Need for Speed: Rivals im Test - Grafik-Granate und Online-Wegweiser

Wie Electronic Arts seine Rennspiel-Reihe wieder nah an die Ideallinie bringt, zeigt unser Test zu Need for Speed: Rivals für PlayStation 4, Xbox One und die Current-Gen-Systeme.

von Thomas Wittulski,
22.11.2013 19:00 Uhr

Need for Speed Rivals - Test-Video zum Next-Gen-Raser Need for Speed Rivals - Test-Video zum Next-Gen-Raser

Der Kampf zwischen Rasern und Cops wird in Need for Speed Rivals fortgesetzt - keine Überraschung. Alles beim alten also? Nicht ganz! Nach einigen eher minder erfolgreichen Experimenten mit der Racing-Serie in den vergangenen Jahren kehrt Electronic Arts zu Bewährtem zurück. Aufbauend auf dem starken Hot Pursuit von 2010 korrigieren die Macher die eine oder andere zweifelhafte Design-Entscheidung aus The Run und Most Wanted und bringen in Rivals Verfolgungsjagden, offene Welt und Online-Gaming in einen harmonischen Dreiklang. Und dank Frostbyte-3-Engine ist der Debüttitel von Ghost Games auch noch eines der hübschesten Spiele im Start-Lineup von Xbox One und PlayStation 4.

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Lebens- und rasenswert

Bevor wir Gas geben, beginnen wir mit einer nicht ganz so rasanten Tour durch Redview County: Die offene Welt von Need for Speed: Rivals ist riesig. Gut 160 Kilometer umfasst das aus Freeways, Landstraßen und Offroad-Pisten bestehende Straßennetz des Bundesstaats. Der ist zwar fiktiv, erinnert aber, ähnlich wie seinerzeit Seacrest County aus Hot Pursuit, an die vielseitigen Umgebungen Kaliforniens.

Technisch ist Need for Speed Rivals auf den Next-Gen-Konsolen über jeden Zweifel erhaben.Technisch ist Need for Speed Rivals auf den Next-Gen-Konsolen über jeden Zweifel erhaben.

Stadt, Land, Fluss, Berge, Wälder und Wüsten, stimmungsvoll inszeniert von einem fließenden Tag- und Nachtwechsel und schicken Wettereffekten. Oben auf den Bergen schneit es, unten auf einer Allee blendet die Sonne wie ein Stroboskop mit warmen Blitzlicht zwischen den Bäumen hindurch. Während Redview County also im einen Moment noch an die idyllische Umgebung der Alpen erinnert, fahren wir unter Umständen Minuten später schon über eine Straße, die etwas an die Route 66 erinnert. Mal im Ernst: Wäre Redview County real, wäre es der perfekte Ort zum Leben. Mal abgesehen davon, dass sowohl Raser als auch Cops hier regelmäßig alles kaputtfahren.

Solo im Multiplayer

Redview County ist eine dynamische Rennspielwelt, in der ständig etwas passiert. Das geht soweit, dass sogar die klassische »Pause« nicht existiert. Drückt man die entsprechende Taste, öffnet sich zwar bildschirmfüllend die Karte von Redview County, das Spiel läuft im Hintergrund aber weiter. Bedenkt man, dass sich in der offenen Welt neben KI-Rasern und -Polizisten bei entsprechender Internetverbindung auch Online-Spieler herumtreiben, die wir jederzeit zu Duellen herausfordern können, ist das nur logisch. Letzteres funktioniert in der Praxis echt gut:

Willst du mit mir spielen? Per Knopfdruck fordern wir Mitspieler heraus.Willst du mit mir spielen? Per Knopfdruck fordern wir Mitspieler heraus.

Das Spiel sucht fünf weitere Fahrer, die dann prinzipiell frei und voneinander unabhängig ihren jeweiligen Rennen und Aufgaben nachgehen. Fahren wir an einen heran, können wir eine Taste drücken, um den Spieler herauszufordern. Nimmt er an, startet ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Rumsen wir im Polizeiauto einen Verkehrssünder an, startet eine Verfolgungsjagt und auch in bereits laufende Verfolgungen können wir teilnehmen.

Keine nervige Lobby-Wartezeit, es geht sofort los. Dass man gegen menschliche Gegner allerdings keine Rennen mit mehreren Teilnehmern organisieren kann, trifft bei uns auf Unverständnis. Der tatsächliche Multiplayerpart beschränkt sich damit nämlich auf genannte Duelle, Verfolgungsjagten. Außerdem: Sechs Spieler in so einer riesigen Welt wie Redview County ist nicht gerade viel, da wäre etwas mehr drin gewesen - selbst wenn man mit der Limitierung einer Überfüllung vorbeugen möchte.

Dennoch halten wir diesen Weg für eine gute Online-Integration. Sie ist stets aktiv und zu keiner Zeit aufdringlich. Und wer keine Lust auf echte Gegner hat, der ignoriert sie einfach oder schaltet die Spielersuche-Einstellungen auf Einzelspieler (alternativ ist auch eine Freundeseinstellung möglich). Dadurch verliert Rivals aber viel von seinem Reiz, denn die menschlichen Online-Gegner sind in der Regel eine weitaus größere Herausforderung als die arg gummibandartig fahrende künstliche Intelligenz.

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Überholen oder zerstören

Verfolgen wir als Cop einen Raser, ist es immer das Ziel, diesen zu verhaften. In Rivals bedeutet das, dass wir den Wagen des Gegners zerstören müssen. Das funktioniert etwa, indem wir den Gejagten rammen. Oder wir rüsten unsere Karre mit Hilfsmitteln wie dem EMP-Impuls aus. Visieren wir dann den Gegenspieler an, bekommt der einen elektromagnetischen Impuls ab und verliert kurze Zeit die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Per Schockramme erhöhen wir hingegen unseren Rammschaden. Natürlich sind auch wieder die guten alten Nagelbänder am Start, die wir Temposündern vor die Motorhaube werfen.

Mit unserem EMP-Upgrade erfassen wir den fiesen Raser, um ihm für kurze Zeit die Kontrolle über seine Karre zu nehmen.Mit unserem EMP-Upgrade erfassen wir den fiesen Raser, um ihm für kurze Zeit die Kontrolle über seine Karre zu nehmen.

Auch als Raser können wir die nützlichen Upgrades gut gebrauchen: Im Rennen schießen wir auf diese Weise gezielt einen lästigen Konkurrenten ab oder setzen per Nitro-Boost zum Ziellinien-Endspurt an. Entsprechend heftig geht es zur Sache, Rammen und Zerstören gehört wie in Mario Kart oder Blur zum Konzept. Das muss man entsprechend mögen.Wie es unserem Wagen geht, zeigt Rivals in einer Art »Gesundheitsbalken« neben dem Tacho an. Eine Reparatur gibt's nur, wenn wir unterwegs durch eine der unregelmäßig verteilten und natürlich abseits der Ideallinie liegenden Tankstellen fahren. Also müssen wir uns entscheiden: für den Nervenkitzel mit einem zu 90% zerstörten Auto oder für den Zeitverlust durch den Tankstellenumweg. Spannend!


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