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Nihilumbra im Test - Die reine Leere

Ein in Barcelona ansässiges Entwicklerteam will bei seinem Erstlingswerk künstlerischen Anspruch und hohen spielerischen Gehalt kombinieren. Operation gelungen – auch wenn die eine Hälfte erst nach mühsamer Vorarbeit zum Vorschein kommt.

von Michael Orth,
02.08.2012 15:33 Uhr

Nihilumbra-Trailer 2:19 Nihilumbra-Trailer

Es kann viele Gründe geben, warum sich Entwickler einem Spiel ausgerechnet von der künstlerischen Ebene her nähern. Etwa weil ihnen zu viel Einheitsbrei auf dem Markt ist. Oder sie einfach einen ganz anderen Anspruch an ein Spiel haben. Oder weil sie halt tatsächlich aus dieser, einer anderen als der klassischen Programmier-Sparte kommen. Und so mitunter hoffen, die spielerischen Defizite ihres Titels unter dem Kunst-Mäntelchen verstecken zu können. Vielleicht ist für klassische 3D-Grafik auch einfach nicht das Budget vorhanden.

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Wir wissen nicht, was bei der Entstehung von Nihilumbra nun genau die tragende Rolle gespielt hat. Jedenfalls passt das Erstlingswerk der Spanier von Beautifun Games in praktisch jeder Beziehung perfekt in die Definition eines „Art Games“. Es baut auf eine abstrakte Hintergrundgeschichte und bringt diese mit atmosphärisch eindringlichen Bildern und sanften Klängen dem Spieler näher. Und versucht als audiovisuelles Gesamtkunstwerk tatsächlich spielerische Schwächen zu übertünchen. Das ist zumindest der anfängliche Eindruck – der sich glücklicherweise nach und nach verflüchtigt.

Kunst-Spiel oder Spielekunst?

Thematisch geht es um tiefenpsychologische Dinge wie das Dasein an sich, was es bedeutet zu existieren und um die große Leere um einen herum oder in einem selbst. Für Unterhaltungssoftware durchaus starker Tobak, zumal die reichhaltigen Textpassagen immer wieder darauf herumreiten. Die Spielmechanik passt sich der Ausgangslage an: Unser Held namens Born wird als kleine schwarze Kugel in die Spielwelt hinein-, nunja, -geboren, kann praktisch nichts und durchquert deshalb anfangs größtenteils leere Bildschirme.

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Nihilumbra wandelt in diesen Momenten auf einem sehr schmalen Grat: Zwar halten der eigenständige Stil und die trotz aller Verschwurbeltheit neugierig machende Story die Motivationsflamme einigermaßen am köcheln. Spielerisch kommt aber irgendwann der Punkt, wo man einen absoluten Totalausfall befürchtet – und gar mancher mag sich in seinen Vorurteilen über Kunst-Spiele bestätigt sehen.

Am Anfang ist der Protagonist nicht mehr als eine kleine schwarze Kugel. Mit dem Vogelscheuen-Gewand kann er sich zumindest eine andere Gestalt annehmen. Am Anfang ist der Protagonist nicht mehr als eine kleine schwarze Kugel. Mit dem Vogelscheuen-Gewand kann er sich zumindest eine andere Gestalt annehmen.

Nihilumbra bekommt aber gerade noch so die Kurve, ohne deshalb gleich zur Höchstform aufzulaufen. Im Prinzip handelt es sich um eine zunächst recht altbacken wirkende Mischung aus Jump’n’Run und 2D-Action-Adventure. Ziemlich leicht ist sie noch dazu: Die gelegentlichen Hüpfeinlagen und spärlich verteilten Feinde bieten keine große Herausforderung. Gespielt wird bildweise, was auch mit den nach und nach auftauchenden Eigenheiten von Nihilumbra zusammenhängt. Denn zur Springerei und der gebremsten Action gesellen sich nach und nach kleinere Denkaufgaben und Physikpuzzeleien, die mit permanentem Scrolling so nicht möglich wären.

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