich zur Sache. Crashs mit anderen Fahrern und der Polizei stehen auf der Tagesordnung.

Dabei ist das Ganze aber komplett überzogen und lange Drifts und der berühmte Nitro-Boost sind nur der Anfang. Ein wenig wie in Mario Kart könnt ihr nämlich mit Items euren Gegnern allerhand Probleme bereiten. Da fliegt mal ein Nagelbrett aus dem Heck, mit dem EMP-Strahl wird die Elektronik lahmgelegt oder ihr zaubert wie aus dem Nichts eine Straßensperre herbei.

Neben einem Karriere-Modus, in dem ihr ein Rennen als Rowdy oder Polizist nach dem anderen fahrt, kommt Hot Pursuit mit einem Multiplayer-Modus, der sich großer Beliebtheit erfreute.

Die Neuerungen in NFS: Hot Pursuit Remastered

Für das Remaster dient die 2010er-Version als Vorbild. Wobei Vorbild hier schon eine klare Untertreibung ist. So richtig viel wird sich nämlich am Spiel selbst nicht ändern - was man jetzt gut oder schlecht finden kann. Für Fans des Originals soll jedoch gesagt sein: Keine Sorge, hier wurde nichts verschlimmbessert, eher sinnvoll ergänzt und and der ein oder anderen Stelle mit dem Lappen die Lackierung aufpoliert.

Doch was hat sich denn jetzt alles getan? Zunächst einmal das Offensichtliche, nämlich die Optik. Da wurde an der Auflösung geschraubt, hier und da ein paar Texturen ausgetauscht und die Autos selbst sind jetzt auch hübscher. Grob war es das aber. Es ist eben kein Remake, sondern ein reines Remaster. Im Detail sieht das übrigens so aus:

Version

Auflösung

Framerate

PS4 Pro / Xbox One X

1080p

60 fps

PS4 Pro / Xbox One X

4K

30 fps

Nintendo Switch

1080p

30 fps

Wie in vielen Spielen heutzutage üblich, habt ihr auf PS4 Pro und Xbox One X die Wahl zwischen einem Auflösungs- und einem Performance-Modus.

Was ist noch neu? Neben den optischen Anpassungen hat Criterion die gesamten DLC-Inhalte ins Spiel gepackt. Heißt, die zusätzlichen Karren und Strecken könnt ihr jetzt ebenfalls in der Karriere freischalten. Laut der Entwickler sind so sechs weitere Stunden im Einzelspieler-Modus drin.

Sonst erwarten euch eher Kleinigkeiten als Neuerung: Da darf der obligatorische Fotomodus natürlich nicht fehlen, die Farbpalette um eure Boliden anzupinseln wurde aufgestockt und auf den Strecken wurde an den Abkürzungen gefeilt. Die waren im Original nämlich nicht immer so richtig gut zu erkennen. Das klingt zwar jetzt eher nach Pillepalle, auf der Jagd nach der besten Rundenzeit oder um noch eben der Polizei zu entwischen, sind die klareren Markierungen aber doch eine nette Ergänzung. Gerade für diejenigen unter euch, die Hot Pursuit zum ersten Mal erleben.

Entwicklung: Criterion arbeitet wie bereits beim Burnout Paradise Remaster mit Entwickler Stellar Entertainment zusammen. Und wer die Neuauflage kennt, weiß, dass die Jungs und Mädels hier echt gute Arbeit abgeliefert haben - mal von der grausamen Akku-Laufzeit der Switch im Handheld-Modus abgesehen. Die Batterie war schneller leer als die Next-Gen-Konsolen-Vorräte zum Launch.

Angespielt: Unserer Eindrücke vom NFS: Hot Pursuit-Remaster

Und jetzt wo ihr im Bilde seid, unser Senf zum Hot Pursuit Remaster. Wir konnten vergangene Woche eine Preview-Version samt aller Inhalte ausführlich testen.

Optisch kann sich das Ganze durchaus sehen lassen - zumindest für ein Remaster. Natürlich kommt die Grafik bei weitem nicht an aktuelle Renn-Giganten wie Forza Horizon 4, Gran Turismo Sport oder selbst Need for Speed Heat heran. Von Next-Gen-Optik ganz zu schweigen. Speziell den Kulissen und den Objekten am Straßenrand merkt man ihr Alter deutlich an. Dennoch wirkt das ganze knackig scharf und die Automodelle samt Schadensmodell machen was her.

Apropos Automodelle: Die seht ihr entweder aus der Third Person-Ansicht, der Stoßstangen-Perspektive oder ihr blendet sie mit der freien Ansicht komplett aus. Eine Cockpit-Ansicht wird es nicht geben.

Doch kommen wir zur wichtigsten Frage: Macht denn Hot Pursuit im Jahr 2020 überhaupt noch Spaß? Und hier gibt es von uns ein klares "Ja, das macht es". In kaum einem Rennspiel macht es mehr Spaß, um die Kurven zu sliden, in der letzten Sekunde mit dem Boost an seinem Gegner vorbeizurauschen oder ihn so richtig schön von der Piste zu rammen. Rein vom Fahrgefühl ist also alles im Lot.

Optisch macht das Remaster einen guten Eindruck. An moderne Rennspiele kommt die Grafik jedoch nicht heran. Optisch macht das Remaster einen guten Eindruck. An moderne Rennspiele kommt die Grafik jedoch nicht heran.

Allerdings gibt es so ein, zwei Punkte, die aus heutiger Sicht nicht mehr ganz taufrisch wirken. Zum einen wäre da der Gummiband-Effekt. Egal wie gut oder schlecht ihr gegen die KI-Fahrer unterwegs seid, sie kleben euch immer wieder im Nacken oder tauchen selbst nach dem haarsträubendsten Fehler bald wieder am Horizont auf. Die ganze Geschichte ist natürlich ein strittiges Thema. Klar, so werden die Rennen nie langweilig. Auf der anderen Seite wird guter Skill am Lenkrad aber auch nicht belohnt.

Ein anderes Thema ist der recht lineare Karriere-Modus, der komplett auf eine Geschichte verzichtet. Hier spulen wir nacheinander als Raser oder Polizist die einzelnen Rennen ab, kassieren Medaillen für unsere Zeiten und schalten in regelmäßigen Abständen neue Autos und die besagten Waffen frei. Zwar bieten die Rennmodi vom Zeitrennen bis zu den Verfolgungsjagden ein wenig Abwechslung, aus heutiger Sicht hätten die Fahrten von A nach B aber mehr Vielfalt verkraften können. Und was schon damals ein Kritikpunkt war: Der Modus streckt sich mit der Zeit deutlich. Hier haben speziell die Forza Horizon-Spiele, aber auch NfS Heat klar die Nase vorn und bieten deutlich mehr Drumherum.

Der Fokus von Hot Pursuit liegt also ganz klar bei der spaßigen Arcade-Raserei, den nervenaufreibenden Duellen gegen echte Kontrahenten und der Sammelei der Luxuskarossen. Für 40 Euro bekommt ihr hier einen der besten Need for Speed-Ableger aufgehübscht für die aktuellen Konsolen und den PC - und das ist mit Blick auf die Änderungen wahrlich kein Schnäppchen. Da hätten es 10 Euro weniger auch getan.

Aber schreibt uns gerne mal in die Kommentare, ob euch Hot Pursuit heute noch den Preis wert ist und ob ihr schon damals großer Fans des Spiels wart.

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