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Auf geht's

Renegade Ops im Test - Jagt es in die Luft!

Renegade Ops lässt sich in einem Satz beschreiben: John Rambo schraubt sich ein MG auf seine Karre und fährt mit Vollgas in den Urlaub. Der B-Movie Actionstreifen zum Selberballern im Test für XBLA und PSN.

von Patrick Mittler,
21.09.2011 16:30 Uhr

Trash-Fans aufgepasst: Ein irrer Terrorist bedroht die zivilisierte Welt und nur eine handvoll Haudegen unter dem Kommando eines verwegenen Colonels kann ihn stoppen! Schon wieder! Ihr merkt schon: Das Setting des Twin-Stick-Shooters Renegade Ops macht stumpfen Actionfilmen alle Ehre. Mehr noch: Was Renegade Ops erzähltechnisch zu bieten hat, lässt selbst die Werke des berüchtigten Uwe Boll wie preisverdächtige Prosa wirken. Die dämliche Story bedient jegliches Action-Klischee und die stumpfen Befehle eures Kommandanten machen allein beim Zuhören ein bisschen dümmer. Aber gut, verbuchen wir das unter gewolltem Humor und stimmiger Atmosphäre. Hauptsache es kracht und rumst am laufenden Band!

Eure Aufgabe in Renegade Ops: Schießt alles kaputt. Das explodiert dann zumindest sehr hübsch.Eure Aufgabe in Renegade Ops: Schießt alles kaputt. Das explodiert dann zumindest sehr hübsch.

Vier Söldner ziehen in den Kampf gegen das Abziehbild eines Bond-Bösewichts und seine riesige Armee: Armand, Roxy, Diz und Gunnar. Wir zählen die Krieger hier nur auf, damit ihr die Namen auch mal gehört habt. Die Möchtegern-Rambos verschwinden nämlich sofort hinterm Steuer schwerbewaffneter Jeeps und Buggys, die ihr fortan aus der Vogelperspektive anguckt. Per linkem Stick wird gelenkt, mit dem rechten geballert. Das erfordert selbst bei Twin-Stick-Veteranen etwas Training, schließlich können Autos nicht strafen. Das höchste der Gefühle ist eine enge Kurve. Die Folge: Manchmal bleiben die Flitzer ungewollt an Ecken und Kanten hängen oder stürzen in einen Abgrund. Die Vehikel selbst unterscheiden sich kaum, jedoch hat jeder Kämpfer eine eigene Spezialattacke (Roxy lässt Raketen regnen, Armand hat ein Schutzschild im Gepäck) und eine Liste von Fertigkeiten, die ihr nach und nach freischaltet, beispielsweise ein längerer Gesundheitsbalken oder stärkere Extrawaffen wie Flammenwerfer oder eine aufladbare Railgun.

Schön aber dumm

Man könnte auch Bosse zu ihnen sagen: Dickere Panzer, Schiffe und Helis schlucken viele Kugeln.Man könnte auch Bosse zu ihnen sagen: Dickere Panzer, Schiffe und Helis schlucken viele Kugeln.

Auf den sehr weitläufigen Karten brettert ihr nun von einem Missionsziel zum nächsten. So ein durchgeknallter Terrorist macht schließlich viel Arbeit. Probleme werden in Renegade Ops nur auf eine Art gelöst: Jag es in die Luft! Panzer greifen ein Dorf an? Jag sie in die Luft! Geiseln sind in Käfige gesperrt? Jag die Gefängnisse in die Luft! Ein Offizier hat eine wichtige Zugangskarte? Jag seinen Jeep in die Luft! Langstreckenraketen sind auf Städte gerichtet? Jag sie in die Luft! Die Raketen natürlich, nicht die Städte. Dass man nebenbei auch mal durch die Häuser unschuldiger Zivilisten donnert gehört zum guten Ton. Rambo bekäme dabei wohl feuchte Augen. Besonders da Renegade Ops auch optisch schwere Geschütze auffährt. Die Landschaften sprühen vor Details, in der Wüste wirbelt Staub auf, im Dschungel ziehen Vögel ihre Kreise und das Wasser glitzert wie in einem Urlaubsparadies. Zumindest bis ihr auftaucht, denn dann schmeicheln feurige Explosionen euren Augen, zahlreiche Trümmer fliegen herum und ganze Straßenzüge krachen effektreich zusammen. Kurz: Renegade Ops sieht nicht nur zufällig aus wie Just Cause 2 von oben – ist ja schließlich aus demselben Entwicklerstudio.

Routiniert explodiert

Zu viert ist der Panzer schneller hin. Aber auch die Übersicht.Zu viert ist der Panzer schneller hin. Aber auch die Übersicht.

Die Zerstörungsorgie wird aber, wie so oft bei Twin-Stick-Shootern, unweigerlich zur Routine. Zwar setzt euch das Spiel immer neue Herausforderungen wie neue Gegner oder Zeitlimits vor die Nase, schlussendlich braust ihr aber immer Richtung Feind, driftet wie blöde im Kreis herum und zerballert alles in der näheren Umgebung. Anschließend werden noch Medipacks eingesammelt, die aus den Gegnerwracks purzeln. Taktik oder Strategie – ist doch für Weicheier! Durch die Levels fahren, den Feuerknopf durchdrücken und wunderhübsche Explosionen erzeugen – das ist Renegade Ops. Dieses Konzept wird formschön und kompromisslos durchexerziert. Obwohl kleine Einlagen die Action auflockern (manchmal setzt ihr euch an den Steuerknüppel eines Helis oder düst zum Beispiel mit einem unbewaffneten Raketentransporter durch feindliche Stellungen), wird das Krachbumm nach einigen Levels monoton, besonders für Solospieler. Hat man die Solokampagne nach knapp fünf Stunden durch, gibt’s keinen Grund nochmal ein halbes Land zu Klump zu schießen. Nur wer einige zerstörungswütige Mitspieler bei der Hand hat, holt aus dem 15-Euro-Download das volle Potential raus, denn dann macht Renegade Ops einen Heidenspaß. Vorausgesetzt man nimmt ein bisschen Chaos in Kauf. Sind vier ballernde Jeeps am Schirm, wird’s manchmal arg eng und man rauscht öfter ungewollt in feindliche Projektile. Kleiner Wehrmutstropfen: An einer Konsole dürft ihr nur zu zweit ran, Koop zu viert geht nur online.

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