PlayStation Neo - Neue Details zur Hardware

Wie schnell ist die PlayStation Neo? Eine durchgesickerte Sony-Präsentation bestätigt jetzt die schon länger kursierenden Gerüchte.

von Nils Raettig,
15.07.2016 16:05 Uhr

Die PlayStation 4 soll parallel zur vermutlich 2017 erscheinenden PlayStation Neo mit höherer Leistung existieren und nicht etwa durch die Neo ersetzt werden.Die PlayStation 4 soll parallel zur vermutlich 2017 erscheinenden PlayStation Neo mit höherer Leistung existieren und nicht etwa durch die Neo ersetzt werden.

Was Details zur PlayStation Neo angeht, hält sich Sony erheblich bedeckter als Microsoft in Sachen Xbox »Scorpio«, die auf der E3 2016 bereits stolz der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

Frische Informationen zu Neo gibt es dennoch, und zwar in Form einer geleakten, aber authentisch wirkenden PDF-Präsentation zur PlayStation Neo. Sollten die Angaben darin stimmen, bestätigen sich die meisten der bislang kursierenden Gerüchte über die neue PlayStation. Dazu zählt auch die (zumindest auf dem Papier) niedrigere Rechenleistung im Vergleich zur Xbox Scorpio, was das Kräfteverhältnis der beiden neu aufgelegten Konsolen umdrehen würde, denn bislang ist die PS4 meist schneller als die Xbox One.

Neo weiter mit Jaguar-CPU

Bei der CPU bleibt bei der PlayStation Neo in Sachen Architektur alles beim Alten, genau wie die PlayStation 4 verwendet auch Neo einen AMD-Prozessor mit acht Jaguar-Kernen. Die Taktrate steigt allerdings von 1,6 GHz auf immerhin 2,1 GHz. Die für die Spieleleistung deutlich wichtigere Änderung findet sich aber bei der Grafikeinheit.

Einerseits wird das Modell der PlayStation Neo durch eine »erweiterte Version« von AMDs Graphics Core Next-Architektur mit mehr Compute Units (36 statt 18) und höhere Taktrate (911 MHz statt 800 MHz) ersetzt (vermutlich AMDs neue Polaris-Architektur, die mit der Radeon RX 480 vor kurzem ihr Debüt feierte).

Die technischen Daten der PlayStation Neo aus dem geleakten PDF-Dokument entsprechen weitgehend den bislang bekannten Gerüchten.Die technischen Daten der PlayStation Neo aus dem geleakten PDF-Dokument entsprechen weitgehend den bislang bekannten Gerüchten.

Andererseits steigt auch die Bandbreite der 8,0 GByte GDDR5-Speicher (auf 218 GByte/s statt 176 GByte/s), außerdem können Spiele im Neo-Modus 512 MByte mehr Speicher verwenden als bisher. Keine Änderungen gibt es dagegen bei der Festplatte sowie bei der Verteilung der CPU- und GPU-Ressourcen.

Damit dürfte die PlayStation Neo bei der Rechenleistung insgesamt ein gutes Stück von der Xbox Scorpio entfernt bleiben. Die Scorpio soll laut Microsoft 6 Teraflops erreichen, im Falle der PlayStation Neo gehen wir dagegen weiterhin von 4,2 Teraflops aus.

Parallel zur PlayStation 4

Das geleakte Dokument bekräftigt gleichzeitig erneut, dass Neo kein Ersatz für die PlayStation 4 sein soll, sondern eine leistungsfähigere Ergänzung. Eine Formulierung aus der PDF-Präsentation lässt allerdings durchaus die Vermutung zu, dass manche Titel später doch nur auf der Neo-Konsole laufen könnten. So heißt es auf der dritten Seite:

"Alle PlayStation 4-Spiele, die im Oktober 2016 oder später veröffentlicht werden, sollten sowohl die PlayStation 4 als auch die PlayStation Neo unterstützen."

Wie genau Entwickler mit der zusätzlichen Leistungsfähigkeit der Neo-Konsole in Hinblick auf die spürbar schwächere PlayStation 4 umgehen werden, bleibt indes abzuwarten. Sony selbst betont in dem geleakten Dokument, dass die fps mit Neo »mindestens genau so hoch oder höher« als auf der PlayStation 4 sein sollen.

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4K vs. Full HD

Um das auch beim Anschluss an ein 4K-Display zu gewährleisten, kann Neo verschiedene niedrigere Auflösungen als 4K wie etwa 3200x1800 Pixel hochskalieren. Mit Blick auf die ordentlichen, aber nicht immensen Leistungszuwächse im Vergleich zur PlayStation 4 dürfte das in vielen Fällen unumgänglich sein, möglicherweise auch von noch niedrigeren Auflösungen aus. Anders als Microsoft versteht Sony die Neo allerdings auch nicht als reine 4K-Konsole.

Auch Spieler mit einem Full HD-Fernseher sollen durch höhere und/oder stabilere Frameraten sowie durch verbesserte Grafik (etwa zusätzliche Kantenglättung) profitieren. Das ist theoretisch auch bei bereits erschienenen Spielen möglich, ob der Aufwand in einen entsprechenden Patch investiert wird, liegt bei den Entwicklern selbst.

Es ist Sony laut der Präsentation aber dennoch sehr wichtig, dass möglichst viele Titel in Zukunft möglichst nahe an die 4K-Auflösung heran kommen. Dazu werden verschiedene Ansätze wie das so genannte »checkerboard rendering« oder das möglichst effiziente Rendern von Geometrie verfolgt. Sollten Entwickler Schwierigkeiten mit höheren Auflösungen als 1800p haben, bietet Sony explizit seine Unterstützung an.

Interessantes Detail am Rande: Auch die Aufnahme von 1080p-Gameplay ist ein mögliches neues Feature der Neo-Konsole. Die PlayStation 4 zeichnet maximal in 720p auf. Savegames sollen sich außerdem von der PlayStation 4 auf Neo und umgekehrt übertragen lassen.

Einen konkreten Erscheinungstermin oder Preis nennt das Dokument nicht, da allerdings noch bis Anfang 2017 Testkits der Neo-Konsole im Umlauf sein sollen, wird der Release der PlayStation Neo vermutlich frühestens Mitte 2017 sein.

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